28.08.2018 - 16:03 Uhr
BärnauOberpfalz

Oberpfälzer Waldverein auf Tauchstation

Nun werden es bald zwei Jahre, dass Wanderer, Spaziergänger und Radfahrer auf der Silberhütte vor verschlossenen Türen stehen. Noch einen Winter will der OWV die Schutzhütte aber nicht leerstehen lassen.

Schon seit fast zwei Jahren steht die Silberhütte leer. Der Oberpfälzer Waldverein mit seinen 10 000 Mitgliedern und 54 Zweigvereinen schafft es offenbar nicht, das Schutzhaus zu verpachten oder zu verkaufen.
von Martin Staffe Kontakt Profil

(ms) Dass auf der Silberhütte nichts vorwärtsgeht, überrascht schon ein wenig. Denn im März hatte eine außerordentliche Mitgliederversammlung des Oberpfälzer Waldvereins mit einer 86-Prozent-Mehrheit den Verkauf der Silberhütte beschlossen. In 85 Jahren hat sich ein Investitionsstau von mindestens einer halben Million Euro angehäuft, wie Vorsitzender Armin Meßner vorrechnete. Eine seriöse Verpachtung erscheint unter diesen Umständen kaum möglich.

In der Zusammenkunft präsentierte der Bärnauer Bürgermeister Alfred Stier Stefan Schnurrer als Kaufinteressenten. Der technische Leiter des Förderkreises Skilanglaufzentrum sagte am Montag zu Oberpfalz-Medien: "Mein Angebot steht immer noch. Aber ich habe seit März nichts mehr vom OWV gehört." Ursprünglich habe er 70 000 Euro geboten. Da aber fast 15 000 Quadratmeter für die Stadt Bärnau aus dem Paket herausgenommen worden seien, in erster Linie eine Wiese und ein Waldstück, würde er noch 50 000 Euro zahlen.

Verwundert über Meßner ist auch Bürgermeister Stier. Nachdem er seine Kaufabsichten nach der Versammlung noch einmal schriftlich mitgeteilt hatte, habe sich der OWV nicht mehr gemeldet. Erst als Stier dies in einer OWV-Versammlung in Tirschenreuth moniert hatte, habe ihm Meßner am 1. Juni eine Mail geschrieben. Darin hieß es, Meßner gehe jetzt in Urlaub und werde sich anschließend mit ihm in Verbindung setzen. "Das ist bis heute nicht geschehen", bedauert das Stadtoberhaupt. Zudem findet er es nicht in Ordnung, dass der Waldverein ihn als Vertreter der Kommune, zu der die Silberhütte gehört, nicht einbinde.

OWV-Chef Meßner bestätigt, dass der Verkauf noch nicht über die Bühne gegangen sei. "Es gibt nicht sehr viele Leute, die unbedingt die Silberhütte kaufen möchten." Der Waldverein sei gerade dabei, eine Lösung zu finden. Eine Alternative wäre der Eigenbetrieb. Das müsse abgewogen werden. Ein Verkauf zu einem vernünftigen Preis habe aber Vorrang.

Das Angebot Schnurrers ist dem Heimatverein offensichtlich nicht attraktiv genug. "Wir sind noch in der Entscheidungsfindung", verrät Meßner und verweist auf den Beschluss der Mitglieder, die einen "bestmöglichen Verkauf" forderten. Dafür sei nur eine Offerte zu wenig. Meßner stellt sich mindestens noch ein zusätzliches Angebot vor. Ganz wichtig sei die weitere Nutzung als Gasthaus. "Das Schutzhaus muss erhalten bleiben. Wir wollen nicht, dass der neue Besitzer das Gebäude wegschiebt und eine Parkebene entsteht."

Klar ist für den Hauptvereins-Vorsitzenden, dass die Zeit drängt. Er möchte die Silberhütte nicht noch einen Winter leerstehen lassen: "Wenn wir sie verkaufen, dann werden wir es keinesfalls auf die lange Bank schieben. Und wenn wir sie verpachten, dann muss es schnell gehen."

Dem Förderverein für das Skilanglaufzentrum ist stark daran gelegen, dass das Gasthaus endlich wieder offen ist. Allerdings machte Vorsitzender Frank Kiener dem OWV bei einem Treffen vor vier, fünf Wochen deutlich, dass er kein Interesse an dem Schutzhaus habe. Er und seine Leute seien mit dem Betrieb des Langlaufzentrums voll eingespannt. Damals wollte wohl ein Unternehmer, der Mitglied im OWV ist und Interesse an der Silberhütte äußerte, ausloten, ob eine Vertriebsgesellschaft möglich wäre. Diese Pläne scheinen sich zerschlagen zu haben.

Die Silberhütte hat sich für den OWV immer mehr zu einem Klotz am Bein entwickelt. Das 1932 errichtete Gebäude, das auch einfache Fremdenzimmer mit 19 Betten beherbergt, ist stark renovierungsbedürftig. Seit 2013 hatten vier Pächter die einst beliebte Gaststätte bewirtschaftet. Einige warfen schon nach wenigen Monaten wieder das Handtuch.

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