26.08.2019 - 11:34 Uhr
AuerbachOberpfalz

Sechs Frauen folgen dem Ruf Gottes

Ein besonderer Gottesdienst beginnt an diesem Dienstag um 10 Uhr in der Auerbacher Mutterhauskirche: Vier Schulschwestern binden sich für drei Jahre an den Orden, zwei fürs ganze Leben.

Während einer Eucharistie mit dem Bamberger Erzbischof Ludwig Schick legen an diesem Dienstag sechs Frauen Gelübde im Orden der Schulschwestern ab. Es sind dies (von links) Schwester M. Alojsia Rötschke, Schwester M. Bernadette Wundlechner (beide zeitliche Profess), Schwester M. Ancilla Pitroff, Schwester M. Klarissa Hartmann (beide ewige Profess), Schwester M. Karla Hubert und Schwester M. Josefine Geray (beide zeitliche Profess).
von Autor SCKProfil

Es ist der Gedenktag der heiligen Monika, der Mutter des heiligen Kirchenlehrers Augustinus, an dem die 33-jährige Schwester M. Klarissa Hartmann und die 25-jährige Schwester M. Ancilla Pitroff in der Klosterkirche Maria Himmelfahrt vor den Altar treten, um ihre ewige Profess abzulegen. In einer festlichen Eucharistie werden sie sich auf Lebenszeit ganz Gott weihen. Erzbischof Ludwig Schick kommt zur Feier dieses Pontifikalamts von Bamberg nach Auerbach.

Vor fünf Jahren traten die beiden Frauen ins Noviziat der Schulschwestern von Unserer Lieben Frau ein. Nach dem zweijährigen Noviziat entschlossen sie sich, im zeitlichen Gelübde für weitere drei Jahre in der Kongregation der Schulschwestern zu bleiben. Nun geloben sie in der ewigen Profess dem himmlischen Bräutigam die Treue auf Lebenszeit gemäß der Ordensregel des Heiligen Augustinus.

Schwester M. Klarissa Hartmann wuchs in Kaufbeuren in einer kinderreichen Familie mit acht Geschwistern auf und absolvierte in ihrer Heimatstadt eine Berufsausbildung zur Krankenschwester. Während der Arbeit in einem Seniorenheim in München erwarb sie auch die Qualifikation zur Stationsleiterin. Ihrer christlichen Grundeinstellung genügte jedoch die rein caritative berufliche Ausrichtung noch nicht. Sie entwickelte ein besonderes Interesse an unterschiedlichen wie auch vielfältigen religiösen Angeboten, und bei der Teilnahme an einer eucharistischen Anbetung erfuhr sie eine beglückende innere Gewissheit, dass das Ordensleben ihre Berufung ist. Ein ihr bekannter Priester wies ihr den Weg zu den Schulschwestern.

Schwester M. Ancilla Pitroff stammt aus Pottenstein, und das Mutterhaus der Auerbacher Schulschwestern war ihr schon längere Zeit bekannt. Getauft wurde sie von Pfarrer Hilbert, einem gebürtigen Auerbacher. Sie war Ministrantin und Oberministrantin in der Pfarrei St. Bartholomäus bei Pfarrer Heinz und erlebte ihn als ein beeindruckendes priesterliches Vorbild. Nach dem Abitur am Gymnasium in Pegnitz studierte sie Germanistik und Theologie für das Lehramt am Gymnasium an der Katholischen Universität in Eichstätt. Hier lebte sie in der Filiale der Schulschwestern.

Für drei Jahre binden sich die 35-jährige Schwester M. Alojsia Rötschke, die 26-jährige Schwester M. Karla Hubert, die 23-jährige Schwester M. Bernadette Wundlechner und die ebenfalls 23-jährige Schwester M. Josefine Geray an den Orden der Schulschwestern.

Schwester Alojsia wuchs in der sorbischen Oberlausnitz in einem christlichen Elternhaus mit hoher Wertschätzung des katholischen Glaubens auf. Ehrenamtliche Tätigkeiten in der Kirche erweiterten ihren christlichen Freundeskreis. Beim Besuch des Prayerfestivals lernte sie die Auerbacher Schulschwestern kennen. So erwachte auch in ihr der Wunsch, einer Ordensgemeinschaft anzugehören. Nach dem Realschulabschluss in der Heimat und einer Konditorlehre in Bayreuth entdeckte sie ihr Interesse für die Pädagogik und schloss in Berlin eine Ausbildung zur Erzieherin an. Mit dieser beruflichen Qualifikation möchte sie nun dem Apostolat der Schulschwestern im Erziehungswesen dienen.

Schwester Karla, geboren im rheinland-pfälzischen Dannstadt-Schauernheim, brachte ein in Heidelberg abgeschlossenes Studium „American Studies“ und den akademischen Grad Bachelor ins Noviziat mit. Aufgewachsen in einer fünfköpfigen Familie aufm fand sie im Alter von 19 Jahren eine neue Nähe zum Glauben und entdeckte Gott als Sinn, Ursprung wie auch Ziel ihres Lebens. Bei einer Veranstaltung zum Thema Frauenhilfe ergab sich der Kontakt mit der Auerbacher Kongregation. Bereits bei ihrem ersten Besuch dort erkannte sie ihre Berufung zum Ordensleben.

Schwester Bernadette stammt aus Tronetshofen südlich von Augsburg. Mit vier Geschwistern wuchs sie in einem katholischen Elternhaus auf und beteiligte sich von klein auf gerne an Aktionen der Pfarrei. Sie sang im Kinderchor, war Ministrantin und schloss sich kirchlichen Jugendgruppen an. Sie wurde Oberministrantin und arbeitete drei Jahre im Pfarrgemeinderat mit. Die Freude, die sie in ihrem Glauben erlebte, wollte sie an ihre Mitmenschen weitergeben. Die Schwestern im Auerbacher Mutterhaus lernte sie während eines Prayerfestivals kennen. Nach der Realschule absolvierte sie eine Ausbildung zur milchwirtschaftlichen Laborantin bei und arbeitete in diesem Beruf, bis sie nach Auerbach kam.

Im Sommer 2016 schaute sich Schwester Josefine das Kloster an und lebt dort seit Oktober 2016. Nach einem Realschulabschluss machte sie das Abitur an einem sozialwissenschaftlichen Gymnasium. Neun Monate im „Basical“, einem von der Diözese Augsburg angebotenen christlichen Orientierungsjahr, schlossen sich an. Im Gebet und vor allem auf einer Pilgerreise durchs Heilige Land spürte sie die Gewissheit, dass Gott sie in seine Nachfolge gerufen hat. Sie stammt aus einem Dorf bei Bad Waldsee in Oberschwaben und genoss eine katholische Erziehung in einer Familie mit acht Geschwistern. In der Schönstatt-Bewegung oder bei Jugend 2000 wuchsen bei ihr die persönliche Beziehung zu Gott und die Freude am Glauben.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.