12.05.2019 - 11:06 Uhr
BärnauOberpfalz

Herzstück im Oberpfälzer Wald

Der Ansatz war etwas kühn: Mit der Neuausrichtung des Schutzhauses Silberhütte wollte sich der Stadtrat befassen. Über Ideen und Absichten kam das Gremium aber nicht hinaus. Ein "runder Tisch" soll mehr bringen.

Das Schutzhaus Silberhütte soll nach den Vorstellungen von Bürgermeister Alfred Stier ein "aktives Kommunikationsgebäude" werden.
von Werner Schirmer Kontakt Profil

"Notwendigkeiten, Möglichkeiten und Gesamtkonzept" hatte Bürgermeister Alfred Stier den Punkt bei der Stadtratssitzung am Donnerstag überschrieben - und hoffte auf konstruktive Ideen. Mit seinen Anregungen favorisierte das Gremium, ganz nach den Vorstellungen des Bürgermeisters, eine Richtung, die Sportler und Naturschützer zusammenbringen könnte. Am besten in einem Wirtshaus, das Bestandteil der Silberhütte bleiben müsste. Klar war auch, dass ein Rückbau des Gebäudes erfolgen wird. Und dass die Stadt unbedingt einen Partner braucht. Deshalb will Stier jetzt Fördermöglichkeiten ausloten, auf "Brautschau" gehen und alle Beteiligten an einen Tisch bringen.

Gunst der Stunde nutzen

"Es ist ein erhaltenswertes Gebäude, aus dem man was machen kann", plädierte Michael Wegener (SPD) für Maßnahmen am Schutzhaus. Dabei müsste die Initiative von der Stadt ausgehen, weitere Interessenten könnten dann folgen. Alfred Wolf, JWG-Stadtrat und auch "Heimat-Unternehmer", wertete das Schutzhaus als "Herzstück im Oberpfälzer Wald" und befürwortete den Kauf durch die Stadt. Bei den Ideen blickte Engelbert Träger (CSU) in den Steinwald und gab das Waldhaus als Beispiel vor. Gottfried Beer (SPD) hob ebenfalls den außergewöhnlichen Standort "direkt in der Natur" heraus, sowie die Notwendigkeit eines Partners. Beim Thema Natur blickte Marco Donhauser (JWG) eher skeptisch auf die Nähe zur künstliche Beschneiung im Skilanglaufzentrum. Nicht schrecken lassen wollte sich Bürgermeister Alfred Stier von der Hürde "Denkmalpflege". Hier seien gute Gespräche geführt worden, erinnerte Stier an Treffen mit den Amtsvertretern. Dabei sei auch der teilweise Rückbau ein Thema gewesen. Fakt war für Stier, dass eine Gaststätte bei den Planungen dazugehören müsste.

Grundsätzlich wollte Stier die Silberhütte als "Treffpunkt für naturliebende Menschen" ausrichten. Die Anlage könnte auch einen idealen Raum bieten für Verbände wie den Landesbund für Vogelschutz oder den Bund Naturschutz. Gerade die "Gunst der Stunde" würde eine entsprechende Ausrichtung fördern. "Wir sollten auf den Zug aufspringen", verwies Stier auf die Bemühungen um den Artenschutz. "Wir haben schon immer Artenschutz auf der Silberhütte betrieben", wollte Engelbert Träger (CSU) klarstellen.

Schutzhaus als "Mitgift"

Im Stadtrat wollte Stier am Donnerstag ein Mandat, um mit den verschiedenen Verbänden rund um Natur und Sport in Verbindung zu treten. "Wir gehen auf Brautschau", betonte Stier die nächsten Schritte. Die Stadt würde mit der "Mitgift" die Basis für eine gute Ehe schaffen. "Das Schutzhaus Silberhütte soll ein aktives Kommunikationsgebäude werden", blickte Stier in die Zukunft. Bis auf Marco Donhauser gab das Gremium dem Bürgermeister den Auftrag zu weiteren Verhandlungen.

130.000 Euro für Silberhütte:

Lange hatte Alfred Stier aus dem Kaufpreis des Schutzhauses Silberhütte ein Geheimnis gemacht. Stets hatte der Bärnauer Bürgermeister auf die Abstimmung mit dem OWV als Verkäufer verwiesen. Nachdem OWV-Chef Armin Meßner jetzt „grünes Licht“ gegeben hat, konnte Stier die Kaufsumme bekanntgeben: 130.000 hat die Stadt für Schutzhaus und die 2,5 Hektar umgebende Fläche bezahlt.

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