21.04.2021 - 18:21 Uhr
Bad NeualbenreuthOberpfalz

Großbrand zerstört Zimmerei in Bad Neualbenreuth

Großeinsatz in Bad Neualbenreuth: Rund 160 Feuerwehrleute versuchten in der Nacht zum Mittwoch, den Vollbrand einer Zimmerei unter Kontrolle zu bringen. Der Schaden ist enorm.

von Martin Maier Kontakt Profil

In Bad Neualbenreuth und den umliegenden Dörfern heulten in der Nacht zum Mittwoch um 1.13 Uhr die Sirenen. Am Ortsrand Richtung Grenzlandturm brannte eine Zimmereihalle. Familienangehörige hatten bemerkt, dass Flammen aus dem nahen Betriebsgebäude schlugen, und die Rettungsleitstelle verständigt.

Das Feuer war schon von weitem zu sehen. Die örtliche Feuerwehr hatte einen sehr kurzen Anfahrtsweg. Beim Eintreffen der Rettungskräfte stand der Hackschnitzel-Bunker, der direkt am Gebäude angebaut ist, bereits im Vollbrand. Personen waren aber nicht in Gefahr.

Zwei Drehleitern im Einsatz

156 Feuerwehrkräfte versuchten, das Feuer von allen vier Seiten unter Kontrolle zu bringen. Dabei waren zwei Drehleitern eine große Hilfe. Eine Brandbekämpfung im Innenangriff war nicht mehr möglich. Zudem erschwerte die großflächige Photovoltaikanlage auf dem Dach die Löscharbeiten, wie Andreas Köhler, Kommandant der Feuerwehr Neualbenreuth, auf Nachfrage berichtete. Als Vorteil erwies sich laut dem Einsatzleiter, dass das Gebäude von allen Seiten frei zugänglich ist. Außerdem „stellte die Wasserversorgung kein Problem dar“. Direkt neben der Zimmerei liegt ein Löschteich und in unmittelbarer Nähe an der Turmstraße ist eine Zisterne. In diesen Bereichen hat die Wehr schon einige Löschübungen abgehalten und auch Leistungsabzeichen abgelegt.

„Durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr war das Brandgeschehen zeitnah unter Kontrolle. Dadurch konnte erreicht werden, dass angrenzende Lagerstätten vom Feuer verschont blieben“, schrieb Polizeihauptkommissar Harald Fuchs in seinem Bericht. Das Gebäude stürzte zum Teil ein. Verletzt wurde niemand.

Wahrscheinlich technischer Defekt

Die Brandursache ist noch nicht vollständig geklärt. Nach ersten Ermittlungen der Polizeiinspektion Waldsassen ist derzeit von einem technischen Defekt im Bereich der Heizungsanlage auszugehen. Den Schaden schätzte die Polizei auf einen mittleren bis hohen sechsstelligen Betrag.

Die Feuerwehren Bad Neualbenreuth, Ottengrün, Hardeck, Wernersreuth, Querenbach, Waldsassen, Tirschenreuth und Rosall waren mit 156 Helfern im Einsatz. Vor Ort waren Kreisbrandrat Andreas Wührl, Kreisbrandinspektor Lorenz Müller und Kreisbrandmeister Wolfgang Fischer. Die Wehren aus Waldsassen und Tirschenreuth waren mit ihren Drehleitern ausgerückt. Für die Drehleiter aus der Kreisstadt war es der erste große Einsatz.

"Der Aufbau hat gut geklappt, und auch die Zusammenarbeit mit den anderen Wehren hat gut funktioniert."

Kommandant Andreas Köhler

Zudem waren 31 Einsatzkräfte des Bayerischen Roten Kreuzes aus den Kreisverbänden Tirschenreuth, Wunsiedel und Weiden/Neustadt mit zwölf Einsatzfahrzeugen zum Unglücksort geeilt, ebenso das THW Marktredwitz, zwei Rettungswagen und ein Notarzt.

„Ich bin sehr zufrieden. Wir waren schnell vor Ort. Der Aufbau hat gut geklappt, und auch die Zusammenarbeit mit den anderen Wehren hat gut funktioniert“, zog Köhler am Vormittag eine Zwischenbilanz. Wegen der Glutnester hielt seine Wehr mit einer Gruppe und einem Löschfahrzeug noch bis zum Mittwochabend Brandwache.

Erst vor 15 Monaten gab es einen Großbrand in der Gemeinde Bad Neualbenreuth

Altmugl bei Bad Neualbenreuth

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