04.03.2020 - 16:25 Uhr
Bad NeualbenreuthOberpfalz

1,6 Millionen Euro für Kunst im Dorf

„Wasser marsch“ statt „an die Spaten“ hieß es beim symbolischen Spatenstich im Maiersreuther Badehaus. Mit dabei war Staatsministerin Michaela Kaniber

Mit Wasser aus dem Muglbach statt mit einem Erdhügel vor der Tür erklärten die Ehrengäste mit Ministerin Michaela Kaniber (Dritter von links) die Sanierungsmaßnahmen des Umbaus im Badehaus Maiersreuth für eröffnet.
von Ulla Britta BaumerProfil

Künstler, Politiker, Wirtschaftler, Amtsleute und Maiersreuther Bürger gaben sich am Dienstag die Klinke in die Hand, um den angekündigten "feierlichen Spatenstich" zur Sanierung und Umgestaltung des früheren Badehauses zu erleben. Unter dem Motto "Kunst am Dorf" soll daraus ein Kulturhaus werden.

Bürgermeister strahlt

Staatsministerin Michaela Kaniber vom Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten brachte den Förderbescheid in Höhe von sage und schreibe 1,6 Millionen Euro vorbei. Bürgermeister Klaus Meyer und Künstlerin Susanne Neumann, die das Badehaus in Zukunft als Kunst- und Kulturstätte leiten wird, strahlten über das ganze Gesicht vor Freude. Unter den Gästen befand sich auch MdL Tobias Reiß und Künstler Jeff Beer, der für das Fest eine Lichterinstallation im Badehaus gemacht hatte. Bürgermeister Klaus Meyer bezeichnete den Festakt als Meilenstein in der Geschichte von Bad Neualbenreuth. Vor über 30 Jahren sei hier der Spatenstich für den Grundstein des jetzigen Sibyllenbades gelegt worden. "Damals wie heute waren Künstler vor Ort," erinnerte sich Meyer.

Die Liste der Ehrengäste, die er begrüßte, war lang. Der Rathauschef begrüßte ganz besonders Thomas Gollwitzer, Chef des Amtes für Ländliche Entwicklung, weil dieser dafür gesorgt habe, das Geld für die Badehaussanierung aufzutreiben. Meyer freute es, in Bad Neualbenreuth nun mit dem Kunstprojekt von Susanne Neumann das Freizeit- und Tourismusangebot mit einer Kunst- und Kulturszene bereichern zu können.

Ministerin Kaniber unterstrich die hohe Bedeutung des Projekts "Heimat-Unternehmer", das vom Ministerium ins Leben gerufen worden sei und das im Landkreis Tirschenreuth bereits viele großartige Projekte, wie nun das Kultur-Badehaus, hervorgebracht habe. "Das haben die Neustädter auch mitbekommen. Sie starten nun im Juni dieses Jahres damit", berichtete Kaniber. Mehrmals betonte sie, dass es gelte, das Land zu fördern.

Im Zuge der Dorferneuerung und der im Landkreis Tirschenreuth gegebenen Möglichkeit der "Förderoffensive Nordostbayern" könne man dies sogar mit 90-prozentiger Förderung oder umgerechnet 1,6 Millionen Euro machen. "Doch ein Gebäude bleibt immer nur Hülle, solange nicht auch eine neue Nutzung gefunden wird", meinte sie weiter und lobte den Unternehmergeist auf dem Land.

Keine elitäre Veranstaltung

"Erklärtes Ziel ist es, die kulturellen Initiativen auch von Laien und Amateuren aus der Region einzubinden", so Kaniber. Hier in Maiersreuth seien Kunst und Kultur keine elitäre Veranstaltung, sondern eine Einladung an alle.

Künstlerin Susanne Neumann hielt sich bei der Vorstellung des Projekts von künstlerischer Seite kurz. Statt eines "Spatenstiches" hatte sie sich etwas anderes einfallen lassen. Die Ehrengäste schütteten Wasser aus dem nahen Muglbach, mit Rosen veredelt, ins leere Badehausbecken. Musikalisch wurde der Festakt von Johannes Burger, Resi Braun und Fritz Söllner gestaltet.

Ministerin Michaela Kaniber trug sich nach dem Festakt ins Goldene Buch von Markt Neualbenreuth ein. Von links: Klaus Meyer, stellvertretender Landrat Alfred Scheidler, der Mitterteicher Bürgermeister Roland Grillmeier, Michaela Kaniber, Künstlerin Susanne Neumann, Werksleiter Gerhard Geiger und MdL Tobias Reiß.
Mit Trick Ministerin angelockt:

Der Schlüssel zum Erfolg

Mit einem ungewöhnlichen Trick hat Susanne Neumann bei Ministerin Michaela Kaniber das Interesse für das Projekt in Maiersreuth geweckt. Sie schickte der Ministerin mit der Einladung einen Schlüssel für eine der Umkleidekabinen aus dem ehemaligen Badehaus. Das war gar nicht so einfach, da die Kabinen noch mit alter Währung ausgestattet sind. "Ich musste ein Fünf-Mark-Stück suchen, um den Schlüssel abziehen zu können", verrät Susanne Neumann. Die Investition hat sich gelohnt. Ministerin Kaniber kam und hat nun ihre eigene Umkleidekabine im Oberpfälzer Kunst-Badehaus. (ubb)

Stolz präsentieren Bürgermeister Klaus Meyer und der Chef des Amtes für Ländliche Entwicklung, Thomas Gollwitzer den Bescheid, den Michaela Kaniber (Mitte) vorbeigebracht hat.
Bürgermeister Klaus Meyer (links mit MdL Tobias Reiß.) überreichte der Ministerin als Geschenke Produkte aus der Region.
Musikalisch wurde der Festakt von Johannes Burger, Resi Braun und Fritz Söllner gestaltet.
Auch Bürger ließen sich das Ereignis nicht entgehen. "Wenigstens wird das Gebäude erhalten und es ist wieder was los bei uns. Die ganze Zeit ist niemand mehr zur uns rausgekommen", sagte einer der Maiersreuther zum Kunstprojekt Badehaus.
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