12.01.2020 - 11:23 Uhr
BärnauOberpfalz

Hubert Häring strebt in Bärnau Bürgermeisteramt an

Die Wahl des Bürgermeisters in Bärnau wird interessant. Hubert Häring wird als dritter Kandidat im März dieses Amt anstreben.

Hubert Häring (Mitte) wird für die Christliche Freie Wählergemeinschaft das Amt des Bürgermeisters in Bärnau anstreben. Am Freitag erhielt er den einstimmigen Auftrag der CFWG. Dazu gratulierten auch Zweiter Vorsitzender Herbert Seitz (links) und FW-Landratskandidat Ely Eibisch.
von Werner Schirmer Kontakt Profil

Bei der Nominierungsversammlung der Christlichen Freien Wählergemeinschaft am vergangenen Freitag in Hermannsreuth erhielt der 65-jährige Rechtspflegedirektor am Oberlandesgericht in München den einstimmigen Auftrag seiner Gruppierung, für das Amt als Bürgermeister seiner Heimatgemeinde zu kandidieren. Für Hubert Häring ein zwingend notwendiger Schritt. "Ich hätte schon vor sechs Jahren kandidieren sollen", blickte er auf die zurückliegende Wahl. Immerhin hatten damals rund 20 Prozent der Wähler ihn auf dem Stimmzettel notiert, obwohl er offiziell nicht angetreten war. Mit der Entscheidung stellt die CFWG nach 40 Jahren wieder einen eigenen Bürgermeisterkandidaten.

Ganze Aufmerksamkeit für Amt

Und dieser neuen Aufgabe könnte Hubert Häring seine ganze Aufmerksamkeit zukommen lassen. Denn nach 48-jähriger Tätigkeit in den Diensten des Freistaats wird der Beamte in diesem Jahr in den Ruhestand überwechseln. Besonders begründet Häring seine Entscheidung mit dem zurückliegenden Wählervotum, immerhin hätte die CFWG vor sechs Jahren mit 7738 Stimmen das zweitstärkste Ergebnis erzielt. Bei der Wahl des Zweiten Bürgermeisters hätten JWG und CSU aber dies nicht berücksichtigt.

Weiterbetrieb des Hallenbades

Natürlich sind es an erster Stelle die eigenen Vorstellungen der CFWG zur Bärnauer Stadtpolitik, die Häring und die Gemeinschaft auf ein gutes Wahlergebnis hoffen lassen. Bis heute nicht nachvollziehbar ist für Häring die Schließung des Hallenbades, die trotz eines Beschlusses aus 2014 für den Weiterbetrieb erfolgt sei. Fachfirmen hätten damals etwa 331 000 Euro Investitionen errechnet. Alfred Stier hätte diesen Beschluss nicht umgesetzt, was Häring auch als einen Schlag gegen den rührigen Förderverein wertete. Zudem sei auch die Hackschnitzelheizung mit errichtet worden, um das Hallenbad mit Wärme zu versorgen.

Als Nachteil beurteilte der CFWG-Chef die Auslagerung der Kommunal-GmbH und vermerkte dazu: "Der Wald der Bärnauer Bürger ist kein Spekulationsobjekt!" Wenig begeistern konnte Häring auch die Auslagerung der Schulden, was zur Folge hätte, dass die Stadt keine Stabilisierungshilfe erhalte. "Keine Gemeinde im Landkreis leistet sich den Luxus einer Kommunal GmbH", kritisierte Häring und forderte eine Korrektur zu einem Eigenbetrieb.

Stellung nahm Häring auch zum JWG-Vorwurf "Dauerkritiker". "Ich bin froh und dankbar, dass es keine Einheitspartei gibt und jeder noch seine eigene Meinung im Stadtrat äußern kann". Die Demokratie lebe von Meinungsvielfalt und nicht von Vorgaben von CSU und JWG. Zuversichtlich gab sich auch Häring, dass der vierte Versuch für ein Ärztehaus nun gelingen würde. Doch appellierte er, dort auch die Nachbarschaftshilfe unterzubringen. Zudem forderte er ein "Haus für betreutes Wohnen" und schlug hier das noch in Besitz der Stadt befindliche Bischof-Senestrey-Gebäude vor. Weiter sprach sich Häring für den Erhalt der Freizeiteinrichtungen und die Unterstützung der Vereine aus. Die 10-Prozent-Regelung für sinnvolle Anschaffungen sollte deshalb wieder eingeführt werden.

Mehr Transparenz

Eine Forderung des CFWG-Kandidaten lautete auch auf mehr Transparenz bei der Vergabe von Zuschüssen an den Geschichtspark. Immerhin hätten sich die Bürger schon 2007 gegen die Beteiligung der Stadt am Geschichtspark ausgesprochen, erinnerte Häring. Und beim "Ackerbürgerhaus" hätte jetzt die Kommunal GmbH einen halben Mietanteil von dem eingetragenen Verein erworben, um mit einer Bürgschaft von 150 000 Euro die Durchführung der Städtebauförderung sicherzustellen. "Das ist nicht der richtige Weg", so Häring.

"Wir wollen eine kompetente, ehrliche und glaubhafte Politik zum Wohle der Bürger der Großgemeinde machen", fasste der CFWG-Chef die Absicht der Gemeinschaft zusammen. Als Bürgermeisterkandidat merkte Häring noch an, dass sein Großvater 1946 zum ersten Bürgermeister der Stadt Bärnau gewählt wurde und dieses Amt in der schweren Nachkriegszeit übernommen hatte. Als heimatverbundener Oberpfälzer hofft Häring jetzt auch auf die Unterstützung der Bürger. Bei der Versammlung erfolgte auch die Nominierung der Kandidaten.

Zur Person:

Der gebürtige Bärnauer Hubert Häring ist seit 2001 Vorsitzender der CFWG Bärnau, die bereits in den 60er Jahren gegründet wurde. Seit 2002 wirkt Häring für die Gemeinschaft im Stadtrat, bis 2008 war er als Dritter Bürgermeister tätig. Seinen Berufsweg begann Häring 1971 als Justizassistenzanwärter beim Amtsgericht München. Später kamen Stationen als Grundbuchrechtspfleger und Vollstreckungsrechtspfleger in Starnberg und München dazu. Seit 1984 ist Häring beim Oberlandesgericht München. Seit 2003 ist er Referatsleiter des Präsidenten, seit 2010 Leiter des Kompetenzzentrums Bayern für die Versteigerungen von Gegenständen in der Justiz-Auktion. Als nebenamtliche Lehrkraft wirkt Häring auch bei der Ausbildung von Justizfachwirten, Gerichtsvollziehern und Justizwachtmeistern mit. Die Fachkenntnis Härings ist zudem in verschiedenen Arbeitsgruppen und Qualitätszirkeln, sogar bundesweit, gefragt.

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