18.05.2018 - 20:10 Uhr
Oberpfalz

Stadt und Ministerium widersprechen sich Auffällige Funkstille um Keramikmuseum

Die Zukunft des Keramikmuseums ist ungewisser denn je. Aus dem Kunstministerium heißt es, die Stadt Weiden mache überhaupt keine Anstalten, über eine Fortführung zu verhandeln. Die Stadtspitze dementiert vehement.

Ob im Sommer nächsten Jahres der Eingang des Internationalen Keramikmuseums noch so aussieht, ist weiterhin ungeklärt. Bild: Meister
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

"In Sachen Keramikmuseum ist die Stadt in Gesprächen mit den Verantwortlichen in München. Um sie nicht zu gefährden kann zu deren Stand derzeit keine Angaben gemacht werden", antwortet das Rathaus knapp auf eine Anfrage der Oberpfalz-Medien.

Ins Rollen gebracht hat dies eine andere Nachfrage zur Zukunft des Weidener Zweigmuseums der Neuen Sammlung München. Die stellte im April der Grünen-Abgeordnete Jürgen Mistol im Plenum des Landtags an die Staatsregierung. In der schriftlichen Antwort heißt es, dass man zu Verhandlungen bereit sei, "bisher hat das Staatsministerium aber keine Anfrage der Stadt zur Aufnahme von Verhandlungen über einen neuen Zweigmuseumsvertrag erhalten. Die Stadt Weiden wurde über die bestehenden Fördermöglichkeiten für nichtstaatliche Museen informiert".

"Das erstaunt mich sehr. Mir gegenüber haben die Verantwortlichen der Stadt immer den gegenteiligen Eindruck erweckt", sagt Mistol. "Wenn ihnen etwas an einer Außenstelle einer der größten internationalen Designsammlungen der Welt liegt, dann drängt die Zeit."

OB Kurt Seggewiß nennt das "Wahlkampfmodus". "Es gab und gibt intensive Gespräche zwischen Minister Bernd Sibler, Lothar Höher und mir, zu denen wir Verschwiegenheit vereinbart haben. Wenn ich Mistol davon erzähle, brauche ich mich in München nicht mehr blicken zu lassen." Das letzte, was aus diesen Gesprächen nach außen drang, steht in einer Pressemitteilung vom März 2017. Darin heißt es, dass der Freistaat die Betriebskosten nicht fördern könne, wohl aber Umbaumaßnahmen oder Projekte, etwa im Bereich der Jugendarbeit. Damit sind die Defizite von zuletzt rund 200 000 Euro pro Jahr kaum aufzufangen. Die Stadt hatte 2016 den seit 1985 laufenden Vertrag zwischen ihr und dem Freistaat über die Einrichtung zum August 2019 gekündigt.

Seggewiß geht es bei seinen Gesprächen "um den Erhalt des Kulturangebots der Stadt". Damit könnte laut Mistol nicht unbedingt der Weiterbestand des Internationalen Keramikmuseums als Außenstelle der Neuen Sammlung gemeint sein, sondern auch ein Betrieb in Eigenregie. "In welcher Form auch immer", spekuliert der Grüne.

Zuletzt hat die Stadt die Verwaltung von Regionalbibliothek und Keramikmuseum weiter verzahnt, um Geld zu sparen. Daneben gibt es Überlegungen, eine dritte Einrichtung einzubinden. Ob dann im Waldsassener Kasten noch Platz ist, für eine Zweigstelle der Münchner Designsammlung ist offen. Angemerkt

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