10.10.2019 - 10:27 Uhr
BärnauOberpfalz

Piratenspieße zum Frühstück

Gesunde Ernährung in entspannter Atmosphäre gab es bei den "Frühstückswochen" im Kinderhaus Bärnau. Eine Woche lang drehte sich alles um gesunde Lebensmittel. Auch Zuckerfallen wurden vorgestellt, was für erstaunte Mienen sorgte.

Erzieherin Saskia Weigl ist mit den Kindern an der "Flockenquetsche" am Werk. Es entstehen Haferflocken, die in der Pause als Müsli verzehrt werden.
von Susanne Forster Kontakt Profil

"Fest drücken", ermutigte Erzieherin Saskia Weigl die Kinder. "Geht es schwer?", fragte sie einen kleinen Jungen. Er drehte kräftig am kleinen Hebel der Haferpresse. "Nein, geht nicht schwer", antwortete er souverän. Die Haferflocken rieselten in eine blaue Schüssel. "Die können die Kinder in der Pause als Müsli mit ein bisschen Obst und Milch essen", erklärte Petra Prölß. Bei den Fühstückswochen gab es Brotspieße, die als "Piratenspieße" getarnt waren, Gemüsesticks mit Quark-Dip, Leberwurst-Schnitten und frisches Obst. Aus diesen Pausen-Leckereien konnten die Kinder während der "Frühstückswoche" auswählen, um ihre Brotzeitdosen gemeinsam mit ihren Eltern bei der morgendlichen Ankunft im Kindergarten zu befüllen. "Viele waren erstaunt über die Vielfalt des Frühstücksbuffets", fasste die Gesundheitsexpertin die Reaktionen der Eltern zusammen.

Eltern sensibilisieren

"Wir können das Thema nur immer wieder anstupsen", meinte Petra Prölß vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Tirschenreuth. Sie war gemeinsam mit ihrer Kollegin Christine Kraus eine Woche zu Besuch im Kinderhaus Bärnau. Ihre Mission: Für gesunde Ernährung im Kinderalltag werben. "Wir möchten über die Kinder das Thema an die Eltern herantragen - denn sie sind es, die den Einkauf erledigen", wusste die Expertin. Mit der Aktion sollen die Erwachsenen in entspannter Atmosphäre dafür sensibilisiert werden, beim Lebensmitteleinkauf darauf zu achten, was im Einkaufswagen landet.

Alternativen aufzeigen

Verbote sollen keine ausgesprochen werden, sondern es gehe darum, Alternativen aufzuzeigen, wie Petra Prölß weiter erklärte. Und mit ein paar Tricks könne es gelingen, gesunde Ernährung in den Alltag zu mogeln. "Gesunde Produkte können mit einer anderen Verpackung getarnt werden. Dann schmeckt auch das gesunde Müsli", nannte sie eine Möglichkeit.

Für Aufsehen sorgte auch die "Zuckerausstellung". Auf einem Tisch waren Lebensmittel wie Fruchtjoghurt, Süßigkeiten oder Frühstücksflocken aufgebaut. Neben den Esswaren wurden jeweils Zuckerwürfel gestapelt, um die Zuckermenge pro Portion zu veranschaulichen. "Die Eltern waren schockiert über den hohen Zuckergehalt in den Produkten", so Prölß. "Und die Portionsangabe auf den Produkten entspricht oft nicht der tatsächlichen Verzehrmenge", warnte die Expertin. Und auch, dass der Zucker oft nicht als Zucker deklariert werde, gab sie zu bedenken. Hinter Zutaten wie Maltose, Glucose oder Saccharose stecke Zucker, nannte Prölß einige Beispiele.

Gemeinsames Kochen

"Plötzlich hat mein Sohn Gemüse gegessen", zitierte Prölß eine Mutter. Denn nicht nur die Frühstückswochen gehören zum Programm. Zu den insgesamt sechs Modulen, die angeboten werden, gehört auch ein Eltern-Kind-Kochkurs. Dabei bereiten die Sprösslinge mit ihren Mamas und Papas gesunde, saisonale Gerichte zu. Das gemeinsame Kochen dürfen auch die Kinderhaus-Kids bald selbst ausprobieren.

Die "Flockenquetsche" ist das Highlight. Sie lässt aus Nackthafer Müsliflocken entstehen.
Aus "Nackthafer" entstehen mit der "Flockenquetsche" die Haferflocken, so wie es sie auch im Supermarkt zu kaufen gibt.
Eine Brotzeitbox, gefüllt mit einem Apfel, einer Kiwi und Brotspießen mit Gemüse.
Bei der Aktion „Frühstückswoche“ durften die Kleinen bei der Ankunft im Kindergarten ihre Brotzeitdose gemeinsam mit ihren Eltern befüllen. Hinein kamen etwa Apfel, Kiwi und Brotspieße.
Die "Zuckerausstellung" mit den aufgestapelten Zuckerwürfeln zeigt den hohen Zuckergehalt von Frühstücksflocken pro Portion. Auch Lebensmittel wie Fruchtjoghurt oder Kakao hatten die Gesundheitsexperten zur Veranschaulichung mitgebracht.

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