07.02.2020 - 16:15 Uhr
BärnauOberpfalz

Erinnerungen an die Grenzöffnung im Landkreis Tirschenreuth

In diesem Jahr gibt es einen wichtigen Jahrestag zu feiern. Vor 30 Jahren sind die Grenzübergänge nach Tschechien wieder geöffnet worden. Dazu sind verschiedene Aktivitäten geplant. Auch die Museen der Region haben etwas vor.

Unter Anleitung von Philip Reich setzen die Schülerinnen der Mädchenrealschule die Zeitzeugen gekonnt in Szene.
von Redaktion ONETZProfil

Heute ist es ganz selbstverständlich, über Mähring, Bärnau oder Waldsassen nach Tschechien zu fahren. Bis auf einige Hinweisschilder bekommt man den Grenzübertritt oft kaum mit. Was heute schon wieder normal ist, war vor 30 Jahren ein Glücksfall und hat die ganze Region bewegt.

Viele Feierlichkeiten

Museumsleiter Hans Müller erzählte eindrücklich von den Grenzanlagen. Er betreut das Museum ehrenamtlich.

Aus diesem Anlass finden in diesem Jahr viele Feierlichkeiten statt. Auch die Museen im Grenzraum beteiligen sich mit einer Sonderausstellung daran. Unter dem Thema "Wir sind wieder Nachbarn! - Erinnerungen an 30 Jahre Grenzöffnung" wird eine zweisprachige Schau in mehreren Orten in Deutschland und Tschechien zu sehen sein.

Unterstützung bei der Vorbereitung der Schau gibt es von den Schülern der Mädchenrealschule Waldsassen und der Základní skola Úsovice (Ortsteil von Mariánské Lázně/Marienbad). Zum Auftakt gab der Museumsleiter des Gelebten Museums Mähring, Franz Schöner, einen Einblick in das Leben mit und an der Grenze. Eine Führung im ehemaligen Grenzschutzgebäude Slatina (Tři Sekery/Dreihacken) zeigte deutlich, wie ausgeklügelte Sicherheitsmaßnahmen eine Flucht aus der damaligen Tschechoslowakei fast unmöglich machten. Franz Schöner betonte, "wie froh wir heute sein können, in einem geeinten Europa zu leben".

Die Eindrücke des ersten Tages wurden am nächsten Tag im Geschichtspark Bärnau-Tachov weiter vertieft. Herz der Sonderausstellung sollen Interviews mit deutschen und tschechischen Zeitzeugen werden, die sich an ihr Leben mit und ohne Eisernen Vorhang, erste Begegnungen und besondere Begebenheiten erinnern. Geführt haben diese Gespräche die Schüler unter professioneller Anleitung von Gabriela Paetzolt und Philipp Reich vom Jugendmedienzentrum T 1. Nach einer technischen Einführung in Kamera, Ton und Licht hielten sie die eindrücklichen Geschichten der Zeitzeugen fest.

Nächstes Treffen schon geplant

Noch ein weiteres Mal kommen die Beteiligten in zwei Wochen im Geschichtspark Bärnau-Tachov zusammen. Das Videomaterial muss noch geschnitten und für die Ausstellung vorbereitet werden.

Das spannende Projekt wird von den Museen im Landkreis Tirschenreuth, die in Grenznähe liegen, gemeinsam umgesetzt. Dazu gehören das Stiftlandmuseum Waldsassen, der Sengerhof in Bad Neualbenreuth, das Gelebte Museum in Mähring, das Knopfmuseum und der Geschichtspark in Bärnau. Federführend ist dabei die Museumsstelle der Interkommunalen Zusammenarbeit (Ikom) Stiftland tätig.

Interessiert lauschen die tschechischen Schüler den Ausführungen der Zeitzeugin.
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