Vor knapp zehn Jahren war Alfred Stier angetreten, um für Veränderungen zu sorgen. Heute feiert er Geburtstag und kann dabei auch eine positive Bilanz ziehen.
Weg vom fest angestellten Bürgermeister, hin zu einer dynamischen Verwaltung und vor allem hin zu neuen Ideen in den kommunalen Strukturen, lautete der Ansatz vor zehn Jahren, nachdem Peter Hampel seine Amtszeit aus gesundheitlichen Gründen abbrechen musste. Und der neue Chef im Rathaus kann nicht allzu viel falsch gemacht haben. Immerhin wurde Stier bei der regulären Wahl im März 2014 im Amt bestätigt und konnte seinen Sessel im Rathaus auch vergangenes Jahr gegen zwei Kandidaten verteidigen.
Allzeit erreichbar
Dabei ist für den Unternehmer Stier der Stuhl im Rathaus nicht das anvisierte Ziel. Der aktive Macher ist auch in seinem "Ehrenamt" viel unterwegs und dank moderner Kommunikationstechnik eben allzeit erreichbar. Umsonst gibt es die Leistung und den Einsatz nicht. Alfred Stier fehlt es an Selbstbewusstsein nicht. "Ich bin jeden Cent wert", beschreibt er seine Arbeit. Und die kann sich sehen lassen. Viele Projekte und Neuerungen hat Alfred Stier in seinen vergangenen Amtsjahren auf den Weg gebracht, ohne die Stadtfinanzen zu überlasten: Turnhallensanierung, die Modernisierung der Schule, umfassende Straßenbauten, das Hackschnitzelheizwerk oder das Mehrgenerationenhaus am Marktplatz.
Besonders aber die Realisierung der "Stadt Bärnau Kommunal GmbH" schreibt sich Stier auf die Fahnen. Moderne Strukturen, die auch neue Wege für die Finanzierung von Projekten eröffnen. Und eben halt mehr am unternehmerischen Denken ausgerichtet sind. Zu den aktuellen Erfolgen gehört die Betriebsansiedlung der Ziegler-Group.
An Ideen mangelt es dem gebürtigen Bärnauer nicht. Dabei sind nicht alle Visionen völlig frei von Kanten. Die Umgestaltung des Sanierungsfalls Hallenbad zum Bauhof etwa, ist ein erstaunlicher Schritt. Dafür kann Stier nicht alle begeistern. Dennoch ist der Fischwirtschaftsmeister überzeugt, den richtigen Weg zu gehen. Überhaupt ist Stier nahezu unerschütterlich in seiner Haltung, wenn auch nicht unbelehrbar. Diskussionen weicht der Unternehmer nicht aus; ja, mitunter stößt er sie auch entsprechend an. Und selbstverständlich lässt Stier auch alle Meinungen gelten. Doch macht er stets auch klar, dass seine Vorstellungen wohldurchdacht sind. Damit ist die politische Landschaft in Bärnau ein steiniger Acker, der aber am Ende immer wieder erstaunliche Früchte hervorbringt. Und Alfred Stier hat daran seinen Anteil.
Berufliches Wissen gefragt
Seinen beruflichen Weg hat Stier schon früh in Richtung der Fischwirtschaft ausgerichtet. Nach der Ausbildung zum Fischwirt, verschiedenen Stationen im In- und Ausland und der Prüfung zum Fischwirtschaftsmeister hat der junge Mann ein namhaftes Unternehmen ausgebaut, mit Standorten weit über die Oberpfalz hinaus. Mittlerweile hat er eine Reihe von Betriebszweigen geschaffen, mit denen er nicht nur auf die aktuellen Anforderungen reagiert, sondern auch neue Trends an der Spitze mit begleitet und gestaltet. Die Talente hat auch der Landesfischereiverband Bayern erkannt, in dem Alfred Stier seit 2008 Vizepräsident für die Berufsfischerei ist. Daneben nimmt der seit 1990 in Thanhausen lebende Fischereiexperte auch noch viele andere Aufgaben in Fachgremien wahr.
Rückhalt der Familie
Selbstredend hat Alfred Stier auch sein Ohr am Puls der Vereine. Eine lange Liste an Mitgliedschaften in diversen Vereinen stellt das sicher. Und neben der Tätigkeit in seiner Fischzucht oder für die Stadt findet Stier auch Zeit für die Sorgen der Mitglieder. Das alles lässt sich nur mit dem entsprechenden Rückhalt der Familie machen. Ehefrau Martina und die vier Kinder bieten hier die nötige Unterstützung.
Die braucht Alfred Stier auch, denn an großen Herausforderungen mangelt es nicht. Die ärztliche Versorgung in der Region gehört dazu, ein modernes Wohnprojekt im Senestrey-Haus und natürlich die Zukunft der Silberhütte verlangen weiterhin ein motiviertes Handeln. Dafür muss Alfred Stier den Stadtrat begeistern und auch überzeugen. Einer Aufgabe, der er sich wohl auch mit seinen 60 Jahren durchaus gewachsen sieht.
Heute steht der berufliche Alltag eher im Hintergrund, wenn auch Alfred Stier das Rathaus nicht meiden wird. Corona aber wird große Feiern nicht erlauben. Glückwünsche wird der Jubilar viele entgegennehmen können, wenn auch nicht verbunden mit anerkennendem Schulterklopfen. Was dem einen oder anderen nicht ungelegen kommt. Denn wen Alfred Stier einmal im Griff hat, den lässt er erst wieder los, bis er ihn restlos von seinen Ideen überzeugen kann.















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