13.06.2019 - 16:24 Uhr
BärnauOberpfalz

Brandner korrigiert die Zukunft

Nach "Der Brandner Kaspar und das ewig' Leben" im vergangenen Jahr, knüpft der Festspielverein heuer nahtlos mit dem zweiten Teil an. "Der Brandner Kaspar kehrt zurück" ist ab 5. Juli vier Mal auf der Freilichtbühne zu sehen.

Ganz ohne Stückbuch geht es noch nicht. Von links: Caroline Ghanipour, Maria Freundl und Hermann Fischer.
von Norbert Grüner Kontakt Profil

Das Stück aus der Feder von Wolfgang Maria Bauer, Oberspielleiter am Landestheater Niederbayern, hätte zu keinem besseren Zeitpunkt erscheinen können. Es sind die selben Schauspieler in den tragenden Rollen dabei, die Kostüme sind gleich und die Bühne ist fast identisch mit der im Vorjahr. Ein Glücksfall. "Ich glaube, wir sind die Zweiten, die das spielen, nach der Uraufführung im Vorjahr am Landestheater Niederbayern", sagt Caroline Ghanipour, die das Stück in Bärnau inszeniert und hier auch Regie führt.

Die Geschichte beginnt sieben Jahre nach dem Tod des Brandner Kaspars. Im Himmel kriegt er zufällig mit, wie dem Flori, der in Geldnöten steckt, von einem Kleingangster, der möglicherweise der Teufel ist, man weiß es aber nicht genau, ein Einbruchdiebstahl schmackhaft gemacht wird. Im Himmel gibt es Zeitungen, die aus der Zukunft berichten. Darin liest der Brandner, dass die ältere Dame, bei der eingebrochen werden soll, dabei ums Leben kommt. Eigentlich sollte sie nur ihres Vermögens beraubt werden. Aber dabei passiert der tödliche Unfall.

Kerschgeist und Karten

Der Brandner muss handeln, muss hinunter auf die Erde, um die Zukunft seiner Familie zurechtzurücken. Dazu braucht er die Hilfe des Boandlkramers (Maria Freundl). Abermals gilt es den Tod zu überlisten. Der Kerschgeist ist dabei schon wieder ein Lockmittel. Der Genuss geht aber diesmal ohne Rausch aus. Auch das Kartenspielen, das der Boandlkramer jetzt viel besser beherrscht, spielt im zweiten Teil eine Rolle. Einiges aus Teil Eins werde immer wieder aufgegriffen oder erwähnt, so dass, sollte es da wirklich jemanden geben, der den "Brandner Kaspar und das ewig' Leben" nicht kennt, dem Stück folgen kann.

Längst sind Flori (Christian Ott) und Marei Jasmin Knott) verheiratet und ihr viertes Kind ist unterwegs. Auch der Portner ist im Himmel wieder dabei und es gibt neue Figuren bei den neun größeren und vielen kleineren Rollen, zum Beispiel das Einbruchsopfer, Agatha Senftl, Witwe des Bürgermeisters Senftl. "Von 8 bis 80 Jahren ist alles dabei", sagt Caroline Ghanipour.

Die Regisseurin resümiert: "Das Stück ist ein bisschen existenziell traurig, hat aber auch sehr viele lustige Szenen. Es gibt sogar einen Engel, der sich in eine Sterbliche verliebt und der alles daransetzt, dass sie zu ihm in den Himmel kommt.

Proben seit Mai

Seit Mai reist die Regisseurin an jedem Wochenende aus Augsburg an, um mit ihrer Truppe fleißig zu proben. Die letzte Woche vor der Premiere bleibt Ghanipour hier, um jeden Tag zu üben. Nachdem fast alle Orte identisch zum ersten Teil sind, ist auch das Bühnenbild fast das gleiche geblieben.

Es gibt lediglich ein paar zusätzliche Räume, wie die Dachkammer, in der Flori wohnt, ein Meldeamt im Himmel oder die Villa der Witwe Senftl, die beklaut werden soll. Ghanipour verspricht auch mehr Wechsel als im Vorjahr. "Vom Stil her wird alles wieder relativ schlicht und abstrakt sein. Ich versuche, mit wenigen Mitteln verschiedene Räume darzustellen, ohne dass man viel umbauen muss. Es ist schon sehr spannend, weil Teil zwei von etwas immer schwieriger ist, und umso mehr, wenn Teil eins ein Riesenerfolg war."

Großer Druck

"Da ist der Druck jetzt schon ziemlich groß, da ist nix mit Entspannen. Zudem will sich der Autor unsere Premiere ansehen." Ghanipour hat im Vorjahr die Uraufführung des zweiten Teils gesehen, den sie als pointenreich und witzig beschreibt und bei dem auch das Fortsetzen der Figuren sehr gut gelungen sei - "eine schlüssige Version, wie es weitergehen kann."Video www.onetz.de/2755413

Der Boandlkramer (Maria Freundl) und der Brandner auf dem Wagen, mit dem der Tod normalerweise seine Kundschaft abholt, auf dem Weg hinab zur Erde durch schwarze Löcher, vorbei an Planeten und anderen Himmelskörpern.

Ich glaube, wir sind die Zweiten, die das spielen, nach der Uraufführung im vergangenen Jahr.

Regisseurin Caroline Ghanipour

Regisseurin Caroline Ghanipour

Information:

Termine und Preise

Termine: Premiere, Freitag, 5.7, 20.30 Uhr. Weitere Aufführungen: Samstag, 6.7., Freitag, 12.7. und Samstag, 13.7., jeweils um 20.30 Uhr. Einlass ab 19 Uhr. Karten gibt es im Internet und den bekannten Vorverkaufsstellen.

Eintrittspreise: Erwachsene: 12 Euro, Schwerbeschädigte, Schüler, Studenten und Kinder bis 6 Jahre: 8 Euro. (tr)

Hintergrund:

Vor und hinter den Kulissen

Boandlkramer (Maria Freundl), Brandner Kaspar (Hermann Fischer), Flori (Christian Ott), Marei (Jasmin Knott), Kleingangster (Sigmund Mages), Der heilige Portner (Franz Langner), Nantwein (Rainer Schmidkonz), Agatha Senftl (Nicole Zeitler), Pfarrer (Christian Zeitler), Kinder von Marei (Lena Gleißner, Magdalena Schmidkonz, Jasmin Schmidkonz), Engel vom Amt (Gabi Härtl), Engeler (Jana Götz, Sandra Schwamberger, Anja Gradl, Magdalena Zintl, Lisa Hutzler, Sophia Schmid, Franzi Göhl, Eric Grödl) Volk (Renate Bartonitschek, Bernhard Häring), Regie (Caroline Ghanipour), Regieassistenz (Hanna Konrad), Souffleusen (Claudia Schwägerl und Hanna Konrad), Maske (Nicole Zwerenz).

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