Marketa Monsportova hat alle Hände voll zu tun. Sie erwartet Gäste aus Prag und hat schnell noch Kaffee und süße Küchlein besorgt. Im neuen Ausstellungsraum stehen ein paar Stühle, die aber nicht reichen. Während Museumsmitarbeiterin Brigitte Ries Kaffee kocht, empfängt die Museumsleiterin die ersten Besucher für die Podiumsdiskussion zum Thema „50 Jahre Deutsches Knopfmuseum Bärnau“. Die Marienbaderin, die seit einem halben Jahr Museumsleiterin in Bärnau ist, zeigt auf etliche Neuerungen. „Wie gefällt es Ihnen?“, fragt sie und präsentiert mit dieser „Galerie Punktum“ die größte der Neuerungen im Museum.
Tatsächlich hat sich einiges geändert. Die Abteilung mit dem kleinen Museumscafé und vielen Vitrinen hat nicht nur einen neuen Namen, sondern auch ein neues Kleid bekommen. Der Raum wurde „entspeckt“, Vitrinen und Glasschränke sind weg. Dafür sorgen moderne Stellwände und mit nur wenigen Bildern bestückte Wände für vornehm-kühlen Purismus als modernes Museumskonzept. Die Werke sind Fotografien der jüngsten Ausstellung von Max Korndörfer. Er zeigt Kunstfotos aus der alten Knopffabrik seiner Familie. Verschwunden von der Bildfläche ist das Porträt von Ministerpräsident Markus Söder aus Knöpfen. „Ich habe das beobachtet bei den Ausstellungen. Die Vernissage fand sowieso hier unten statt, weil oben nicht so viele Leute hinein dürfen wegen der Sicherheit“, erklärt Marketa Monsportova die Veränderungen.
Platz für Begegnungen
Hier in der Galerie könnten nun Vernissagen oder Workshops stattfinden. Die Tischchen und Stühle für kurze Ruhepausen und einen Kaffee stehen unter dem großen Bildschirm, auf dem den ganzen Tag über eine Dokumentation über die einstige Knopfherstellung in Bärnau läuft. „Hier“, meint die Chefin weiter, sei ihrer Meinung nach der richtige Platz für Begegnungen der Gäste.
Um mehr Raum zu gewinnen, mussten alle Vitrinen nach oben in den Dachboden, wo weitere Glaskästen für Ausstellungen dienten. „Ich habe noch nie Gemälde in Vitrinen gesehen“, spricht Monsportova offen an, was ihr bei der vorherigen Vernissage mit Künstler Rainer Sollfrank aus Kemnath nicht gefiel.
Schatzkammer im Dachgeschoss
Die Museumsleiterin hat sich mit der Umschichtung der Exponate von unten nach oben jede Menge Arbeit angeschafft. Inzwischen sind die Vitrinen voll mit den Exponaten aus dem Erdgeschoss. „Das wird unsere Schatzkammer“, hat Monsportiva einen Namen für die Neubestückung des Dachgeschosses. Eigentlich sollte alles zum Jubiläum fertig sein. „Aber das haben wir nicht geschafft. Und wir schaffen es auch nicht vor Ende des Jahres“, erklärt Monsportova mit kritischem Blick auf die unendlich vielen „Schätze“. Sie wolle das langsam angehen, um Struktur hineinzubringen. „Und das dauert lang.“ Als Beratung möchte sie die Museumsfachstelle „das zwölfer“ mit in die Pflicht nehmen.
Eine weitere Veränderung betrifft das Stadtgebiet. Monsportova möchte die ankommenden Touristen gleich auf die Knopfindustrie aufmerksam machen. „Sonst wissen viele am Ende nicht einmal, dass es hier ein Knopfmuseum gibt und fahren wieder, ohne uns besucht zu haben“, befürchtet sie. Ihre Idee geht in Richtung Leerstände. Die leeren Schaufenster würden sich bestens eignen. Um mit Kunst in Bärnau noch mehr Leute anzulocken, sollen in Zukunft außergewöhnliche Künstler eingeladen werden. Marketa Monsportova denkt dabei für 2026 im Frühjahr an einen bekannten Street-Art-Künstler aus Prag, der unter anderem Glasobjekte herstellt. Sie könnte sich gut vorstellen, für diese Präsentation die Glashütte Lamberts in Waldsassen mit ins Boot zu holen.
Jubiläumsprogramm 50 Jahre Deutsches Knopfmuseum
- Freitag, 3. Oktober, 17 bis 20 Uhr: Lange Museumsnacht mit Programm für Kinder und Erwachsene, Kreativworkshop und Autorenlesung mit Recha Gräbner, die aus ihrem Buch "Maries Kuschelkissenknöpfe" vorliest
- Donnerstag, 30. Oktober, 18 Uhr: Finnissage der Ausstellung von Max Korndörfer und Führung
- 13. und 28. September, sowie 12. und 19. Oktober, jeweils von 11 bis 16 Uhr: Einblick in die Bärnauer Knopffabrik in der Bahnhofstraße















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