16.07.2019 - 14:15 Uhr
BärnauOberpfalz

Irrenden die Wahrheit zeigen

Großen Zuspruch fand am Sonntag die traditionelle Wallfahrt zur Steinbergkirche, die alljährlich aufgrund eines alten Gelübdes stattfindet. Pfarrer Johann Hofmann nahm auf das aktuelle Tagesgeschehen Bezug und übte Kritik an der Politik.

Die "Grenzlandbuam" Bärnau intonierten beim Wallfahrtsgottesdienst an der Steinbergkirche die Hadyn-Messe.
von Konrad RosnerProfil

In seiner Predigt stellte der Geistliche die Frage: "Was bedeutet es für uns, Christ zu sein?" Was für die Seele der Leib sei, sei für den Christen die Welt. Die tatsächliche Heimat der Christen sei nicht hier, sondern der Himmel. Auf der Erde sei der Christ sozusagen als Fremdling unterwegs, man lebe halt aktuell hier auf der Erde. Was müsse man aber tun, um in den Himmel zu gelangen? Pfarrer Hofmann betonte: "Gott mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit ganzer Kraft lieben, wie sich selbst." Dazu gehörten aber auch Nächstenliebe und Mitleid mit den Nächsten. Helfen würden dabei die zehn Gebote. "Wenn wir mit offenen Augen und Ohren durchs Leben gehen, erfahren wir alles auf Schritt und Tritt", meinte der Prediger.

Hofmann ging auf den Dauerstreit um Flüchtlinge ein, die über das Mittelmeer fahren. Diese würden erst von Schleusern ausgenommen und warteten dann auf Hilfe. Viele kämen dabei ums Leben. "Es gibt aber auch Menschen, die den Flüchtlingen helfen und mit ihren Schiffen hinausfahren", so Pfarrer Hofmann. "Es ist die Pflicht, zu helfen. Doch dann kommen sie in die Häfen und die lassen die Schiffe nicht rein." Der Pfarrer weiter: "Wenn wir es als Europa nicht schaffen, die Flüchtlinge aufzunehmen, wer soll es dann schaffen?"

In seiner Predigt ging der Pfarrer auch auf die Debatte um die Ladenöffnungszeiten ein. So werde immer wieder gefordert, dass Geschäfte rund um die Uhr und auch am Sonntag offen sein sollen. Wo aber bleibe dann die Ruhe, die Besinnung auf das eigene Leben? Der Dienst zu Gott verbinde, doch wenn dies nicht mehr gegeben wäre, verschwände der Sinn des Lebens. Dies würde zum Untergang führen. "Halten wir inne und denken wir nach, das gilt auch für das politische Leben", sagte Hofmann. "Denn Gott, du bist unser Ziel, du zeigst den Irrenden die Wahrheit. Das erbitten wir. Amen." Musikalisch umrahmt wurde der Wallfahrtsgottesdienst von den "Grendzandbuam" Bärnau unter der Leitung von Günther Freundl. Intoniert wurde die Haydn-Messe.

Beim alljährlichen Wallfahrtsgottesdienst an der Steinbergkirche ergibt sich immer wieder ein prächtiges Bild.
Pfarrer Johann Hofmann, der die Pfarrei Bärnau demnächst verlassen wird, sparte nicht mit Kritik an der Politik, vor allem bei den Themen Flüchtlinge und Ladenöffnungszeiten.
Aus der Pfarrgemeinde Hohenthan machten sich am Sonntagmorgen 21 Wallfahrer auf den Weg zur Steinbergkirche. Nach dem Festgottesdienst trafen sich die Hohenthaner Pilger mit Stadtpfarrer Johann Hofmann und Bürgermeister Alfred Stier zum Erinnerungsbild.

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