18.03.2019 - 11:06 Uhr
BärnauOberpfalz

Schutzhaus Silberhütte auf der Denkmalliste

Bei den Plänen für das Schutzhaus Silberhütte kann die Stadt Bärnau nicht einfach schalten und walten. Das Gebäude aus der 30er Jahren wurde jetzt in die Denkmalliste aufgenommen.

Das Schutzhaus Silberhütte wird in die Denkmalliste aufgenommen.
von Werner Schirmer Kontakt Profil

Vor 86 Jahren ist das Schutzhaus Silberhütte nach den Plänen des Weidener Stadtbaurats Josef Linhardt als Ausflugslokal errichtet worden. Durch die Jahre erweitert und aufgestockt, hat das Bauwerk am Grenzkamm eine wechselhafte Geschichte und überregionale Bekanntheit erfahren. Die Bedeutung des Gebäude wurde jetzt mit der Aufnahme in die Denkmalliste bestätigt.

Auftraggeber in den 30er Jahren war der Oberpfälzer Waldverein, bis vor Kurzem auch Besitzer des Gebäudes. Nach zurückliegenden Diskussionen über den Sanierungsaufwand für das Schutzhaus und die Beteiligung von Investoren hatte sich der OWV entschlossen, die Immobilie an die Stadt zu verkaufen. Im Dezember vergangenen Jahres gingen Gebäude sowie rund 2,5 Hektar Grund an die Stadt.

Von einem Preis im "niedrigsten sechsstelligen Bereich" hatte Bürgermeister Alfred Stier in einem zurückliegenden Gespräch mit den Oberpfalz-Medien gesprochen. In der Stadtratssitzung vergangene Woche wollte das Stadtoberhaupt auf Nachfrage aus dem Gremium nicht konkreter werden. Dass der Preis zwischen 100 000 und 150 000 Euro liegen würde, wollte der Bürgermeister aber nicht abstreiten.

Konkrete Pläne für das Schutzhaus hat der neue Besitzer noch nicht. Immerhin solle die Ausrichtung Tourismus, Natur und Sport erhalten bleiben. Die Aufnahme in die Denkmalliste kommt für den Bürgermeister nicht überraschend. Schon im NT-Interview Anfang März schilderte Stier, dass die Stadt mit der Stellungnahme rechnen würde. Ende vergangener Woche ist das Schreiben des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege nun eingegangen.

Bei der geschichtlichen Bedeutung heißt es in dem Schreiben: "In der Oberpfalz präsentiert sich das erste auf deutschem Staatsgebiet grenznah errichtete Schutz- und Unterkunftshaus trotz der Umbauten in der 50er und 70er Jahren bis heute als anschauliches Zeugnis der aggressiven Gesinnung und Geisteshaltung in den Jahren vor und während des Dritten Reiches. Damit kommt dem Bau eine besondere Bedeutung als Zeugnis der Deutschen Geschichte in der erste Hälfte des 20.Jahrhunderts zu."

Auf Nachfrage teilt Alfred Stier mit, dass noch in dieser Woche ein Vertreter des Denkmalamtes erwartet werde. "Wir versprechen uns viel von dieser Ortsbesichtigung", blickt der Rathauschef diesem Besuch entgegen. Dabei weiß der Bürgermeister, dass besonders die beiden Gastzimmer von den Denkmalschützer als bedeutend eingestuft würden. Von dem Zusammentreffen erwartet sich Stier auch Auskünfte, wie mit der Silberhütte weiter vorgegangen werden soll.

"Bislang gibt es noch keine konkreten Pläne", so Stier. Erstaunt ist der Bürgermeister allerdings, dass die Initiative für den Antrag von einer Privatperson ausgegangen ist. Bereits im Oktober vergangenen Jahres hatte eine Frau aus Flossenbürg nach einem Presseartikel die Denkmalüberprüfung angeregt.

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