24.05.2019 - 14:40 Uhr
AuerbachOberpfalz

Radweg-"Krücke" hilft den Landwirten

Seit 40 Jahren wird das Problem diskutiert, dass die B 470 als Kraftfahrstraße nicht mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen genutzt werden darf. Jetzt zeigt Stefan Noll vom Staatlichen Bauamt eine Möglichkeit auf, hier Abhilfe zu schaffen.

Die drei vom Bauamt betrachteten Trassenvarianten für den Geh- und Radweg entlang der B 470. Die hellgrüne unten wird bisher favorisiert.
von Markus Müller Kontakt Profil

Noll nannte es im Stadtrat eine "Krücke": Um die Radwegeinfrastruktur zu verbessern, unterstützten Bund und Land jetzt den Ausbau öffentlicher Feld- und Waldwege finanziell, wenn diese radverkehrstauglich seien. Dies könne auch entlang der B 470 zwischen der Einmündung der AS 43 bei Reichenbach und dem Knotenpunkt mit der B 85 geschehen. "Abfallprodukt" dieses Projekts wäre eine Ausweichroute für landwirtschaftliche Fahrzeuge an der B 470.

Noll empfahl dafür eine Breite zwischen 3 und 3,50 Meter für den Asphalt plus die beidseitig geschotterten Bankette. Teile des Weges seien bereits vorhanden, andere müssten erst geschaffen werden, etwa die Brücke über den Speckbach. Die werde mit rund einer Million Euro zu Buche schlagen, prognostizierte Noll. "Für unter 2 Millionen ist das Projekt nicht zu haben", bemerkte er zum Kostenrahmen. Die Stadt (der eigentliche Baulastträger) müsse rund 20 Prozent davon tragen, da sie alles finanzieren müsse, was durch eine Breite jenseits von 2,5 Metern an Kosten entstehe. Voraussetzung für das Gelingen des Vorhabens: "Wir brauchen Grund und Boden von privater Seite sowie akzeptable Lösungen für den Naturschutz."

Bürgermeister Joachim Neuß gefiel die Kreativität in diesem Vorschlag, der auch einen Lückenschluss im Radwegenetz bewirke. Bernd Scheller (Grüne) monierte einen "nicht unerheblichen Flächenfraß" bei dieser Maßnahme. Davon könne man wegen der gemeinsamen Nutzung durch Radfahrer und Bulldogs eben nicht sprechen, fand Neuß. Zudem habe man mit allen Grundbesitzern bereits gesprochen und von ihnen ausschließlich positive Signale erhalten. Die Vertreter der anderen Fraktionen nahmen das Mehr an Sicherheit sowie die Entlastung der Degelsdorfer Straße in der Stadt vom großen landwirtschaftlichen Verkehr als Argumente für Nolls Vorschlag. Nach der einhelligen Zustimmung des Stadtrats wird das Straßenbauamt die bevorzugte Trasse ausarbeiten. Eine Umsetzung erfolgt frühestens im Jahr 2021.

Nolls zweiter Punkt war der Umbau des Einmündungsbereichs der Staatsstraße 2162 (nach Neuhaus) in Ranna. Die in der Sitzungsvorlage konstatierte besondere Unfallträchtigkeit an dieser Stelle werde von den Statistiken nicht belegt, sagte Bürgermeister Neuß. Doch von den Bürgern werde es so gesehen, wohl nicht zuletzt wegen der tödlichen Unfälle, die sich dort ereignet haben.

Da laut Noll die Geschwindigkeit an dieser Stelle nicht ohne Weiteres begrenzt werden kann, möchte er mit zwei Linksabbiegespuren an den beiden Einmündungen sowie Fahrbahnteilern für mehr Sicherheit sorgen. Die mittlere Einfahrt werde nur noch für Busse nutzbar sein. Dieses "Planungsoptimum für Sicherheit" (so Neuß) wird siebenstellige Kosten produzieren, sagte Noll voraus. Auerbach werde davon aber nichts übernehmen müssen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.