10.09.2019 - 10:33 Uhr
Axtheid-Berg bei VilseckOberpfalz

In der Vilsecker Bergkirche evangelische und katholische Christen vereint

In guter ökumenischer Gemeinschaft und liebevoller Verbundenheit treffen sich katholische und evangelische Christen alljährlich beim Vilsecker Bergfest. Der ökumenische Gottesdienst ist besonders feierlich.

Pfarrer Roland Kurz (links) und Diakon Dieter Gerstacker sprechen gemeinsam das Vaterunser-Gebet in der Bergkirche.
von Rosi HasenstabProfil

In Axtheid-Berg begrüßte Diakon Dieter Gerstacker den Pfarrer der evangelisch-lutherischen Christuskirche Sulzbach-Rosenberg, Roland Kurz. Das Gotteshaus war vom Schall der Bläser erfüllt, als der Posaunenchor Thansüß unter Leitung von Heinrich Müller das Lied „Lobe den Herren“ anstimmte.

Die Predigtreihe über die Märtyrer der NS-Zeit setzte Pfarrer Kurz mit Dietrich Bonhoeffer, einem lutherischen Theologen, fort. Der 1906 in Breslau geborene Bonhoeffer kam 1945 im Konzentrationslager Flossenbürg durch den Strang ums Leben. Er war nach seinem Studium Studentenpfarrer in Berlin, später auch im Ausland als Pfarrer tätig. Ab 1933 nahm er öffentlich Stellung gegen die nationalsozialistische Judenverfolgung und leitete das Predigerseminar der Bekennenden Kirche in Finsterwalde. 1940 erhielt er Rede- und Schreibverbot. Als Widerstandskämpfer wurde er mit dem Attentat auf Hitler in Verbindung gebracht und deshalb 1943 verhaftet.

„Nichts kann uns trennen von der Liebe Christi! Davon war er überzeugt bis zu seiner Hinrichtung“, sagte der Prediger. Sein unerschütterliches Gottvertrauen habe Bonhoeffer Kraft gegeben im Glauben, dass Gott aus allem, selbst aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen könne. Im Gefängnis habe er am 19. Dezember 1944 als Weihnachtsgruß an seine Eltern und an seine Verlobte die tiefsinnigen und weltweit bekannten Verse „Von guten Mächten treu und still umgeben“ geschrieben.

Dieses Lied sang die Gemeinde mit Unterstützung des Posaunenchors nach dem Glaubensbekenntnis und den Fürbitten. Mit dem Friedensgruß bekräftigten die Gläubigen die Verbundenheit der beiden Konfessionen. Der Segen und das „Großer Gott, wir loben dich“ beendeten die ökumenische Feier.

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