Bärnau
03.08.2021 - 10:00 Uhr

Große Wiedersehensfreude beim Jakobifest in Bruck am Hammer

Teils von weit her waren ehemaliger Brucker und deren Nachkommen angereist, um beim Jakobifest im tschechischen Bruck am Hammer dabei zu sein. Dort gab es auch Fresken von Maurus Fuchs zu bewundern.

Das Deckenfresko über der Orgel in der Jakobuskirche stammt vom Tirschenreuther Kirchenmaler Maurus Fuchs. Es zeigt die „Enthauptung des Hl. Apostel Jakobus“. Eine Besonderheit ist der seltsam dreinblickende Schimmel. Bild: Ingrid Leser/exb
Das Deckenfresko über der Orgel in der Jakobuskirche stammt vom Tirschenreuther Kirchenmaler Maurus Fuchs. Es zeigt die „Enthauptung des Hl. Apostel Jakobus“. Eine Besonderheit ist der seltsam dreinblickende Schimmel.

Aus Traunstein, München, Landshut, Donauwörth, Fürth, Berlin, Erlangen und aus dem angrenzenden Landkreis Tirschenreuth waren ehemalige Brucker Einwohner oder deren Nachkommen zum 31. Jakobifest vergangenen Freitag nach Bruck am Hammer/Brod nad Tichou gekommen. Der Festtag begann mit einem Gottesdienst in der Jakobikirche, anschließend gab es ein gemütliches Beisammensein bei Kaffee, Kuchen und Brotzeit.

Pfarrer Siegfried Wölfel, Ruhestandsgeistlicher in Friedenfels, zelebrierte gemeinsam mit Pfarrer Jaroslav Šašek aus Plan den Gottesdienst. Šašek feierte die Messe zum 16. und letzten Mal als Ortspriester mit, denn am 1. August trat er seine neue Pfarrstelle in Eger an. Dort betreut er die Filialkirchen, zudem hat er dann für seine Tätigkeit als Gefängnisseelsorger in Königsberg nicht mehr so weit zu fahren.

Kerze als Geschenk zum Abschied

Eine Gruppe junger Frauen gestaltete mit Orgel, Querflöte und Gesang den Gottesdienst mit neuen geistlichen Liedern. Ingrid Leser übernahm die Lesung auf Deutsch, Renata Sicha dann auf Tschechisch. Pfarrer Wölfel ging in seiner Predigt auf das Leben und den Märtyrertod des heiligen Jakobus ein, der als Patron der Pilger und aller Menschen, die unterwegs sind, gilt. Wölfl verwies auf die Vertriebenen, die ja auch unterwegs sein mussten und in eine völlig ungewisse Zukunft in ein fremdes Land gingen. "Es war der tiefe Glaube, der den Menschen damals Mut gab für einen Neuanfang, wenn er sehr schwer war", sagte Wölfel. Nach dem Gottesdienst bedankten sich Pfarrer Wölfel, Brucks Bürgermeister Erik Mara und Ingrid Leser von der Interessengemeinschaft Bruck bei Pfarrer Šašek für die 15 Jahre lange Betreuung des Jakobifest. Leser überreichte eine Kerze mit dem Bild der Altöttinger Madonna, die Sabine Stier gefertigt hat.

Deckenfresko von Maurus Fuchs

Anschließend gab es in der Jakobuskirche noch eine Erklärung zu den Deckenfresken, die der Tirschenreuther Kirchenmaler Maurus Fuchs geschaffen hat. Das Fresko über der Orgel zeigt die "Enthauptung des Hl. Apostel Jakobus". Dort ist ein eigenartig dreinblickender Schimmel dargestellt, der typisch für Maurus Fuchs ist. Dazu wusste Ingrid Leser: "Wenn in Bruck jemand etwas betrübt drein schaute, hieß es: ,Heut schaust owa wöi da Schimmel aaf da Orgl'."

Dann gedachten die Gläubigen am Friedhof den Toten, bevor es zum Mittagessen ins Gasthaus ging. Da das Gasthaus keinen Pächter mehr hat, bereiteten die Brucker Frauen alles vor. Es gab typisch böhmisches Essen, wie Schweinebraten mit Kraut und Knödel oder Schnitzel mit böhmischen Kartoffelsalat. Als Nachspeise durften die böhmischen Kolatschn (Kuchen) nicht fehlen. Bis zum Nachmittag gab es angeregte Gespräche, immerhin hatte man sich über ein Jahr nicht gesehen. Für die kurzfristige Organisation des Festes wurde Ingrid Leser einen Blumenstrauß überreicht.

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Tirschenreuth09.07.2021
Ingrid Leser von der Interessengemeinschaft Bruck überreichte Pfarrer Šašek zum Abschied eine Kerze. Bild: exb
Ingrid Leser von der Interessengemeinschaft Bruck überreichte Pfarrer Šašek zum Abschied eine Kerze.
Bürgermeister Erik Mara bei der Begrüßung der Gäste. Bild: exb
Bürgermeister Erik Mara bei der Begrüßung der Gäste.
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