09.07.2019 - 16:14 Uhr
AuerbachOberpfalz

Realschulklasse aus Auerbach gewinnt Preis bei Präventionsprojekt

Der Verzicht auf Alkohol hat sich für eine Klasse der Realschule Auerbach doppelt gelohnt. Und zwar durch klare Köpfe und einen zusätzlichen Hunderter in der Klassenkasse.

Sie haben es geschafft, 42 Tage trocken zu bleiben. Mit den Schülern freuen sich bei der Preisübergabe (von links) Schulleiterin Schwester Lioba Endres, Irene Hug, Sachgebietsleiterin für Gesundheitsförderung und Prävention beim Landratsamt Amberg-Sulzbach, die Klassenleiterin der 10b, Julia Schmidt, und Landrat Richard Reisinger.
von Autor CSProfil

"Klar bleiben - Feiern ohne Alkoholrausch": Das haben die 23 Mädchen und Jungen der Klasse 10b der Realschule über 42 Tage beherzigt. Als Gewinner des Präventionsprojektes in einer bundesweiten Aktion heimsten sie 100 Euro für die Klassenkasse ein. 541 Klassen hatten sich in ganz Deutschland beteiligt, davon 151 aus Bayern. Durchgehalten haben 488 Klassen. "Dass es geht, habt ihr bewiesen", bescheinigte Landrat Richard Reisinger bei der Preisübergabe. "Da nicht so viele Schulen im Landkreis mitgemacht haben, freut es uns umso mehr, dass Auerbach dabei ist."

Dabei fordert das Präventionsprojekt, das sich primär an Klassen der Stufe 10 und höher richtet, die Jugendlichen zu einem auf: Feiern ja, aber ohne Rauschtrinken oder andere riskante Formen des Alkoholkonsums. Die Freude über das Durchhalten war bei den Schülern, ihrer Lehrerin Julia Schmidt und Rektorin Lioba Endres zumindest genau so groß wie über die finanzielle Belohnung in Höhe von 100 Euro.

Es brauchte keiner großen Überredungskunst der Lehrerin, um bei diesem auf sechs Wochen angelegten Selbstexperiment mitzumachen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung förderte das Projekt. Die Schüler verpflichteten sich mit der Unterzeichnung eines Klassenvertrags, dass mindestens 90 Prozent von ihnen "trocken bleiben". Kontrollen gab es nicht; es galt das Vertrauensprinzip. Wöchentlich war eine Meldung abzugeben, ob die Verpflichtung eingehalten wurde.

Klassen, die es geschafft haben, nahmen an einer Verlosung teil. Aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach gingen zwei Klassen als Gewinner hervor. Landrat Richard Reisinger nützte die Preisübergabe, um die vielfältigen negativen Folgen von riskantem Alkoholgenuss im Jugendalter aufzuzeigen. Sie reichten von Gewalttätigkeit über ein erhöhtes Unfallrisiko bis hin zu Beeinträchtigungen der Gehirnentwicklung. In Deutschland werde sehr viel Alkohol getrunken. Zum vierten Platz in der internationalen Rangliste trage auch die Jugend ihren Teil bei, wie Reisinger an Zahlen belegte. In der Stadt Amberg kam es im Vorjahr zu 22 Klinikeinweisungen wegen Alkoholvergiftungen, im Landkreis Amberg-Sulzbach sogar zu 62.

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