16.10.2019 - 14:43 Uhr
BärnauOberpfalz

Weiter mit Archaeo-Centrum aufs Mittelalter bauen

Wie geht es weiter mit dem Archaeo-Centrum Bayern – Böhmen beim Geschichtspark in Bärnau? Da Ende des Jahres die Förderung für das Projekt ausläuft, sind die Verantwortlichen auf der Suche nach einer Nachfolgefinanzierung.

Wissenschaftlicher Leiter Stefan Wolters und Alfred Wolf (von rechts) überzeugten Europaminister Florian Herrmann (Dritter von links) und die Generalkonsulin der Tschechischen Republik, Kristina Larischová (links), vom Archaeo-Centrum und Bau der Reisestation Karl IV. Unterstützung kam durch Landtagsabgeordneten Tobias Reiß und Ikom-Vorsitzenden Roland Grillmeier (von links)
von Martin Maier Kontakt Profil

Damit Studenten, Wissenschaftler und Handwerker im Archaeo-Centrum und der damit verbunden Dauerbaustelle "Reisestation Karl IV." weiter arbeiten können, legen sich Stefan Wolters, wissenschaftlicher Leiter des Geschichtsparks, und Alfred Wolf, Vorsitzender des Vereins "Via Carolina - Goldene Straße" voll ins Zeug. Beim Politikerbesuch am Montag plädieren sie leidenschaftlich für eine Fortsetzung. Dabei kommt immer wieder die Rede auf das Alleinstellungsmerkmal des Projekts.

Vom Handwerk zur Historie

Aus München sind Europaminister Florian Herrmann und die Generalkonsulin der Tschechischen Republik, Kristina Larischová, angereist. Dabei sind auch viele regionale CSU-Mandatsträger. Wolters führt die Gäste zu der experimentellen Schaubaustelle. Dort bauen Handwerker die Reisestation Kaiser Karl IV. Zimmerer und Steinmetze werkeln, als der wissenschaftliche Leiter detailliert alles erklärt. Hinten raucht der Ofen und daneben bauen die Arbeiter die große Steinmauer weiter. Auch der mobile Kran nach mittelalterlichem Vorbild Marke Eigenbau ist im Einsatz. "Wir zeigen wie Handwerk entstanden ist. Wir haben festgestellt: Mit Handwerk kriegen wir sie alle, auch Leute, die sich nicht für Geschichte interessieren", erklärt Wolters. Er schätzt, dass es rund 20 Jahre dauern werde, bis die Reisestation errichtet ist. Danach nehmen die Gäste im Herbergsbau von 1261 Platz. "Es geht nichts über einen Ortstermin", zeigt sich Herrmann begeistert. Die Vieldimensionalität sei beeindruckend und das Projekt ein länger angelegter Prozess. "Ich habe verstanden, dass es ein Alleinstellungsmerkmal in Deutschland ist", erklärt der Minister. Er spricht von einem nachhaltigen wissenschaftlichen Projekt und hebt den grenzüberschreitenden Charakter hervor.

Darauf hat auch schon Alfred Wolf explizit hingewiesen. Im Geschichtspark sei alles paritätisch mit deutschen und tschechischen Mitarbeitern besetzt. Es seien über Jahre Freundschaften über die Grenze hinweg aufgebaut worden. "Momentan ist es ein Überlebenskampf", wird Wolf drastisch mit dem Blick auf die auslaufende Förderung für das Archaeo-Centrum. Er nehme daher auch die Staatsregierung in die Pflicht. "Wir sind ein verbindendes Element zwischen Bayern und Tschechien." Es gehe daher auch um Vertrauen. Der Staat müsse nun sagen, ob er das Projekt wolle oder nicht. "Geben Sie uns die Chance und das Vertrauen", wirbt Wolf direkt um die Unterstützung des Europaministers.

Kräfte bündeln

"Mit dem Archaeo-Centrum muss es weitergehen. Da müssen wir alle Kräfte bündeln, unabhängig von Zuständigkeiten", stellt Herrmann fest. Ihm falle kein Grund ein, es nicht zu machen. "Das ist mir heute deutlich geworden." Auch Kristina Larischová sieht das so: "Es ist uns klar geworden, dass das Projekt viel Potenzial hat und dass man Planungssicherheit braucht."

Sie verspricht, alles zu tun, damit die Zuständigen im Prager Bildungsministerium ihren Blick nach Bärnau richten. Allerdings schränkt die Generalkonsulin ein, dass dies nicht einfach werde. "Das ist ein Langlauf." Für Landtagsabgeordneten Tobias Reiß sind dies alles gute Zeichen. Er werde mit dem Thema den Verantwortlichen in München weiterhin in den Ohren liegen.

Hintergrund:

Ikom-Vorsitzender Roland Grillmeier zählte neben der Zukunft des Archaeo-Centrums Bayern - Böhmen noch weitere grenzüberschreitende Themen auf, die man mit Europaminister Florian Herrmann und Generalkonsulin Kristina Larischová besprochen hatte. Dazu zählte auch das gemeinsame Oberzentrum Waldsassen-Eger. Zudem sei die grenzüberschreitende Koordinierungsstelle für den Landkreis Tirschenreuth auf der Agenda gestanden. "Wir sind auf der Suche nach Fördermöglichkeiten über das Heimatministerium. Das ist aber nicht so einfach", bekannte Grillmeier.

Die Gäste bekamen auch praktische Vorführungen.
Die Gäste bekamen auch praktische Vorführungen.
Prost auf ein gutes Gespräch: (von links) Wissenschaftlicher Leiter Stefan Wolters, Alfred Wolf, Bürgermeister Alfred Stier, Generalkonsulin der Tschechischen Republik, Kristina Larischová, Europaminister Florian Herrmann, Ikom-Vorsitzender Roland Grillmeier und Landtagsabgeordneter Tobias Reiß.

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