24.11.2019 - 11:15 Uhr
BärnauOberpfalz

Alle Genussrechte sind verkauf

Das Projekt Ackerbürgerhaus ist bayernweit das erste, bei dem ein Bürgerfinanzierungsprojekt mit Genussrechten im Wert von 100.000 Euro verwirklicht werden konnte. Chef-Heimatunternehmer Alfred Wolf spricht von einer Sensation.

Alfred Wolf und Ida Petioka vor dem Ackerbürgerhaus. Ende kommenden Jahres soll die Sanierung abgeschlossen sein.
von Norbert Grüner Kontakt Profil

Vergleichbare Finanzierungen habe es laut Wolf bisher nur in der Landwirtschaft oder bei bedeutenden Unternehmen gegeben. Der Verein Ackerbürgerhaus freue sich, dass sich die Menschen so stark engagierten. 134 Leute, darunter viele Bärnauer, viele ehemalige Bärnauer, die jetzt in Bremen oder München leben und Bürger aus dem gesamten Landkreis seien beteiligt gewesen. Es seien viele Beträge in der Größenordnung 500 und 1000 Euro eingegangen.

Wolf bezeichnet diese Art der Eigenkapitalbeschaffung als „echten Erfolg“. Mit ihrem Vertrauen hätten sich die Bürger klar für dieses Mitmachhaus entschieden, das sie mit verwirklichen und entwickeln wollten. Nachdem das Eigenkapital stehe, laufe bereits der Antrag auf Städtebauförderung. Weitere 50 000 Euro bringe der Verein in Form von Eigenleistungen ein. Die Stadt Bärnau Kommunal GmbH ist mit 150 000 Euro dabei.

Die Gesamtkostenschätzung belaufe sich auf gut 1,9 Millionen Euro. Funktioniere alles weiterhin nach Plan, soll im Januar mit den Sanierungsarbeiten begonnen und nach einem Jahr Bauzeit das Ackerbürgerhaus seiner Bestimmung übergeben werden. Wolf erklärt, dass bereits weitere Bürgerfinanzierungen für Projekte im Landkreis geplant seien, etwa in Mähring im Zusammenhang mit dem Mühlenhof von Marco Eckert. „Als Heimatunternehmen wollen wir mit alternativen Modellen Projekte ermöglichen, die ansonsten verloren wären“, erklärt Wolf.

Um die Leute und deren Aktivitäten die bereits Heimatunternehmer sind, einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen wurde eine Broschüre mit 17 Heimatunternehmen im Landkreis Tirschenreuth herausgegeben. Das 24-seitige Geheft, das mit einer Auflage von 1500 Exemplaren gedruckt wurde, ist aber bei seinem Erscheinen schon wieder überholt. Es gebe nämlich schon wieder 11 neue Heimatunternehmen, somit aktuell also 28.

Die Broschüre mit Kurzbeschreibung, Fotos und Kontaktdaten der jeweiligen Heimatunternehmer werde vornehmlich an Unternehmen verschickt. Damit wolle man zeigen, „was es alles Tolles in unserem Landkreis gibt, von dem viele nichts, nichts genaues oder sogar falsches wissen“.

Ida Petioka Projektassistentin beim Pilotprojekt Heimatunternehmen Bayern hat die Infos für die Broschüre Heimatunternehmen Landkreis Tirschenreuth zusammengestellt.

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