18.06.2018 - 12:22 Uhr
BärnauOberpfalz

Neuzeit trifft Mittelalter

Edle Ritter, deren silberfarbenen Rüstungen gleißend das Sonnenlicht reflektieren, sind drei Tage in der Stadt. Finstere Gestalten, die schon lange nicht mehr gebadet haben und saubere, die scheinbar nichts anderes tun, ebenfalls.

Mittelalterspektakel in Bärnau
von Norbert Grüner Kontakt Profil

(tr) Am Wochenende war wieder Marktspectaculum im Ort, der vor 675 Jahren zur Stadt erhoben wurde. Das Wetter spielte den Bärnauern in die Karten. Der Wettergott meinte es gut mit dem illustren Volk, das sich auf dem Marktplatz, vor und im Geschichtspark und im Ritterlager tummelte.

Viele Musikanten waren in der Stadt und sorgten für mittelalterliche Stimmung. Dafür gab es jede Menge Handgeklapper und Jubel seitens des modernen Volks des 21. Jahrhunderts, das reichlich gekommen war, um zu sehen, wie sich das Leben vor Jahrhunderten abspielte.

„Amici Musicae Antiquae“ waren abwechselnd auf allen Bühnen der Stadt zu sehen, feierten sich quasi selbst, denn die Formation existiert seit 25 Jahren. „Gutta“ aus Pilsen und „Heydenrausch“ aus Tirol waren nach Bärnau gereist und sorgten ebenfalls für die richtige Musik in der Stadt. „Cultus Ferox“ aus Berlin sind alte Bekannte beim Marktspectaculum. Die „Saupreißn“, als die sie sich selber vorstellten, lieferten wie immer die Rockmusik zum Spektakel. Auf und vor der Bühne wurden sie von Tänzerinnen begleitet.

Ein Altbekannter brachte das Publikum zum Lachen und zum Staunen. Wie sein Name Schabernack schon verrät, trieb der Gaukler Sepp denselben mit seinem Publikum. Supertalent Kevin Kalvus aus Dresden ließ Kugeln aus Glas auf seinen Armen, Schultern und auf dem Kopf tanzen, so als wären sie schwerelos.

Die Ritterturniere faszinierten nicht nur die Kinder, auch wenn man dem einen oder anderen Jungen ansah, dass er sich für einen Moment für Ivanhoe oder Sir Galahad hielt. Am Sonntagnachmittag schlängelte sich wieder ein bunter Festzug mit allen etwa 600 aktiv Beteiligten durch die engen Gassen. Feuershows brachten nach Einbruch der Nacht Licht ins Dunkel. In 200 Zelten hausten etwa 500 Mitglieder von Mittelaltervereinen. Eine kleine Stadt in der Stadt, die vor allem in der Nacht ihren eigentlichen Reiz entfaltete.

Das Spektakel lief streng nach der Marktordnung ab, die anfangs Herold, Hubert Haubner verlas. Darin hieß es unter anderem: „Seid gegrüßt, wertes Publikum zu diesem Spektakel, auch ihr holden Mägde und rechtschaffenen Knechte, ihr rüstigen Mütterlein und sonderbaren Gesellen, denn an dieser Stätten muss keine Kehle verdorren. All die Holden und Edlen haben ihr Säckel voll mit vielen Silbergulden. Bringt es unter die Leute. Es sollen keine Getränke unter dem Eichstrich ausgeschenkt werden.“

Eindrücke vom Marktspectaculum

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp