28.06.2018 - 11:42 Uhr
BärnauOberpfalz

Heiße Geschichte

Im Geschichtspark Bärnau-Tachov ist am Wochenende wieder viel los. Die Slawentage stehen an. Zudem geht auf der archäologischen Dauerbaustelle der Kalkbrennofen in Betrieb.

Im Geschichtspark stehen die Slawentage an. Dabei kommen über 40 Darsteller.
von Externer BeitragProfil

(exb) Mehr als 40 Darsteller in rekonstruierten Gewändern zeigen am Samstag und Sonntag, 30. Juni und 1. Juli, jeweils von 11 bis 17 Uhr Hand- und Hauswerk. Die Nachbarn in Tschechien zählen zu den slawischen Völkern. Auch in der Bärnauer Region siedelte ein Stamm, die Wenden. Kleine Sippen machten Waldgebiete entlang der Naab urbar, legten ihre Dörfer dort an und nannten sich fortan Naabwenden (original "Naabavinidi").

Über die Jahrhunderte vermischten sich die Kulturen der Siedler und der ansässigen Germanen so sehr, dass im 13. Jahrhundert kaum mehr ein Unterschied bemerkbar war. Um das Volk der Slawen dreht sich an diesem Wochenende alles im Geschichtspark.

Die Gäste können im authentisch rekonstruierten Dorf die Bräuche, Sitten und Kulte der hiesigen Wenden betrachten. Dabei können sie den Handwerkern über die Schulter schauen. Die Veranstalter kündigen ein spannendes und abwechslungsreiches Programm an.

Im Geschichtspark zeigen die Darsteller Hand- und Hauswerk wie Birkenpech schwelen in Keramikgefäßen, Kammweben und Broschieren von bunten Bändern, Stoffe färben mit Pflanzenfarbstoffen, Spinnen mit der Handspindel, Butter- und Frischkäseherstellung, Mähen mit der Sense und vieles mehr. An verschiedenen Stationen können Kinder und Erwachsene auch selbst Tätigkeiten, die für die Slawen alltäglich waren, ausprobieren.

Auch die Schaubaustelle der Reisestation für Kaiser Karl IV., der wie kein anderer die beiden Nachbarvölker Bayern und Böhmen vereinte, wird historisch betrieben. Die Arbeiten zum Ausheben des Fundamentes sollen mit Holzspaten und Karren zu Ende gebracht werden.

Ein Höhepunkt: Der Kalkbrennofen für den Mörtel wird zum ersten Mal in Betrieb sein. Über mehrere Tage hinweg werden Kalksteine bei 1200 Grad gebrannt, damit sie im Anschluss abgelöscht werden und zu Sumpfkalk, einem feinen weißen Schlamm, zerfallen. Ein Verfahren, dass es in sich hat, bringt der gebrannte Kalk doch das Wasser binnen Minuten zum Kochen.

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