11.09.2018 - 14:02 Uhr
BärnauOberpfalz

"Harry Potter" aus Bärnau

Zauberer Marco Knott mag nicht ganz so geheimnisvoll wie Harry Potter sein. Aber er hat's drauf. Wenn er zaubert, glänzen Kinderaugen. Und das soll jetzt öfter passieren im Landkreis, denn der gebürtiger Bärnauer ist wieder Zuhause.

von Ulla Britta BaumerProfil

Marco Knott wollte seinen großen Auftritt wie geplant als Zauberer im Schlosstheater absolvieren, im alten Bärnauer Kino, in dem er aufgewachsen ist. Der 35-Jährige ist der Enkel des einstigen Kinobetreibers Josef Fehr. Aber dann kam alles anders. Der Andrang auf seine Show am Festwochenende zum Bärnauer Stadtjubiläum war so groß, dass Knott seinen Zauberkoffer gleich draußen vor dem Portal des Lichtspielhauses auspacken musste. Auch da wurde es teils richtig eng und die Bärnauer kamen vorerst um den Genuss, das legendäre Kino zu besichtigen.

Lässige Zauberei

Das Interesse am Gebäude ist reichlich gestiegen: Das ehemalige Lichtspielhaus soll als Zauberer-Eventbühne wiederbelebt werden. Und so etwas wäre in der Region ziemlich einmalig. "Anfang Oktober geht's los mit den Umbauarbeiten", erzählt Knott. Schon allein deshalb hätten die Erwachsenen gerne das Innenleben des Schlosstheaters gesehen. Die Kindern dagegen waren viel neugieriger auf den Magier.

Viel braucht so ein Zauberer nicht, um Kinder glücklich zu machen. Spielkarten, ein Seil, Luftballons für Luftballon-Tiere, einen Ring und Geldscheine zauberte Knott aus dem Zauberkasten oder seiner Westentasche. Dieser Hokuspokus des geübten Magiers versetzte auch Erwachsene ins Staunen. Dicht gedrängt standen die Zuschauer gespannt vor Marcos Zaubertisch. "Dann zaubere ich mal", sagte Knott ganz entspannt und lässig.

Zuschauer assistieren

Für den ersten Trick benötigte er lediglich einen Kugelschreiber. Knott malte Renate, einer Zuschauerin, ein kleines Kreuz auf die Hand. Dann bat er sie um ihre Hand und "nahm" ihr das Kreuzchen mit seinen Fingerspitzen wieder weg. Wenig später hielt Gisela ihre Hand hoch: Ganz ohne Stift hat Marco ihr das Kreuzchen von Renate auf die Handinnenfläche gezaubert. Zaubertrick Nummer zwei erforderte viel Vertrauen. Ein Zuschauer sollte Knott 20 Euro leihen. Der Magier wechselte den Schein in zwei Zehner, ohne ihn aus der Hand zu geben.

Jetzt wollten die Kinder mitmachen. Knott ließ die Buben und Mädchen einen in sich geschlossenen Strick halten, aus dem er einen Reifen holte, ohne das Seil zu zerschneiden. Groß war die Begeisterung, als er seinen Spielkarten-Trick preisgab. Nach einer kurzen Pause ging's gleich weiter mit der Zauberei, denn schon wollten die nächsten Kinder und Erwachsenen die zweite Aufführung des "Jubiläumszaubers" erleben und sehen welche coolen Tricks der neue "Harry Potter" der Knopfstadt Bärnau drauf hat.

Europaweit unterwegs

Knott zaubert seit über 20 Jahren und ist damit seit 16 Jahren im In- und Ausland unterwegs. Mit seiner Zaubershow gastiert er in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien und Spanien. Das funktioniert gut, so dass sich Knott vor zehn Jahren mit der Firma "Exclusiv Magic Entertainment" als professioneller Zauberkünstler selbstständig gemacht hat. Der in Bärnau aufgewachsene Prozessingenieur hat in Großkonreuth Elektroinstallateur gelernt. Danach machte er bei der Bundeswehr seinen Meister zum Elektrotechniker, studierte in München Wirtschaftsingenieurwesen und arbeitete in Nürnberg.

Umbauprojekt vorstellen

Vor einem halben Jahr kehrte er nach Bärnau zurück, wo seine Familie lebt. Er selbst ist immer noch Single. "Viele Projekte lassen im Moment keine Zeit für Familie", sagt er dazu. Das Schlosstheater gehört seinen Eltern. Knott will das alte Kino zum Event-Haus und zur Showbühne umbauen. Dabei soll das alte Flair erhalten bleiben. "Es gibt natürlich viele Regularien und Vorschriften, die für dieses Umbauprojekt eingehalten werden müssen. Aber ich habe ein tolles Team, das mich bei der Vorplanung unterstützt", sagt Knott und nennt einige Unterstützer wie die Stadt Bärnau, den Heimatunternehmer und Klassenkameraden Florian Schabner aus der Grundschule samt Architektenteam sowie Ralph Uhlig, einen Spezialisten für Theaterbauten.

Film mit Heinz Erhardt

Die Umbauphase soll ein bis zwei Jahre dauern. Das Kino wird weiterhin "Schlosstheater" mit Zusatz "Marco Knott" heißen und soll Bärnau mit Kult und Kultur bereichern. Einen Tag vor dem Start der Umbauarbeiten, am 6. Oktober, lädt Knott die Bevölkerung zum 60. Geburtstag des Schlosstheaters ein. Der Kultfilm "Willi wird das Kind schon schaukeln" mit Heinz Erhardt wird gezeigt, die Geschichte des Kinos sowie das Umbauprojekt vorgestellt. Zudem ist die Wochenschau von 1958 zu sehen, die bei der Eröffnung gezeigt wurde.

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