05.04.2019 - 14:15 Uhr
AuerbachOberpfalz

Oberpfälzer Frauenpower bei ZF und Feuerwehr Auerbach

Verena Stiegler ist eine starke Frau, die sich in gleich zwei Männerdomänen behauptet. Das hat ihr jetzt noch einen Auftritt vor der Kamera eingebracht.

Verena Stiegler im Dialog mit sich selbst: So ist die Auerbacher Feuerwehrfrau und ZF-Entwicklungsingenieurin im Video zur Kampagne „Doppelt engagiert“ zu sehen.
von Externer BeitragProfil

Beruflich arbeitet Verena Stiegler (29) als Entwicklungsingenieurin beim Automobilzulieferer ZF in Auerbach. In ihrer Freizeit engagiert sie sich als Feuerwehrfrau. Nun betätigt sie sich auch noch Botschafterin für die Kampagne "Doppelt engagiert" des bayerischen Innenministeriums. Darüber berichtet ZF in einer Pressemitteilung.

In sechs Videos wirbt das Ministerium derzeit für das Ehrenamt. Der Spot läuft auf den bayerischen Regionalsendern und auf Youtube. In einem Dialog ihrer "zwei Persönlichkeiten" erklärt Verena Stiegler ihre Doppelrolle als Feuerwehrfrau und Entwicklungsingenieurin.

Mit elf Jahren kam sie zur Feuerwehr. Inzwischen hat sie sich bis zur Atemschutzgeräteträgerin ausbilden lassen. "Der Reiz an der Feuerwehr ist, dass da etwas Gefährliches mit dabei ist - man bekommt einen Adrenalinschub, wenn der Piepser oder der Alarm losgeht", beschreibt sie ihre Gefühle.

Eine Schonbehandlung oder Sonderrechte habe eine Frau nicht zu erwarten, stellt sie klar. Ihr allererster Einsatz in Auerbach war gleich ein Verkehrsunfall mit einer eingeklemmten Person. "Man muss auch als Frau seinen Mann stehen und wird auch nicht zimperlich behandelt. Wenn man das durchzieht, dann muss man es auch wirklich durchziehen", erklärt die gebürtige Kelheimerin. "Bei der Feuerwehr geht mir das Herz auf. Wenn ich dann unter Atemschutz rein gehe, vermisste Personen suche und die auch finde - dann ist das ein unbeschreibliches Gefühl."

Zu ihrem Beruf sieht sie verschiedene Parallelen. Nicht nur, dass es generell in den technischen Berufen weniger Frauen als Männer gibt, was sich natürlich schon beim Studium der Sensorik und Analytik in Regensburg zeigte. Auch im täglichen Leben sind manche der Anforderungen durchaus ähnlich. "Ich bin in einer Abteilung, in der wir als Team oft in den Projekten als eine Art Feuerwehr agieren müssen, plötzlich auftretende Fehler schnell beheben oder kurzfristige Maßnahmen schnell einführen. Da fühlt man sich manchmal wie bei der Feuerwehr - schnell einen Brand löschen."

Und wie reagieren die Kollegen auf Verena Stieglers Doppel-Belastung? Schließlich müssen sie die Fehlzeiten auffangen, wenn die Kollegin zum Einsatz gerufen wird. "Meine Kollegen stört es nicht. Sie finden es gut, dass es Freiwillige gibt, die sich dafür engagieren. Dadurch fühlen sie sich auch sicher. Sie wissen, falls etwas bei ihnen selbst passiert, dann gibt es Leute, die ihnen helfen können."

Auch von Arbeitgeberseite erfährt Verena Stiegler für ihr Ehrenamt volle Rückendeckung. ZF empfinde die "doppelt Engagierten" als Bereicherung für das Team und die ganze Firma. "Ich glaube, Menschen, die ein Ehrenamt ausüben, haben sehr früh gelernt, was es heißt, Verantwortung zu übernehmen", erklärt Michael Detert, Personalchef bei ZF am Standort Auerbach.

Verena Stiegler mit ZF-Personalleiter Michael Detert.
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