28.08.2019 - 16:58 Uhr
BärnauOberpfalz

Hoffnung auf große Lösung

Einen "Bademeister" kann Alfred Stier nicht vorweisen - aber dafür große Pläne rund um die Silberhütte, die sogar eine Sanierung des Waldfreibades vorsehen. Deshalb wollen die Freibadfreunde die Anlage auch 2020 betreiben.

An diesem Sonntag endet die Saison im Waldfreibad Altglashütte. Im Zusammenhang mit dem „1. Europäischen Naturverständniszentrum“ auf der Silberhütte sieht Alfred Stier eine Chance, das Bad zu sanieren und so langfristig zu erhalten. Eine Machbarkeitsstudie soll die Möglichkeiten aufzeigen. Im Januar soll das Papier vorliegen. Dann würden Zuschussanträge und konkrete Pläne folgen. Deshalb erklärten sich der Förderkreis und seine Helfer bereit, auch 2020 einen Badebetrieb zu sichern.
von Werner Schirmer Kontakt Profil

Nur noch wenige Tage steht den Badegästen die Anlage auf der Altglashütte zur Verfügung. Kurz vor dem Saisonende hatte Engelbert Träger, Vorsitzender des Förderkreises Waldfreibad, Mitglieder sowie Bürgermeister Alfred Stier und Stadträte eingeladen, um die künftigen Möglichkeiten auszuloten. Mangels ausreichendem Fachpersonal hatte der Förderkreis schon in diesem Jahr mit altgedienten Kräften wie Siegfried Walter und engagierten Helfern, darunter auch drei Bademeister, den Badebetrieb nur unter großem Aufwand fortführen können. Und neue Kräfte oder die Ausbildung von Fachpersonal sind nicht in Aussicht, trübte Stier die Hoffnungen.

Wir sollten den Katalysator Silberhütte für das Freibad nutzen.

Bürgermeister Alfred Stier

Bürgermeister Alfred Stier

Mit "Tiny Houses"

Dafür konnte der Bürgermeister mit seinen Plänen für das "1.Europäische Naturverständniszentrum" auf der Silberhütte ein bisschen Hoffnung machen. Alfred Stier zeichnete hier ein erstes Bild eines umfassenden Angebotes für Menschen, denen erlebnisreich die Umwelt näher gebracht werden soll, darunter auch Schulklassen. Neben der Nutzung des früheren Schutzhauses konnte sich Stier auch den Bau von "Tiny Houses" (Minihäuser) vorstellen und eben die Einbindung des Waldfreibades. Nachdem es sich um ein Pilotprojekt handeln soll, erwartet der Bürgermeister auch eine entsprechende Förderung.

Ein genaueres Bild, vom Projekt und den Zuschüssen, soll eine Machbarkeitsstudie ergeben. Die Studie werde auch durch das Amt für ländliche Entwicklung mit getragen. Schon Mitte Januar hofft Stier auf erste Ergebnisse. Dann könnte in den nächsten Jahren sogar eine Sanierung des Freibades folgen. Und eben bis dahin appellierte der Bürgermeister an den Förderkreis, den Badebetrieb aufrecht zu erhalten. Eine "Flickschusterei" an dem 47 Jahre alten Bad hielt Stier nicht für zweckmäßig.

Dauerbetrieb

Bei dem Treffen des Förderkreises konnte Stier seine persönlichen Vorstellungen zum "1. Europäischen Naturverständniszentrum" weitergeben. "Es ist jetzt die beste Zeit für eine Förderung", zeigte sich Stier zuversichtlich. Und im Gesamtkonzept sollte auch das Freibad eine Chance haben. Unerlässlich sei aber auch die Einbindung privater Investoren. Mit einem Unternehmer in der Region hat Stier bereits Kontakt aufgenommen und "positive Signale" bekommen. Zudem sollte die "Bärnau Kommunal GmbH" mit ins Boot geholt werden. "Wir sollten den Katalysator Silberhütte für das Freibad nutzen", appellierte der Bürgermeister.

Sobald die Machbarkeitsstudie vorliegt, sollte entschieden werden, "was finanziert werden kann". Das wiederum wollte Stier aber dem neuen Stadtrat überlassen. "Der muss es ja auch ausbaden!" Beim Waldfreibad konnte sich Stier sogar einen "witterungsgeschützten Betrieb" im Winter vorstellen - und damit einen Dauerbetrieb. Mit einem "Holzvergaser" könnten Strom und Wärme aus Hackschnitzeln erzeugt werden.

Beide Bäder nicht möglich

Ein Dauerbetrieb würde zudem bessere Voraussetzungen für die Anstellung von Fachpersonal schaffen. Aktuell sollte aber der Förderkreis eine Überbrückung und damit die Fortführung des Badebetriebs ermöglichen. Klare Worte fand Stier zur Zukunft des Hallenbades. Die Stadt alleine könnte sich eine Sanierung nicht leisten! Auch wäre es nicht möglich beide Bäder, Hallenbad und Waldfreibad, zu erhalten. "Ich kann nichts versprechen, das ich nicht halten kann", betonte der Bürgermeister. Gottfried Beer blieb bei der Haltung, dass eine Sanierung des Hallenbades durch eine kleinere Lösung möglich gewesen wäre. Zur Studie gab er sich zwar skeptisch, sah aber darin durchaus eine Chance, die man nutzen sollte. Doch die Suche nach dem Fachpersonal bleibe das Problem.

Landkreis gefordert

"Es hängt an uns, ob es im Freibad weitergeht", fasste Engelbert Träger zusammen. Dabei verdeutlichte der Vorsitzende die gemeinsamen Anstrengungen für den Betrieb, die man eigentlich so nicht mehr erbringen könnte. Bitten, zur Unterstützung eigenes Personal auszubilden, wies Stier auch mit der rechtlichen Situation zurück. Die Stadt müsste dazu einen Schwimmmeister einstellen. Thomas Mauersberger, Bernd Hör und Birgit Härtl verhehlten nicht die Probleme mit den Arbeitsstunden für das Freibad. Für eine Verbesserung der Personalsituation sahen sie den Landkreis gefordert. Dennoch wollten die Helfer ein vorsichtiges "Ja" zur Überbrückung bis zur Badsanierung geben.

Das Konzept in Zusammenhang mit der Silberhütte erachtete auch Engelbert Träger als beste Chance für eine Generalsanierung des Bades. Nachdem die frühestens 2021 starten könnte, wollte die Mannschaft um Träger ein positives Signal geben, auch im nächsten Jahr den Badebetrieb fortzuführen. Bei Engpässen könnten, natürlich gegen Bezahlung, auch Leistungen privater Anbieter genutzt werden, regte Stier an.

Badesaison endet am Sonntag:

Mit gemeinsamen Anstrengungen hat der Förderkreis Freibad Altglashütte die diesjährige Saison stemmen können. Nach einer dreimonatigen Badesaison hat das Freibad am Sonntag, 1. September, in diesem Jahr das letzte Mal geöffnet. Zum Saisonende gibt es wieder die gewohnte Feier. So werden etwa auch Weißwürste oder Leberknödel angeboten. In einer ersten Bilanz wurden heuer 18.000 Badegäste gezählt. Der Verein selbst zählt 600 Mitglieder mit 160 Jahreskarten. Für den Betrieb des Bades wird weiter der Förderkreis zuständig sein. Die Stadt gibt einen Festzuschuss von 30.000 Euro im Jahr. (ws)

Kommentar:

Kein Plan B

Lebensqualität hat einen hohen Preis. Doch trotz einer guten Finanzlage ist in der Gemeinde Bärnau nicht jedes Wunschprojekt realisierbar. Dabei neigen Alfred Stier und seine Stadtratsmehrheit oft dazu, in großen Dimensionen zu denken. Beim Hallenbad hat so die Zeit gegen die Fortführung gespielt. Eine kleine Sanierung hat Stier stets mit Verweis auf die Gutachten ausgeschlossen. Jetzt ist das Waldfreibad in einer ebenso unglücklichen Lage. Neben der Personalfrage werden auch Sanierungsarbeiten an der 47 Jahre alten Anlage große Sorgen bereiten. Wieder ist es eine spektakuläre Planung, diesmal rund um die Silberhütte, die auch das Bad mitnehmen soll. Daumen drücken, dass dieses Projekt was wird! Denn einen Plan B gibt es nicht.

Von Werner Schirmer

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