17.02.2019 - 16:50 Uhr
BärnauOberpfalz

Zur Sprechstunde ins Feuerwehrhaus

Die Idee eines Ärztehauses stößt auf zahlreiche Hürden. Als Alternative kommt das Obergeschoss des Feuerwehrhauses in Betracht.

Im Obergeschoss des Feuerwehrgerätehauses in Bärnau könnte ein "Medical Center" seinen Platz finden.
von DTRProfil

Die Hoffnung von Bürgermeister Alfred Stier, dass 2019 harmonischer verlaufe als das vergangene Jahr wurde bei der Stadtratssitzung am 14. Februar nicht erfüllt. Technische und zeitliche Hürden würden das im Januar beschlossene Bauprojekt eines Ärztehauses auf dem Zölch-Areal extrem erschweren. Bei der Suche nach einer Ausweichmöglichkeit kam eine ungenutzte Restfläche von 350 Quadratmeter im Obergeschoss des Feuerwehrgerätehauses ins Gespräch.

Die Feuerwehr Bärnau sprach sich für die Zusammenarbeit bei der Erschaffung eines Ärzteareals im Gerätehaus aus. Das neue Projekt mit dem modernen Namen "Medical Center Bärnau" wurde nun trotz vieler vom Bürgermeister vorgebrachter Vorteile im Stadtrat heiß diskutiert. "Das Gebäude besitzt einen barrierefreien Eingang, ist teilweise behindertengerecht ausgebaut und bietet reichlich Parkplätze", erklärt Stier. Sogar ein Hubschrauberlandeplatz sei schnell umsetzbar. Nach Rücksprache mit Architekten sei er der Meinung, dass eine Umsetzung inklusive Innenausbau mit Holzständerwerk innerhalb eines Jahres möglich wäre. Das Dach des Gebäudes müsse zukünftig sowieso saniert werden.

Spätestens nach dem Einblick in den geplanten Innenausbau entfachte sich eine heiße Diskussion unter den Stadträten. "Alleine schon der Name des neuen Konzeptes ist schon fragwürdig", meinte Hubert Häring (CFWG). Man müsse nicht immer alles mit Fremdwörtern versehen. Für ihn bleibe es ein Ärztehaus. Diese Meinung vertrat auch Gottfried Beer (SPD) und sah zusätzliche Probleme bei der Planung. Eine gemeinsame Toilettennutzung für Patienten und Feuerwehrkräfte sei nicht hinnehmbar. "Nicht nur aus Datenschutzgründen, sondern auch wegen einer möglichen Ansteckungsgefahr sehe ich das genauso", merkte Rudolf Schmid (CFWG) an. "Eine Umsetzung im Feuerwehrgerätehaus ist eine Zwischenlösung und wird nie die Qualität eines Neubaus erreichen", waren sich Georg Sollfrank (CSU) und Kurt Fischer (CFWG) einig. "Neben den Problemen mit dem gemeinsamen Eingang und der Toilettennutzung werden noch weitere Auflagen auf uns zukommen", fasste Michael Wegener (SPD) zusammen.

"Ein gemeinsamer Eingang zu einem Ärztehaus ist keine Seltenheit", meinte zweiter Bürgermeister Michael Schedl. Die eigentliche Frage sei nun, ob man dieses Projekt umsetze oder nicht. Die Details und Auflagen würden sowieso Experten festlegen. "Eine optimale Lösung wird man nie finden", schloss Stier die zähen Diskussionen ab. Man müsse die baulichen, zeitlichen und finanziellen Vorteile betrachten und sich bewusst sein, dass die Sicherstellung einer ärztlichen Versorgung ein äußerst wichtiger Zukunftsfaktor für Bärnau darstelle. Überraschenderweise wurde der Beschluss über das Bauvorhaben trotz der kontroversen Meinungen einstimmig von den Ratsmitgliedern angenommen. In Verbindung mit einem weiteren einstimmigen Beschluss, welcher Förderungen aus dem Programm "Innovative medizinische Versorgungskonzepte" einbringen soll, stellt die Stadt nun die Weichen zur Verbesserung der vertragsärztlichen Versorgung.

Der Eingang auf der Rückseite des Gebäudes ist barrierefrei zugänglich und soll zukünftig in das Medical Center Bärnau führen.

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