„Es ist ein geiler Job, in einer Traum-Umgebung!“ So beschreibt Klaus Meyer (60) in einer ersten Bilanz seine neue Tätigkeit als Werkleiter des Kurmittelhauses Sibyllenbad. Der frühere Bürgermeister der Marktgemeinde Bad Neualbenreuth ist seit 1. Juni Chef der Einrichtung. Er trat die Nachfolge von Gerhard Geiger an, der die Werkleitung fast 20 Jahre lang innehatte und in Rente ging.
„Ich war auch gerne Bürgermeister“, stellt Klaus Meyer im Gespräch mit Oberpfalz-Medien klar. „Es war halt was anderes“, sagt der gelernte Bankaufmann über das Amt, das er zwölf Jahre lang ausgeübt hatte. Dienstleister sei er aber immer gewesen – erst bei der Bank, dann als Gemeindeoberhaupt und jetzt als Chef des Sibyllenbads. „Ein bisschen was geht immer“, antwortet er auf die Frage, was er anders oder besser machen wolle. Insgesamt zeigt sich Meyer voll des Lobes für die Einrichtung und das Personal.
Plausch mit Gästen
Seine Begeisterung für das Sibyllenbad wird nicht nur deutlich, wenn er im Pressegespräch von einem „Top-Kurmittelhaus“ schwärmt. Beim Rundgang müssen drei Gäste auf dem Weg zu ihren Liegen wegen eines Fotos kurz warten. Klaus Meyer entschuldigt sich und bestätigt auf Nachfrage einer Seniorin aus dem Trio, dass er der Chef sei. „Toll ist es hier!“, betont die Frau. Meyer will wissen, woher die Besucher stammen, und freut sich, als er die Orte Wackersdorf und Maxhütte-Haidhof hört.
Die Seniorin erzählt, dass sie Geburtstag habe und dass der deshalb gewährte freie Eintritt einer der Gründe für den Tagesausflug sei. Meyer gratuliert ihr herzlich und erfährt im weiteren Plausch, dass auch Bekannte des Trios das Sibyllenbad schätzten – einer davon sei sogar im Kurort Bad Wörishofen im Unterallgäu zu Hause. „Das will was heißen!“, kommentiert Meyer und strahlt.
Werbung nach innen und außen
„Ich rede gerne mit den Leuten“, sagt der 60-Jährige später gegenüber Oberpfalz-Medien. Damit meint er auch die Belegschaft. „Ich bin noch in der Kennenlernphase“, gibt Meyer zu. War er zuvor Chef von 30 Gemeindebeschäftigten, so hat er nun die Verantwortung für 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 60 Vollzeitkräfte. Das sei einer der Hauptunterschiede zur vorherigen Tätigkeit – neben der Tatsache, dass jetzt weniger Abend- und Wochenendtermine anstünden, was dem Familienleben zugute komme.
Als eine wichtige Aufgabe sieht er das „Innenmarketing“ an, wie der Werkleiter es formuliert. Er wolle immer wieder verdeutlichen, welch großartige Einrichtung das Sibyllenbad sei, und seine Begeisterung dafür auf alle Beschäftigten übertragen. „Der Funke springt dann auf die Gäste über“, ist sich Meyer sicher. Natürlich wolle er auch nach außen hin kräftig für das Kurmittelhaus werben. Was es alles zu bieten habe, sei sogar vielen Einheimischen gar nicht bewusst.
"Alles unter einem Dach"
„Wir haben hier alles unter einem Dach“, betont der 60-Jährige und verweist auf die Heilwasser-Badelandschaft mit Ruhezonen, die Wellness-Bereiche mit Saunen und Fitnessraum sowie die medizinische Abteilung mit Massagen, Radontherapie oder Naturfango. Hinzu kämen der Kurpark mit Motion-Fun-Park und der Kurwald. Das alles sei in der nördlichen Oberpfalz einzigartig. Und selbst in den grenznahen Kurorten in Tschechien gebe es nichts Vergleichbares für Tagesbesucher. „Dort ist die Nutzung immer mit einem Hotelaufenthalt verbunden“, sagt Meyer.
Zwar habe er als Bürgermeister und Mitglied im Werkausschuss bereits umfassende Einblicke ins Sibyllenbad gehabt. Die enorme Vielfalt der Angebotspalette habe Meyer in der Einarbeitungsphase dann aber doch überrascht. Als großen Pluspunkt der Einrichtung wertet der Werkleiter auch die persönliche Note im Umgang mit den Gästen. „Im Rahmen der Möglichkeiten versuchen wir, individuelle Lösungen zu finden“, lässt er in Bezug auf Anwendungen wissen. Als stimmig bezeichnet Meyer auch das „Gesamtpaket“, zu dem er unterschiedlichste Übernachtungsmöglichkeiten, die Gastronomie sowie kulturelle Angebote in der gesamten östlichen Landkreisregion zähle.
„Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist bombastisch!“, nennt Meyer einen weiteren Grund, der für das Sibyllenbad spreche. „Wenn wer sagt, es sei zu teuer, frage ich immer, wo es denn günstiger ist“, erzählt Meyer. „Darauf gibt es dann nur wenige oder gar keine Antworten.“
Badetempel und Abend-Events
Nach jahrelanger Sanierung soll der beliebte orientalische Badetempel voraussichtlich im November wiedereröffnet werden, informiert Meyer. Damit verbunden sei die Hoffnung, dass sich die Zahl der Besucher dann von derzeit rund 250.000 pro Jahr wieder in Richtung 300.000 bewegt. Weitere größere Baumaßnahmen seien vorerst nicht geplant. „Wir wollen eine gewisse Ruhe einkehren lassen“, sagt Meyer im Rückblick auf die vergangenen Jahre. Klar sei, dass in einer 30 Jahre alten Einrichtung auch weiterhin immer wieder mal in die Technik oder andere Anlagen investiert werden müsse.
Besondere Events sollen dabei helfen, neue Zielgruppen anzusprechen und die Besucherzahlen auf lange Sicht zu steigern. „Sibylles Sommernachtstraum“ etwa stand am 23. Juli erstmals im Kalender. „Baden, saunieren und feiern bis Mitternacht“ – so lautete dabei das Motto im gesamten Kurmittelhaus. Neben speziellen Aufgüssen konnten die Gäste DJ-Musik, Cocktails und Gegrilltes genießen. „Künftig wollen wir das einmal im Monat machen“, gibt Meyer Einblicke in die Planungen. Bisher waren abendliche Sonderaktionen nur auf den textilfreien Bereich beschränkt.
Potenzial noch nicht ausgeschöpft
Von zunehmender Bedeutung seien Gäste aus Tschechien. „Ihr Anteil liegt bei über 20 Prozent“, berichtet der Werkleiter und ergänzt, dass das Potenzial hier längst noch nicht ausgeschöpft sei. Wert lege er deshalb darauf, dass Events und Neuerungen auch auf Tschechisch beworben werden, unter anderem in sozialen Medien.
Klaus Meyer schlägt im Ausblick auch den Bogen zu den Diskussionen um die künftige Gesundheitsversorgung. Die Verlagerung von Abteilungen aus kleineren Krankenhäusern an größere Standorte mit entsprechender Spezialisierung ist seiner Ansicht nach nicht aufzuhalten. Umso wichtiger sei für die Menschen die rechtzeitige Vorsorge, „sodass sie Spezialzentren gar nicht brauchen“. Präventionsangebote, wie sie im Sibyllenbad zu finden seien, müssten daher noch stärker ins Bewusstsein der Leute gebracht werden.
Selbst die wirtschaftlich derzeit schwierige Lage Deutschlands ist für Meyer kein Grund für Pessimismus. „Bei vielen dürfte der dritte Urlaub im Jahr wegfallen“, meint Meyer und vermutet, dass wohl gerade Wellness-Aufenthalte häufig gestrichen würden. Doch darin könnten auch Chancen für das Sibyllenbad liegen. „Unser Ziel muss es sein, für den Zweiturlaub attraktiver zu werden“, erklärt Meyer. Daher gelte es, zusammen mit Partnern dafür passende Pakete zu schnüren.



























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