16.07.2020 - 17:59 Uhr
AuerbachOberpfalz

Raiffeisenbank Auerbach-Freihung gibt sich krisenfest

Die Vertreterversammlung der Raiffeisenbank Auerbach-Freihung eG war aufgrund der Coronakrise erstmals digital. Deutlich wurde dabei, dass das Niedrigzinsumfeld eine zunehmende Herausforderung darstellt.

Aufsichtsratsvorsitzende Eva Birkmüller begrüßte die Gäste zur diesjährigen Vertreterversammlung der Raiffeisenbank Auerbach-Freihung eG erstmalig in digitaler Form. "Die Einschränkungen, die wir derzeit in der Coronakrise erleben und mit denen wir alle zurechtkommen müssen, haben die privaten Lebensumstände, das berufliche und wirtschaftliche Leben weitreichend verändert. So sehr verändert, dass auch das Herzstück der demokratischen Willensbildung in der Vertreterversammlung ganz neu geregelt werden musste", führte die Aufsichtsratsvorsitzende zu Beginn aus. Umso mehr freue es die Vorsitzende, dass die Bank einen Weg gefunden habe, das vergangene Geschäftsjahr digital abschließen zu können.

Einmal mehr sei bewiesen worden: Die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken sind ein verlässlicher Partner in Krisenzeiten. Die Krise habe bestätigt: Bei einer Genossenschaftsbank ist das eigene Geld in guten Händen. "Besonders am Beispiel der Kredite hat sich gezeigt, wie wichtig es ist, eine Bank an seiner Seite zu haben, die die Verhältnisse in der Region kennt und seit Jahren erster Ansprechpartner in finanziellen Fragen ist. So konnten 90,7 Prozent der Kredite aus eigenen Mitteln finanziert werden", sagte Birkmüller.

"Die Pandemie ereilt uns zu einer Zeit, in der wir ohnehin mit großen Herausforderungen kämpfen. Es ist aber gerade die genossenschaftliche DNA, der Leitgedanke der Hilfe zur Selbsthilfe, die es uns schon immer möglich gemacht hat, uns in allen großen Krisen erfolgreich an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen. Ich bin mir sicher, dass uns dies auch bei der Pandemie geling", führte Vorstandsvorsitzender Frank-Eckhard Kirchhof weiter aus.

Dass die regionale Kreditgenossenschaft nicht auf eine schnelle Gewinnmaximierung aus sei, sondern die Förderung von Mitgliedern und Kunden oberste Priorität habe, wurde im Bericht des Vorstandsmitgliedes Michael Sommer deutlich.

Verschoben wurde erst einmal die Beschlussfassung zur Dividendenzahlung. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) sieht – im Einklang mit der Europäischen Zentralbank – angesichts der Covid-19-Pandemie und der daraus entstehenden tiefen Rezession die Notwendigkeit, dass die Banken bis Oktober 2020 keine Dividende an ihre Aktionäre ausschütten. Nutznießer der Dividenden von Genossenschaftsbanken sind allerdings nicht Aktionäre, sondern ihre Mitglieder. Die rund 7000 Mitglieder der Raiffeisenbank Auerbach-Freihung sind Privatkunden oder stammen aus dem Mittelstand, sie sind in aller Regel im Geschäftsgebiet der Bank ansässig. Die Förderung des Wirtschaftens ihrer Mitglieder ist prägender Teil der Arbeit jeder Genossenschaftsbank. Die Auszahlung der jährlichen Dividende kommt also direkt den Menschen in der Region zugute.

Die Raiffeisenbank Auerbach-Freihung wird der Vorgabe der BaFin folgen und die Entscheidung über die Auszahlung der Dividende für das Geschäftsjahr 2019 auf die Zeit ab Oktober 2020 verschieben. Sie setzt damit ein Zeichen der Solidarität in außer- gewöhnlichen Zeiten. Über die vorgeschlagene Verwendung des Gewinns ist dann in einer weiteren Vertreterversammlung zu beschließen. Geplant ist, dass zehn Prozent des Jahresüberschusses in die Rücklagen zur Stärkung des Eigenkapitals aus dem verbleibenden Bilanzgewinn von rund 440.000 Euro eingestellt werden und eine Dividende von 1,5 Prozent auszuschütten.

Eine besonders erfreuliche Zahl ist zudem der Anstieg der Zahl der Mitglieder. Die Bank konnte ihre Mitglieder in 2019 um 405 auf 6979 steigern. Ende Mai 2020 ist der Mitgliederbestand schon auf über 7000 Mitglieder angestiegen.

"Unser Engagement für unsere über 7.000 Mitglieder und die Region Auerbach-Freihung beschränkt sich aber nicht auf das klassische Bankgeschäft. Das zeigen unsere vielfältigen 3 Unterstützungsleistungen für lokale Vereine und Initiativen", so Vorstandsvorsitzender Kirchhof. Insgesamt griff die Raiffeisenbank mit 44.400 Euro unter anderem Kindergärten, Feuerwehren, Schützenvereinen und Trachtenvereinen unter die Arme.

Die wichtigsten Kennzahlen:

Die Bilanzsumme erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 9,2 Prozent auf jetzt 307,5 Millionen Euro. Das gesamte betreute Kundenvolumen – dieser Wert beinhaltet neben den in der Bilanz festgeschriebenen Geschäften das gesamte Volumen aller Kreditgeschäfte und Einlagen der Mitglieder und Kunden – stieg um 9,8 Prozent auf 660,9 Millionen Euro.

Das gesamte Kreditvolumen belief sich auf 245,8 Millionen Euro. Die in der Bilanz eingestellten Einlagen der Kunden stiegen um 5,3 Prozent auf 281,1 Millionen Euro. Großer Beliebtheit erfreuten sich Anlagen in Wertpapiere, Investmentfonds und Versicherungen. Das zeigt sich bei den Summen, die die Bankkunden bei den Partnern im Genossenschaftlichen Verbund angelegt haben. Dieser Wert lag im vergangenen Jahr bei 188,1 Millionen Euro – ein Plus von 12,4 Prozent.

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