26.12.2019 - 10:00 Uhr
BärnauOberpfalz

"Bärnauerisch ist fast wie Englisch"

Seinem Vater gehörte einst der "Bären-Wirt" in Bärnau. Dort wird aber schon längst kein Bier mehr ausgeschenkt. Heute ist es ein Haus für viele Generationen. Und das hatte am Wochenende einen ganz besonderen Gast.

Kommunal-GmbH Geschäftsführer Christian Grödl, Bürgermeister Alfred Stier, Siegfried Thoma aus Amerika, Hausmeister Lothar Wameser und Helmut Thoma (von links) vor dem Mehrgenerationenhaus "Schwarzer Bär" in Bärnau.
von Susanne Forster Kontakt Profil

Er flog aus Amerika ein, um kurz vor Weihnachten zu seinen Wurzeln zurückzukehren. Die Rede ist von Siegfried Thoma. Sein Vater, Matthias Thoma, war einige Zeit Inhaber des Gasthofs "Schwarzer Bär". Dort erinnert heute kaum noch etwas an den Gasthof. Er wurde durch die Stadt Bärnau Kommunal GmbH zum Mehrgenerationenhaus umgebaut.

Nun, rund zwei Monate nach der offiziellen Einweihung, kam der Sohn des ehemaligen Gasthofbesitzers zu Besuch in die Knopfstadt. Mit dabei war auch sein Cousin Helmut Thoma. Beide haben in dem Anwesen viel gemeinsame Zeit in der Kindheit verbracht, erinnerten sich die zwei. Und auch daran, dass das Gebäude damals zweigeteilt gewesen war: Die dem Marktplatz zugewandte Seite beherbergte den Gasthof, im hinteren Teil des Gebäudes befand sich eine Landwirtschaft, die im Besitz von Helmut Thomas Vater war.

Familie in Amerika

Schon Geschwister von Siegfrieds Mutter Margarete wanderten in den 1960er Jahren nach Amerika aus, erzählte Helmut Thoma. Bald darauf seien auch Siegfrieds Großmutter und ihr Sohn gefolgt. Am 19. August 1974 machten sich schließlich auch Siegfried mit seinen Eltern und dem Bruder auf den Weg nach Amerika. Sein Vater Matthias Thoma hatte den "Bären-Wirt" zuvor verkauft.

Siegfried Thoma lebt heute in Portland, einer Stadt im Bundesstaat Oregon, zusammen mit seiner Frau Marie und seinen vier Kindern. Seine Gattin hat er vor 21 Jahren dort kennengelernt, seit 20 Jahren sind sie verheiratet. Der ehemalige Bärnauer ist Unternehmer. Er erklärte, dass er 2002 in Amerika angefangen habe, ein Sägewerk-Unternehmen von Null aufzubauen. Mittlerweile hat der ehemalige Bärnauer 50 Mitarbeiter und ist auch beruflich öfter mal in Deutschland.

Siegfried Thoma, Bürgermeister Alfred Stier, Hausmeister Lothar Wameser und Helmut Thoma (von links).

Wunsch erfüllt sich

Stadtoberhaupt Alfred Stier, Christian Grödl, Geschäftsführer der Kommunal GmbH, und Hausmeister Lothar Wameser führten Siegfried Thoma und seinem Cousin durch den ehemaligen Gasthof.

"Bärnauerisch ist fast wie Englisch", scherzte der Wahl-Amerikaner, als er die ersten Worte mit Bürgermeister Stier wechselte. "Das war früher die Bar", wusste der Wirts-Sohn, als er den ersten Raum betrat. Beim Plausch im Innenhof erinnerte er sich an so manch feierliche Stunden, von denen es damals im Gasthof einige gegeben habe.

Den Umbau des Hauses fand Siegfried Thoma ganz toll. "Es hat die richtige Verwendung für die Bevölkerung", freute er sich. Auch Helmut Thoma erinnert sich, etwa an seine Großmutter. Zu Lebzeiten habe sie sich gewünscht, dass die Stadt aus dem Haus eine Einrichtung für betreutes Wohnen mache. Nach der Besichtigung ging es am selben Tag für den ehemaligen Bärnauer Siegfried Thoma wieder zurück nach Portland.

Im Oktober wurde der "Schwarze Bär" eingeweiht:

Bärnau
Helmut Thoma, Hausmeister Lothar Wameser, Kommunal-GmbH-Geschäftsführer Christian Grödl, Siegfried Thoma aus Amerika und Bürgermeister Alfred Stier (von links).

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