30.03.2020 - 11:55 Uhr
Bad NeualbenreuthOberpfalz

"Grüne Mitte" in Bad Neualbenreuth

Schon seit drei Jahren gehört der Marktgemeinde das ehemalige Raiffeisen-Areal. Der rund 5000 Quadratmeter große Bereich soll künftig neu genutzt werden. Die Beschlüsse dafür fasste kürzlich der Marktrat.

Im Gebäude des historischen Lagerhauses wird im Erdgeschoss ein öffentliches und barrierefreies WC eingebaut, im Obergeschoss soll der Archivar der Neualbenreuther Vereine unterkommen, so das Ziel der Marktgemeinde.
von Josef RosnerProfil

Auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien bezifferte Bürgermeister Klaus Meyer die Kosten vorsichtig mit rund 2,5 Millionen Euro. Schon seit längerer Zeit beschäftigt sich der Marktrat mit dem Areal. Der jetzt eingereichte Eingabeplan sieht vor, dass im Obergeschoss des historischen Lagerhauses Archivflächen für Vereine und Museen entstehen sollen.

Platz für Vereinsarchivarien

Das ist neu, denn früher sollten in den Räumlichkeiten Gewerbeflächen geschaffen werden. Bürgermeister Klaus Meyer informierte von einem Gespräch mit Regina Harrer von der Regierung der Oberpfalz. Dabei sei erklärt worden, dass erhebliche städtebauliche Zuschüsse wegfallen würden, wenn die Marktgemeinde weiterhin an der früheren Planung festhielte.

Meyer betonte, dass einige Vereine derzeit im Rathaus ihr Archiv untergebracht haben. Das Rathaus jedoch stößt an die Grenzen der räumlichen Kapazitäten. Mit der Neunutzung könnte die Situation verbessert werden: Sämtliche Archivarien der Vereine könnten dann an einem Ort aufbewahrt werden.

Freizeitpark

Das historische Lagerhaus soll barrierefrei zugängig und ein öffentliches WC errichtet werden. Während ins Obergeschoss das Vereinsarchiv kommt, soll im Untergeschoss Platz für die Utensilien der Vereine geschaffen werden. Auf dem Gelände rund um das ehemalige Lagerhaus soll in der Nähe des ehemaligen Dorfteichs eine Kneippanlage entstehen. Bürgermeister Klaus Meyer könnte sich dort gut einen kleinen Freizeitpark vorstellen, für Familien und Senioren. "Freizeitaktivitäten für alle Generationen lautet das Schlagwort", so der Bürgermeister. Zurzeit sind in der Lagerhalle Utensilien der Marktgemeinde aufbewahrt. Künftig könnte dort eine Bühne für öffentliche Veranstaltungen entstehen. Geschaffen werden soll eine Kulturscheune; Kurkonzerte im Herzen der Marktgemeinde seien ein Zukunftsmodell.

Bis zu 90 Prozent Förderung

Bürgermeister Klaus Meyer hofft, dass die Gemeinde für die Sanierung und Wiederbelebung des ehemaligen Lagerhauses mit bis zu 90 Prozent bezuschusst wird, für die Freizeitanlage erhofft er sich eine Förderung von 60 bis 70 Prozent. Noch heuer soll auf dem Gelände mit den Bauarbeiten begonnen werden. Als erstes sollen die drei Silos abgerissen werden. Bis 2022 sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein. Dann soll es dort eine "Grüne Dorfmitte" geben. In den Genuss sollen die Einwohner der Gemeinde wie alle Gäste kommen. Der Bürgermeister sprach von einer Aufwertung für den Badeort.

Noch sieht der künftige neue „Grüne Dorfmittelpunkt“ eher nach einer Lagerstätte aus.
Die drei Silos sollen als erstes abgebaut werden.
Aus dieser derzeit noch als Lagerfläche benutzten Halle soll eine Kulturscheune werden.
Im Blickpunkt:

Bürgermeister lobt besonnenes Verhalten

Bürgermeister Klaus Meyer stellte in der Sitzung des Marktrats das besonnene Verhalten der Neualbenreuther in der aktuellen Situation heraus. Das Leben verlaufe in geordneten Strukturen. Ausdrücklich dankte er den Lebensmittelgeschäften und den Selbstvermarktern in der Marktgemeinde. Schwieriger sei die Lage in den Gasthäusern. "Ich hoffe, dass wir aus dieser unvergleichbaren Krise rasch herauskommen und sich das Leben bald normalisiert." Dank galt dem Seniorenbüro mit Beate Ott, die mit vielen ehrenamtlichen Helfern aller Altersschichten einen wunderbar funktionierenden Einkaufsservice eingerichtet haben. "Wir werden dies zu gegebener Zeit entsprechend würdigen", kündigte Meyer an.

Aus dem Marktrat:

Neue Kfz-Werkstatt und Holzbaufertigungshalle

Der Marktrat stimmte dem Tekturplan von Daniel Schmeller bezüglich einer Nutzungsänderung zu. Dieser will eine bestehende Scheune zu einer Kfz-Werkstatt mit Büro umfunktionieren. Grünes Licht erhielt auch die Bauvoranfrage von Bernhard Frank für die Erweiterung seiner Zimmerei durch den Neubau einer Holzbaufertigungshalle. Laut Bürgermeister Klaus Meyer soll dort eine "Hightech-Fertigung für das Abbinden von Dachstühlen" entstehen.

Die Tagesordnungspunkte "Fair Trade in den Kommunen" und "Bäderbahn" vertagte das Gremium. Einstimmig billigten die Räte die Fortschreibung des Haushaltskonsolidierungskonzepts der Marktgemeinde, das Kämmerer Stefan Döllinger erarbeitet hat und das seit 2014 läuft. Darin fortgeschrieben wird, dass die Sitzungsgelder für den neuen Marktgemeinderat nicht erhöht werden. "Wir haben kaum noch Einsparungspotenzial", sagte der Bürgermeister.

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