13.06.2018 - 18:04 Uhr
AuerbachOberpfalz

Pausenhof ist Tabu-Zone

Andernorts hat sich der Eichenprozessionsspinner schon seit längerem eingenistet, jetzt macht er sich auch in Auerbach breit. Aktuell sorgt er an der Dr.-Heinrich-Stromer-Grundschule für Unruhe.

Mitarbeiter des Auerbacher Bauhofs rückten dem Eichenprozessionsspinner am Mittwoch an der Grundschule zu Leibe.

(cs) Dort können die Schüler ihre Pausen nicht an der frischen Luft verbringen, sondern müssen sich vorläufig im Schulgebäude aufhalten. Das gilt auch nach der Entsorgungsaktion, die der städtische Bauhof am Mittwoch an sieben mit den gefährlichen Raupen befallenen Bäumen rund um das Schulgelände vornahm.

Eine hundertprozentige Garantie sieht Bauhofleiter Matthias Regn im Absaugen der Nester allerdings noch nicht. Die Bäume an der Schule werden weiterhin beobachtet, darüber hinaus auch alle anderen im gesamten innerstädtischen Bereich. Die Freigabe zur Nutzung des Schulgeländes sei der Schulleitung jedoch auf eigene Verantwortung möglich.

Dem Eichenprozessionsspinner auf die Spur gekommen ist Schulleiterin Gabriele Appl am Montag, wie sie auf SRZ-Nachfrage erläuterte. Sie verständigte umgehend die Stadt und untersagte zugleich zum Schutz der Kinder den Pausenaufenthalt im Freien. „Es gilt das Risiko von Hautkrankheiten zu vermeiden.“

In zahlreichen Anrufen besorgter Eltern wurde die Weitergabe der entsprechenden Information an die Kinder vermisst. „Die Schule wurde nicht verständigt“, bedauerte Gabriele Appl, im Gegensatz zum städtischen Kindergarten „Pfiffikus“, dessen Leiterin Annemarie Förster die Eltern ihrer Schützlinge entsprechend informierte.

Aufgefallen war der Befall von Bäumen zwischen dem Hallenbad und der städtischen Einrichtung Eltern von Kindergartenkindern sowie Bürgern, die diesen öffentlichen Weg benützen. Von der Stadt wurde umgehend mit entsprechenden Hinweisschildern für die Öffentlichkeit darauf reagiert.

„Wenn man im Kindergarten schon eher darum wusste, warum nicht unsere Kinder?“, fragt die Rektorin. Dafür hat der Bauhofleiter die Erklärung, dass der Befall an der Grundschule bis dahin nicht entdeckt worden sei. Den Aufenthalt im Pausenhof will die Schulleiterin erst dann wieder zulassen, "wenn grünes Licht von der Stadt kommt“.

Ob und wie erfolgreich die sofort von der Stadt ergriffenen Maßnahmen sind, muss sich laut Bürgermeister Joachim Neuß erst zeigen. Denn auch Kreisgartenfachberaterin Michaela Basler sei sich über den Erfolg der zur Wahl stehenden zwei Bekämpfungsmethoden nicht sicher. Zunächst werden im gesamten Stadtgebiet jede Woche die Eichen kontrolliert, bei Bedarf wird vom städtischen Bauhof durch Absaugen oder Abflammen gehandelt. „Es gibt keinen Rat“, so das Stadtoberhaupt, zumal von der Naturschutzbehörde das Fällen dieser Bäume untersagt wurde.

Mitarbeiter des Auerbacher Bauhofs rückten dem Eichenprozessionsspinner am Mittwoch an der Grundschule zu Leibe.

Mitarbeiter des Auerbacher Bauhofs rückten dem Eichenprozessionsspinner am Mittwoch an der Grundschule zu Leibe.

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