22.08.2019 - 10:46 Uhr
BärnauOberpfalz

Plch im Lärchenstamm

Überraschung im Historisch-geologischen Lehrpfad Bärnau. Im Lärchenstamm mit den Orten Breslau (Wroclaw) und Nimptsch (Niemcza) am Beginn der Landbrücke Kaiser Karl IV. ist der Stein von Breslau verschwunden.

Verschwunden ist der Originalstein aus Breslau, das Nest eines Siebenschläfers hat ihn verdeckt.
von Rainer ChristophProfil

Beim Öffnen des Türchens findet der Besucher statt des Originalsteins ein kuscheliges Nest aus Gras und kleinen Ästen. Von einem Vogel kann es nicht sein, er hätte keinen Einschlupf gefunden. Der tschechische Schulleiter Frantisek Rejcek, aus Drozdov bei Cerhovice, der den Park besuchte, wusste, von wem das Nest stammt. Er stammt aus einer traditionsreichen Försterfamlie der Fürsten von Coloredo Mansfeld in den Brdybergen in Mittelböhmen. Nach der Begutachtung des Nestes, kam sofort die Antwort, hier nistete ein "Plch, ein Siebenschläfer". Die der Witterung ausgesetzten Lärchenstämme zeigen natürlich Risse und genau durch so eine Spalte, gelang es dem Tier aus Familie der Bilche, auch Schlafmäuse genannt, das Nest zu bauen. Wahrscheinlich wurde das Türchen länger nicht geöffnet und so blieb es im der Ausbuchtung dunkel. Das Tier ist an das Leben in Bäumen angepasst. Der Siebenschläfer erinnert durch seinen Körperbau stark an das Eichhörnchen, nur ist er um einiges kleiner. Er besitzt einen mausähnlichen Kopf und Rumpf und einen buschigen, langen Schwanz. Den Schwanz nutzt er, um beim Klettern das Gleichgewicht zu halten. Ausgewachsene Tiere erreichen eine Körperlänge von bis zu 30 Zentimeter. Der Siebenschläfer hat ein sehr dichtes, graubraunes Fell, einen weißen Bauch, rundliche Ohren und große schwarze Augen. Wie geht es weiter? Vorerst bleibt das Nest erhalten. Vielleicht macht er hier auch seinen Winterschlaf.

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