12.08.2019 - 15:09 Uhr
BärnauOberpfalz

Fernab der Hektik

"Wisst´s wou mei Hoamat is", fragen die Raith-Schwestern und der Blaimer. Gefühlvolle Lieder erinnern an die Kindheit von Susi und Tanja Raith, gemischt mit Schauergeschichten aus der Oberpfalz, gelesen von Andi Blaimer.

Susi, Tanja und Andi alias "D'Raith-Schwestern und da Blaimer".
von Redaktion ONETZProfil
Susi und Tanja Raith – können auch ganz gefühlvoll. Die Lieder erinnern an die Kindheit der Schwestern.
Andi alias "Da Blaimer" liest alte Schauergeschichten aus der Oberpfalz.
"Da Blaimer" sorgt mit seinen Sprüchen für gute Stimmung.
Ohne viel Schnickschnack präsentieren sich die vier Musiker auf der Freilichtbühne.
Viel Applaus am Ende des Konzerts.
Susi und Tanja Raith, Andi Blaimer und Robert Bischoff bedanken sich beim Publikum.

Fluglärm, Motorradbrummen, klappernde Stöckelschuhe auf Asphalt - plötzlich fällt eine Autotüre zu. Danach sind Vogelgezwitscher und rauschende Bäume zu hören. Eine Eröffnung des Programms "Wisst´s wou mei Hoamat ist", die vermuten lässt, was die Raith-Schwestern ihren Zuhörern näher bringen wollen: Das Gefühl der Heimat, fernab von der lauten, hektischen Stadt. "Da Blaimer" eröffnete das Konzert mit sanften Klängen, begleitet wird er von Robert Bischoff am Kontrabass. Susi und Tanja Raith betreten die Bühne und stimmen mit ruhigen Tönen die Besucher auf den eineinhalbstündigen Auftritt auf der Freilichtbühne im Klostergarten ein.

Fotos aus der Heimat

Inspiriert hat die beiden Schwestern deren Kindheit, erzählen sie. Bei Heimatabenden in Roding wurden Volkslieder gesungen, die sie nie vergessen haben. Gemischt mit Liedern aus Kindertagen, die Mutter Monika den insgesamt vier Raith-Geschwistern vorsang, entstand das Programm, das Susi und Tanja ihren Eltern gewidmet haben. Und auch Tanjas Mann Andi alias "Da Blaimer" ließ Erinnerungen an die Oberpfalz mit einfließen. Er stöberte in Archiven nach alten Geschichten aus dem Oberpfälzer Land - und wurde fündig. Mit Schauergeschichten aus vergangenen Tagen komplettiert er das Programm, die er in komischer Manier dem Publikum vorträgt und durch phonetische Einlagen zusätzlich untermalt. Im Hintergrund werden Fotos aus der Heimat an eine Leinwand projiziert. Das Konzert führt durch die vier Jahreszeiten und die Bilder wechseln passend zur jeweiligen Saison, die entsprechend besungen wird. Es seien Lieder über den Lebenskreislauf, so Tanja Raith. Die Lieder handeln vom bayerischen Wald, dem eine Liebeserklärung gemacht wird, über ein "Spinnradl" oder ein "Waldvogerl". "A dreiviertl Johr Winter, a viertl Johr kolt", singen sie über einen alten Spruch über den heimatlichen Forst.

Lieder vom harten Leben

Die Stimmung der Lieder hält sich überwiegend melancholisch. "Die Lieder erinnern ans Überleben, ans harte Leben von damals und die oame Stoapfalz'", erinnert sich Tanja, die zu jedem Stück eine Geschichte parat hat. Sie führt die Gäste nicht nur durch den Abend, sondern gewährt auch private Einblicke in das Familienleben und lässt die Zuhörer erahnen, wie prägend die Musik für die beiden Schwestern schon seit Kindesalter ist. "Die Lieder machen was mit uns", erklärt sie. Als "Erdung" und "Verbindung mit den Ahnen", beschreibt Tanja Raith das Gefühl, das sie und ihre Schwester Susi mit den Stücken verbindet. Die Musik solle bei diesem Programm im Vordergrund stehen, so die Musikerin. Deshalb haben sie darauf verzichtet, sich in Tracht zu kleiden, erklärt sie.

Mehrere Zugaben

Als Tanja das letzte Stück des Abends mit dem Titel "Wisst´s wou mei Hoamat is", gleichnamig dem Programm, ankündigt, ist aus dem Zuschauerraum ein "Ooh" zu hören. Ein Zeichen dafür, dass den Gästen der Abend gefallen hat. Deshalb gab es am Ende des Konzerts neben kräftigem Applaus auch den Wunsch nach einer Zugabe. Die Schwestern sangen zum Abschied eine "Waldarie", die sie ihrer Mutter Monika gewidmet haben, ehe sie von Organisator Stefan Ockl, der zugleich das Ende der Freilichtbühnen-Saison verkündete, verabschiedet wurden.

Er konnte dank der Unterstützung des Publikums sogar noch eine weitere Zugabe erwirken. Nachdem die Künstler noch einmal das Lied über den bayerischen Wald "Mia wiss ma koa Fleckerl, wos scheena kannt sei" zum Besten gaben, verabschiedeten sie sich vom Publikum und bedankten sich für die positive Resonanz für ihr Programm, das "a bissl anders is".

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