22.07.2018 - 14:16 Uhr
BärnauOberpfalz

Mehrgenerationenhaus ein Prestigeprojekt

Seit gut einem Jahr ist der Umbau des ehemaligen Gasthofs "Schwarzer Bär" in Bärnau zum Mehrgenerationenhaus im Gange. Zeit für ein Richtfest, finden die Bauherren.

Umbau Schwarzer Bär zum Mehrgenerationenhaus
von Lena Schulze Kontakt Profil

(szl) Bevor die Arbeiten im August 2017 begonnen hatten, war der "Schwarze Bär" in miserablem Zustand. Marion Mark, als Geschäftsführerin der "Stadt Bärnau Kommunal GmbH" auch Bauherrin des Mehrgenerationenhauses, erinnert sich, dass das Dach eingestürzt war, es jahrelang hineinregnete und Pflanzen rausgewachsen sind.

Seither hat sich viel getan: Das historische Gebäude wurde komplett entkernt, nur die Außenwände blieben stehen. Weil auch die Arbeiten am Dach fast abgeschlossen sind, war es Zeit für das Richtfest. Eingeladen waren Bürgermeister samt Stadträten, Ehrenbürger, Anita Busch von der kommunalen Wohnungsberatungsstelle im Landratsamt, Behindertenbauftragter Werner Schnabel, Seniorenbeauftragter Hubert Häring, die ehemalige Stadträtin Cornelia Schwamberger, die die Grundidee zur Revitalisierung des "Schwarzen Bär" hatte, sowie die bisher beteiligten Baufirmen.

Statik gefährdet Zeitplan

Die Planung des Gebäudes übernahm das Architektur- und Planungsbüro RSP Bayreuth, allen voran Klaus Stiefler, der auch städtebaulicher Berater der Stadt Bärnau ist. Die Ausführung betreuen die Architekten Florian Schabner und Daniel Musall. Nach der Begrüßung steigen die beiden Bauherren mit Zimmerermeister Andras Schuller mit einem Glas Sekt auf den Dachboden, wo Schuller den Richtspruch unter dem mit bunten Bändern geschmückten Richtbaum verkündete. Probleme mit der Baustatik hätten den Zeitplan etwas zurückgeworfen, berichtet Bürgermeister Alfred Stier. Allerdings sei alles noch zeitlichen Rahmen.

Er lobt insbesondere Kommunal-GmbH-Geschäftsführer Christian Grödl: "Du denkst mehr als mit. Es ist fast wie deine eigene Baustelle." Glück hatten die Bauherren, dass das Landesamt für Denkmalpflege nur einen Sonderschutz für die Außenfassade aussprach. So kann der Umbau im Inneren flexibel gestaltet werden. "Als Einzeldenkmal wäre die Maßnahme so nicht umsetzbar gewesen", sind sich die beiden Geschäftsführer einig.

Schön und teuer

Ferdinand Lehner von der Tirschenreuther Ingenieurgesellschaft kümmerte sich speziell auch um den Dachstuhl. Der hochwertige Ausbau ist dem ursprünglichen Zustand nachempfunden: Ein liegender Dachstuhl, frei stützend. So wollte es das Landesamt für Denkmalpflege. "Dafür, dass wir bis zum Dach bauen konnten, wie wir wollten, ist es ein Kompromiss. Der Dachstuhl ist sehr schön geworden, aber auch teuer", erklärt der Statiker.

Ansturm von Anfragen

Insgesamt liegen die Baukosten bei 2,7 Millionen Euro. Die Kommunal- GmbH erhält 2,2 Millionen Euro Städtebauförderung für den Umbau zum Mehrgenerationenhaus. Bereits jetzt ein "Prestigeprojekt", findet Christian Grödl: Noch ohne groß Werbung für die zehn entstehenden Wohnung gemacht zu haben, hat er schon 14 Interessenten auf dem Plan. Die ersten meldeten sich bereits 2016, als das Projekt noch in der Planungsphase war. Die Wohnungen sind ganz unterschiedlich: Die kleinste misst 32 Quadratmeter, die größte 94 Quadratmeter. Einige sind dem Marktplatz zugewandt, dafür ohne Balkon, andere Richtung Hinterhof mit Balkon oder Terrasse. "Sieben Interessenten wollen unbedingt rein", sagt Grödl, "viele haben sich auf die gleiche Wohnung eingeschossen." Alle Appartements haben eine eigene Küche, Bad und Wohnraum, sind barrierefrei zu erreichen. Zwei der zehn Wohnungen sind rollstuhlgerecht. Eine davon ist als Maisonette-Wohnung angelegt, über zwei Stockwerke mit eigenem Eingang.

Von Anfang an waren Senioren- und Behindertenbeauftragte involviert. "Es war ein sehr guter Austausch", sagt Grödl. Die Ideen arbeiteten die Planer mit ein und optimierten das Projekt. "Es sind Kleinigkeiten, wie etwa niedrigere Fenstergriffe für Rollstuhlfahrer."

Derzeit wird noch an den Vergabemodalitäten gefeilt. Für die rollstuhlgerechten Wohnungen gibt es derzeit noch keine Bewerber. Meldet sich bis zu einem gewissen Stichtag niemand, wird die Wohnung an einen Nicht-Rollstuhlfahrer vergeben. "Wir wollen eine bunte Mischung", erklärt Grödl. Er ist froh, dass sich neben Senioren auch junge Paare für Wohnungen beworben haben. Bis Februar 2019 soll das Mehrgenerationenhaus bezugsfertig sein. "Das Projekt hat beste Voraussetzungen eine Erfolgsgeschichte zu werden."

Umbau Schwarzer Bär zum Mehrgenerationenhaus

Umbau Schwarzer Bär zum Mehrgenerationenhaus

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