25.04.2019 - 10:50 Uhr
AuerbachOberpfalz

Klosterbier besteht die Probe

Klöster und Bier bilden sozusagen eine geschichtliche Einheit. Das gilt auch über weite Strecken der 900 Jahre, in denen das Kloster Michelfeld besteht. Der Trank fürs Festwochenende Anfang Mai knüpft an diese Tradition an.

Mitglieder des Arbeitskreises „900 Jahre Kloster Michelfeld“ probieren das Festbier. Von links Tina Schwendner (Stadtmarketing), Stadthistoriker Rudolf Weber, Bürgermeister Joachim Neuß, Maria Regn, Brauereibesitzer Martin Weiß, Johann Kaiser, Johann Lindner und Luitpold Dietl.
von Autor SCKProfil

Das Festbier zum 900-jährigen Gründungsjubiläum des Klosters Michelfeld verkosteten Mitglieder des Arbeitskreises im Sitzungssaal des Rathauses. Um Martin Weiß als Brauer des „Klosterbiers“ und Bürgermeister Joachim Neuß scharten sich Maria Regn, Johann Kaiser, Luitpold Dietl und Johannes Lindner, Rudolf Weber sowie Tina Schwendner vom Stadtmarketing.

Ihr erster Blick fiel auf die Etiketten, die Margit Dippold entworfen hat. Der Text auf der Rückseite verweist auf die im Mittelalter weit verbreitete Kunst des Bierbrauens in den Klöstern. In Michelfeld endete die Brautradition erst Mitte des 20. Jahrhunderts. „Zum 900-jährigen Gründungsjubiläum lassen wir diese wieder aufleben und feiern mit einem ganz traditionellen Biergenuss: bernsteinfarben, richtig süffig und einzig im Geschmack“ steht da zu lesen. Die Zutatenliste mit Wasser, Gerstenmalz, Hopfen und Hefe entspricht selbstverständlich dem mehr als 500 Jahre alten Reinheitsgebot für bayerisches Bier.

Martin Weiß ließ das Klosterbier in seiner Böheim-Brauerei nach einem eigenen Rezept aus vier Malzsorten herstellen. Es wartet mit einer Stammwürze von zwölf Prozent und einem Alkoholgehalt von 5,5 Prozent auf. Damit ist auch die Voraussetzung erfüllt, es als „Festbier“ zu benennen. Dafür verlangen die Richtlinien nämlich zwischen fünf und sechs Volumenprozent Alkoholgehalt. Handwerklich gebraut von Brauer Egid Lottes, haben die 5000 Liter Jubiläums-Festbier bei dieser Stärke eine Haltbarkeit von etwa einem halben Jahr.

Eine gelöste, frohe Stimmung herrschte angesichts des bevorstehenden Biergenusses auch beim Blick auf das Programm am Festwochenende vom 3. bis zum 5. Mai. Begonnen wird mit einem Festkommers am Freitagabend ab 19 Uhr. Am Sonntagmorgen um 9 Uhr feiert Erzbischof Dr. Ludwig Schick als Hauptzelebrant den Festgottesdienst. Akzente setzen der Vereins- und Kunsthandwerkermarkt, die Michelfelder Spielstraße, die Kirchenführungen, die Darbietungen des Paginza-Quartetts und der „3 Fregga“ sowie das Wolfgang-Buck-Konzert. Das Marktfest endet gegen 22 Uhr.

Stadthistoriker Rudolf Weber ergänzte, dass bei der Auflösung des Klosters zu Beginn des 19. Jahrhunderts zuallererst die Brauerei verkauft wurde. Als Regens Wagner dann 1891 das Kloster erwarb, kaufte er sofort die Brauerei zurück. Martin Weiß erläuterte einige Details zur Kunst des Bierbrauens, und schließlich wurde das Festbier probiert. „Mir schmeckt’s“, tat der Brauereibesitzer kund und bekam dieses Urteil bei der ersten Verkostung von seinen Mittrinkern bestätigt. Erhältlich ist das Klosterbier im Getränkehandel beim Markgrafen, bei Böheim, Weiß, Müller und Trenz.

Das Etikett nennt einen Alkoholgehalt von 5,5 Prozent.
Die Rückseite des Etiketts.
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