17.09.2018 - 15:34 Uhr
BärnauOberpfalz

Stadtrat stimmt für Erdhügel

Architekt Georg Zunner aus Amberg ist mit der Umfeldgestaltung des Knopfmuseums beauftragt. In der Stadtratsitzung stellt er dem Gremium eine überaus kreative Lösung vor.

Auf diesem geschotterten Platz beim Knopfmuseum plant Architekt Georg Zunner ein Keller-Foyer, das von einem Erdhügel bedeckt ist. So entsteht eine kreative Lösung für den Notausgang und Rettungsweg im Obergeschoss (oberes Fenster), der dann über einen Steg auf den Hügel und den begrünten Vorplatz führt.
von Lena Schulze Kontakt Profil

Mit der Planungsleitung beauftragte die Stadt das Architekturbüro Zunner. In der vergangenen Stadtratsitzung stellte Georg Zunner mehrere Planungsvarianten vor. "Ich bin sehr überrascht von den Entwürfen", gibt Bürgermeister Alfred Stier bekannt, bevor der Architekt drei Varianten vorstellt.

Auslöser ist der Archivraum im Dachgeschoss - durch eine Nutzungsänderung verändert sich auch die Brandschutzregelung. Ein Notausgang mit Fluchttreppe muss her. "Der Vorentwurf hat viel Spielraum für verschiedene Möglichkeiten," erklärt Zunner zu seinen Planungen.

Als erste Variante steht ein verkleideter Turm links neben dem Gebäude im Raum. Die wohl einfachste Lösung sei zwar zweckmäßig, allerdings nicht sehr kreativ, findet der Planer, der eigentlich keinen "Turm" hinstellen: "Dann steht wieder was vor dem Gebäude."

Keller und Erdwall

Zunner stellt sich vor, dass auf der derzeitigen Schotterfläche hinter dem Museum etwas stattfindet. Dazu würde er den Technik- und Lagerraum verlegen und umbauen, dass eine Art Foyer zum Notausgang entsteht. Vom Notausgang aus wird die Fluchttreppe als Art "Brücke" über mehrere Ebenen gebaut.

Die dritte Variante ist Zunners Favorit. Er möchte einen Hügel aufschütten - "Es wäre eine Welle" - der bis zum zweiten Stockwerk reicht. Über den Notausgang führt ein Steg als Rettungsweg direkt auf den Hügel, eine Treppe wäre somit überflüssig. Der begrünte Erdwall, der auf dem jetzigen Schotterplatz geplant ist, ist als Multifunktionsplatz für alle Generationen angelegt. Unter dem Hügel plant Zunner einen Erdkeller, der als Foyer für Vorführungen, Versammlungen oder Vorträge genutzt werden kann. Kein großer Saal, sondern Platz für etwa 40 Leute.

Turm keine Lösung

"Stark durchdacht und kreativ", kommentiert Bürgermeister Alfred Stier die Pläne. "Ein Treppenhaus als Container neben dem Museum; Ich kann mir nicht vorstellen, dass das gut aussieht", findet Marco Donhauser (JFG). In den Plänen zur Hügel-Variante vermisst er Parkplätze, die die Stadt bräuchte. Auch Stier möchte Parkplätze in das Erdwall-Konzept integrieren. Einen Glasbau als Rettungsweg findet er nicht gut. Das sieht SPD-Stadtrat Gottfried Beer ähnlich. "Ein Turm ruiniert die Ansicht des Knopfmuseums. Das ist keine Lösung."

Hubert Häring möchte den Knopfverband samt Förderverein gern in die Entscheidung einbinden. "Wir sollten ihnen die Möglichkeit geben ihre Meinung dazu zu äußern." Eine sofortige Entscheidung findet er zu viel verlangt. Der CSWG-Stadtrat fragt sich zudem, ob der Erdwall eine Verbesserung ist, damit muss er sich erst anfreunden.

Gestaltung flexibel

Der Planer erklärt, dass er im Keller samt Hügel einen Mehrwert für die Landschaft sieht. "Das Ergebnis kann so viel, ohne dass es sich wichtig macht!" Dagegen ist Zunner von den Parkplatz-Wünschen nicht begeistert. "Die Sicht auf das Gebäude wäre immer durch Autos oder gar Campingwagen behindert." Viel schöner wäre nach seiner Argumentation der Blick auf den begrünten Hügel, der zu allen Jahreszeiten eine abwechslungsreiche Ansicht bietet. Den Erdwall könne der Architekt auch verschieben, nach links oder rechts auslaufen lassen.

Zweiter Bürgermeister Michael Schedl (CSU) findet: "Es hat was." Bedenken hat er wegen des Denkmalamts. "Würden die das absegnen?", fragt Schedl. Zunächst wollte Zunner die Pläne dem Gremium vorstellen, sagt er. Mit deren Entscheidung könne er den Entwurf mit dem Denkmalamt abstimmen.

Trotz Zunners Entwürfen kann sich der Stadtrat die Hügel-Variante nicht recht vorstellen, wie es später aussehen soll. Alfred Stier plädiert auf ein Modell. Zur Entscheidungsfindung brauche man einen räumlichen Eindruck. Bis zur Oktober-Sitzung soll das Architekturbüro das Modell fertiggestellt haben. Vorbehaltlich der Zustimmung der Regierung Oberpfalz bezüglich Städtebaufördermittel stimmte das Gremium (eine Gegenstimme) für die dritte Planungsvariante - die Hügel-Lösung. Die Planung erörterte die Stadt vergangenen Freitag mit der Regierung.

Auf diesem geschotterten Platz beim Knopfmuseum plant Architekt Georg Zunner ein Keller-Foyer, das von einem Erdhügel bedeckt ist. So entsteht eine kreative Lösung für den Notausgang und Rettungsweg im Obergeschoss (oberes Fenster), der dann über einen Steg auf den Hügel und den begrünten Vorplatz führt.
Auf diesem geschotterten Platz beim Knopfmuseum plant Architekt Georg Zunner ein Keller-Foyer, das von einem Erdhügel bedeckt ist. So entsteht eine kreative Lösung für den Notausgang und Rettungsweg im Obergeschoss (oberes Fenster), der dann über einen Steg auf den Hügel und den begrünten Vorplatz führt.

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