28.06.2018 - 12:12 Uhr
AuerbachOberpfalz

Symbol für aufgelassene Ortschaften

Am heutigen Tag „Peter und Paul“ kehren die Statuen der Kirchenheiligen für einige Stunden an ihren alten Platz in die Kirchenruine des aufgelassenen Übungsplatzdorfes Hopfenohe zurück

Der Altarraum der Peter-und-Paul-Kirche. Dort sollen die Figuren für die Feier wie in früheren Tagen wieder aufgestellt werden.

(mor) Das Dekanat Auerbach besucht mit seinen Gläubigen den Übungsplatz Grafenwöhr und feiert an der Kirchenruine einen Gottesdienst. Anlass ist der 80. Jahrestag der Absiedelung.

Hopfenohe war eine der ältesten Siedlungen in der Gegend, hervorgegangen aus dem alten Rittergut „Hopfenache“. Zur Pfarrgemeinde Hopfenohe gehörten 20 kleine Dörfer, Weiler und eine Mühle. Insgesamt zählte die Pfarrei etwa 1000 Seelen. Die katholische Pfarrkirche „Peter und Paul“ lag inmitten des Dorfes. Im Jahre 1935 wurde das Gotteshaus unter dem sehr aktiven Pfarrer Johann Ritter, dem späteren Stadtpfarrer von Auerbach, aufwendig renoviert und erweitert. Der Kirchenausbau konnte die Ablösung der Gemeinde durch die Ruges jedoch nicht abwenden. Die Absiedelung fand in den Jahren 1938/39 statt.

Die Kirche blieb dennoch bis zum Kriegsende 1945 unversehrt, danach musste sie aufgegeben werden. Die Altäre und die Inneneinrichtung wurden für das durch Kriegseinwirkungen ausgebrannte Gotteshaus in Troschenreuth zur Verfügung gestellt. Dort sind sie heute noch zu bewundern, von dort stammen auch die beiden Figuren Peter und Paul.

Im Jahr 2005 konnte die Kirchenruine direkt auf der Höhe der europäischen Hauptwasserscheide in ihrem Bestand gesichert werden, dazu stellte die US-Armee erhebliche finanzielle Mittel bereit. Am 11. September 2005 wurde zum Abschluss der Arbeiten ein Gedenkgottesdienst gefeiert. Anlass für den heutigen Gottesdienst ist der Beginn der Absiedelung im Jahr 1938.

Der Turm und die Mauern der ehemaligen Pfarrkirche St. Peter und Paul von Hopfenohe – von den amerikanischen Soldaten als „Hopfenohe Church“ bezeichnet – sind heute Symbol für die aufgelassenen Ortschaften. Sie sollen Besucher und Soldaten daran erinnern, dass das Übungsareal nicht immer unbewohnt war, sondern einst in den ehemaligen Dörfern und Weilern mit ihren Kirchen und Kapellen geistliches, kirchliches und gesellschaftliches Leben pulsierte.



Info:

Rundfahrt und Gottesdienst mit dem Dekanat Auerbach

(mor) Das Dekanat Auerbach fährt heute mit drei Bussen in den Truppenübungsplatz. Der erste Buss startet um 13.45 Uhr in Trockau am Kirchplatz mit Zusteigemöglichkeit um 14 Uhr am Pendlerparkplatz in Neudorf. Die anderen beiden Busse starten um 14.15 Uhr vom Place de Laneuveville (Schwemmweiher) in Auerbach. Die Fahrt ist schon seit längerem ausgebucht, so können nur bereits angemeldete Personen an der Rundfahrt und an dem Festgottesdienst teilnehmen. Die Rundfahrt beginnt auf dem Netzaberg und führt durch das Lager Grafenwöhr, über den Schwarzenberg und den Haager Friedhof.

Die Tour wurde durch die US-Armee-Garnison Bavaria ermöglicht, Erläuterungen in den Bussen gibt es von den fachkundigen Begleitern Josef Neubauer, Andre Potzler und Gerald Morgenstern.

Es wird darauf hingewiesen, dass ein gültiger Personalausweis oder Reisepass bei der Fahrt mitzuführen ist. Die Gläubigen werden gebeten, das Gotteslob mitzubringen. Der Kostenbeitrag in Höhe von 22 Euro für Erwachsene, 15 Euro für Ministranten und Kinder bis 14 Jahren wird im Bus eingesammelt, soweit möglich, soll das Geld passend bereitgehalten werden. Der Festgottesdienst gegen 18 Uhr an der Ruine Hopfenohe mit Regionaldekan Dr. Josef Zerndl, Dekan Pater Markus Flasinski und Prodekan Josef Hell, der musikalisch von der Michelfelder Blasmusik umrahmt wird, findet bei jedem Wetter im Freien statt. Für Regen- und Sonnenschutz ist selbst zu sorgen. Rückkehr in Auerbach ist bis 20 Uhr geplant.

Die Ruine der „Hopfenohe Church“, wie die US-Amerikaner den Ort nennen.
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