19.01.2021 - 15:35 Uhr
BärnauOberpfalz

Mehr Sicherheit für die Fußgänger

Die Anlieger an der Bahnhof- und Philipp-Mühlmayer-Straße müssen sich umstellen. Parken wird an der Straße nicht mehr erlaubt sein.

Noch gibt es für die Bahnhofstraße und die Philipp-Mühlmayer-Straße keine Parkregelung. Ab 1. Februar soll aber in den Straße ein eingeschränktes Halteverbot gelten, dann ist das Parken nicht mehr erlaubt.
von Werner Schirmer Kontakt Profil

Erst im Dezember ist der aufwendige Umbau der Ortsdurchfahrt für den Verkehr freigegeben worden. Beidseitige Gehwege und eine etwas engere Fahrbahn sind Ergebnisse der Baumaßnahme. Mit der neuen Situation wird auch eine Korrektur der Verkehrs- und Parkregelung notwendig.

In zurückliegenden Besprechungen haben auch die Anwohner ihre Vorschläge eingebracht. Ihrer Bitte um Geschwindigkeitsbeschränkung und Halteverbot hat der Stadtrat entsprochen. Eine "Tonnagebeschränkung" wird allerdings nicht vorgenommen.

Gegen Meinung der Polizei

In einer Stellungnahme hat sich die Polizeiinspektion Tirschenreuth gegen eine Geschwindigkeitsbeschränkung ausgesprochen. Begründet wird dies aus verkehrsrechtlicher Sicht mit der übersichtlichen Straßenführung, dem Fußgängerschutz durch die Gehwege sowie der hohen Bedeutung des Straßenzuges für den Durchgangsverkehr. Allerdings liege die Entscheidung bei dieser Ortsstraße bei der Stadt. Ein eingeschränktes Halteverbot wurde auch von der Polizei befürwortet. Ansonsten könnte ein beidseitiges Parken zu Verkehrsstörungen führen.

Viele ältere Menschen unterwegs

Bei der Stadtratssitzung am vergangenen Donnerstag rückte Hubert Häring (Christliche Freie Wählergemeinschaft) die Gefährdungslage in den Vordergrund. So finde sich an der Bahnhofstraße eine Arztpraxis, außerdem würden dort viele ältere Menschen unterwegs sein. Hier keine Gefährdung zu erkennen, betrachtete Häring schlicht als "lebensfremd". Zur Parksituation verwies der CFWG-Stadtrat auf die neuen Parkplätze die gebaut würden. "Und ein paar Meter kann man schon gehen!" Beim Lastwagenverkehr konnte sich Häring mit einer Beschränkung auf 7,5 Tonnen durchaus anfreunden.

Lieferverkehr braucht Durchfahrt

Gottfried Beer (SPD) wollte dem Wunsch der Anlieger für eine Geschwindigkeitsbeschränkung nachkommen. "Darüber dürfen wir nicht hinwegsehen!" Zumal der Verkehr bei Engstellen auch auf die Gehwege ausweichen würde. Dies hätte übrigens auch der Planer so beschrieben, erinnerte Beer. Für Kurt Fischer (Bürgerliche Wählergemeinschaft) war ein Halteverbot durchaus sinnvoll, nicht aber eine Tonnagebeschränkung. Schließlich würde nur mehr Lieferverkehr den Weg durch die Stadt nutzen, zudem müssten Fahrzeuge auch diesen Weg nach Naab nehmen. Beim Tempo 30 wollte sich Fischer nicht mit den Tafeln anfreunden. Die aktuelle Lösung mit der Leuchtanzeige an der Bahnhofstraße würde viel mehr Wirkung erzielen.

Weiterer Bericht von der Stadtratssitzung in Bärnau

Bärnau

Familienfreundliche Gemeinde

Die Geschwindigkeitsbeschränkung unterstützte auch Zweiter Bürgermeister Michael Schedl, der sich auch allgemein Tempo 30 in den Ortsbereichen vorstellen konnte. In der Bahnhofstraße sei dies absolut notwendig. "Es ist hier mehr gerechtfertigt als irgendwo anders", stellte Schedl heraus. Rudolf Schmid unterstützte ebenso Tempo 30. Allerdings sollte dann auch eine Fahrbahnschwelle eingebaut werden, um dies zu verdeutlichen. In einer "Gesellschaft, in der niemand mehr Rücksicht nimmt", wollte sich Schmid nicht allein auf die Einsicht der Autofahrer verlassen. Und schließlich möchte Bärnau doch eine "familienfreundliche Gemeinde" sein, erinnerte Schmid.

Vorfahrtsregelung bleibt

Stefan Schmidkonz (Junge Wählergemeinschaft) fragte nach, ob mit Tempo 30 auch eine Rechts-vor-Links-Regelung verbunden sei. Hier konnte der Stadtrat die Kompetenz einer Zuhörerin nutzen. Nicole Wettinger, die an der Bahnhofstraße wohnt, erläuterte, dass diese Regelung nur für die 30er-Zone gelte. Bei einer Beschränkung mit dem runden Schild könnte die bestehende Vorfahrtsregelung bleiben.

Stier: Sinnvolle Variante

"Die Umgehung bringt eine hervorragende Entlastung", meldete sich schließlich Bürgermeister Alfred Stier zu Wort und sprach sich gegen eine Gewichtsbeschränkung in der Bahnhof- und Philipp-Mühlmayer-Straße aus. Dies wäre auch für Fahrzeuge zu den Betrieben an der Naaber Straße ein Problem. Tempo 30 und beidseitige Halteverbote erachtete auch Stier als "sinnvollste Variante". Und bei den Parkplätzen, die geschaffen werden sollten, konnte sich Stier durchaus Berechtigungsscheine für Anlieger vorstellen.

Keine Tonnagebeschränkung

Im Beschluss wurde dann getrennt über die Punkte abgestimmt. Für die Gewichtsbeschränkung auf 7,5 Tonnen stimmten nur die drei CFWG-Räte. Somit wird keine Einschränkung erfolgen. Einstimmig war das Gremium für das beidseitige, eingeschränkte Halteverbot (Stopp zum Ein- und Aussteigen sowie zum Beladen des Autos möglich) sowie für Tempo 30 in der Bahnhof- und Philipp-Mühlmayer-Straße. Die Regelung gilt bereits ab dem 1.Februar.

Aus dem Stadtrat:

Personalkarussel und Impfbusse

  • Gewerbegebiet-Plan: Bei der Bekanntgabe der nichtöffentlichen Beschlüsse vom 10. und 17. Dezember nannte Bürgermeister Alfred Stier auch die Vergaben der Planungsleistungen für das künftige Gewerbegebiet. So wird das Planungsbüro „TB Markert“ die Arbeiten für den Bebauungsplan „Am langen Rain“ vornehmen. Fast 60 000 Euro sind dafür veranschlagt. Ebenso wird „TB Markert“ die Planungsleistungen für die damit verbundene Änderung des Flächennutzungsplanes vornehmen, Kosten dafür rund 12 000 Euro.
  • Lob für Winterdienst: Nach den Schneefällen der vergangenen Tage ist auch der Winterdienst der Stadt strapaziert worden. „Es ist sogar die Schneefräse zum Einsatz gekommen“, berichtete Bürgermeister Alfred Stier. An der Stelle dankten Stier und auch das gesamte Gremium, den Mitarbeitern für deren Einsatz. Besonders wollte Hubert Häring (CFWG) noch die gute Arbeit von Andrea Bäuml im Knopfmuseum herausstellen. „So arbeiten eben alle Mitarbeiter der Stadtverwaltung“, übernahm Stier dieses Lob für die gesamte Belegschaft.
  • "Personalkarussell": Im Bericht des Bürgermeisters ging Alfred Stier auch auf das „Personalkarussell“ im Rathaus ein. So ist seit Jahresbeginn Christian Grödl als neuer Kämmerer tätig. Nachfolger für Grödl ist Sebastian Wittke. Als weitere Verstärkung wird Yvonne Zant im Ordnungsamt tätig sein. Eine neue Kraft wird auch für die Kasse eingestellt werden.
  • Impfbusse: Die „Impfstrategie“ beschäftigt auch den Bärnauer Stadtrat. So überlegt Bürgermeister Alfred Stier, wie er den älteren Mitbürgern helfen kann. Etwa könnte die Stadt Hilfe bei den Anmeldungen oder Transporten bieten, natürlich in Zusammenarbeit mit der Nachbarschaftshilfe und dem Roten Kreuz. Anna Toman (Grüne) wollte hier noch nicht aktiv werden. Schließlich sollen die älteren Leute vom Land angeschrieben werden. Der Staat wolle auch Impfbusse organisieren, gab Toman weiter und empfahl: „Wir sollten abwarten“.
  • Halteverbot am "Silberberg": Kurt Fischer (BWG) wunderte sich über die Halteverbotsschilder an der Silberstraße. Die seien nur während der Winterzeit aufgestellt, erläuterte Christian Gleißner vom Bauamt. Ansonsten würde die Arbeit des Winterdienstes durch die parkenden Fahrzeuge erschwert.

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