Bei der Sitzung am Donnerstag wollte der Bürgermeister in seinem Bericht zum Schutzhaus Silberhütte eine Auskunft des Notars weitergeben, dass "alle Kaufpreisvoraussetzungen erfüllt sind". Damit sei der Weg freigemacht für ein Engagement eines Investors. Weniger begeistert war dagegen Hubert Häring von der Christlichen Freien Wählergemeinschaft. Ihn störte massiv, dass er zum Kauf des Schutzhauses bislang keinen Vertrag einsehen konnte. Das wollte Alfred Stier so nicht akzeptieren. Der Vertragsinhalt sei bei einer Sitzung per Beamer an der Leinwand aufgezeigt worden. "Jedem Stadtrat war der Inhalt bekannt", erinnerte Stier. Und der Bürgermeister konnte dem CFWG-Rat sogar den Grund für dessen Ablehnung nachreichen. "Du hast dagegen gestimmt, weil kein Konzept vorliegt", wusste Stier. Und das gebe es tatsächlich nicht. Laut Häring hätte sich der Text des Kaufvertrags ins Ratsinformationssystem gehört. "Ich muss das schwarz auf weiß sehen, um das beurteilen zu können", so Häring. Den Vertrag, so billigte Stier zu, könnte Häring natürlich einsehen. Und an einem weiteren Punkt störte sich der CFWG-Rat. Warum sei bei der Silberhütte keine baubiologische Untersuchung vorgenommen worden, warnte Häring vor der Gefahr von Altlasten. Beim Hallenbad sei der Gutachter "bis an die Decke geklettert und hat die Farbe abgekratzt". "Und hier kauft man was und macht das nicht!" "Das Schutzhaus ist für mich persönlich ein Sanierungsobjekt", schilderte Stier und legte nach: "Das war uns bewusst!" Allerdings hätte der Verkäufer erklärt, dass keine Mängel bekannt seien. Weiter berichtete Stier von einer Denkmalschutz-Beurteilung der Silberhütte. Vom Fachmann sei diese Möglichkeit nicht als Nachteil eingestuft worden.
Warnung vor Altlasten
Zur Gefahr von Altlasten merkte Häring weiter an, dass im Falle eines Rückbaus der Kauf auf jeden Fall zu teuer wäre. Die Höhe des Preises selbst wollte der Bürgermeister auf Nachfrage am Donnerstag nicht mitteilen. Bestandteil des Vertrags sei, dass über die Höhe Stillschweigen bewahrt wird. "Das ist ein Wunsch der Vertragspartner (Eigentümer der Silberhütte war der OWV, Anmerk. der Red.)." Zudem gibt es für Stier einen plausiblen Grund, den Kaufpreis nicht zu nennen. Schließlich gehöre zu den Möglichkeiten rund um die Silberhütte auch ein Weiterverkauf. Da wäre es ungeschickt, den Preis bekannt zu geben. "Wir sind aber keine Immobilienfirma", korrigierte Häring die unternehmerische Sichtweise des Bürgermeister.
Drei Gegenstimmen
Rudolf Schmid (CFWG) hatte zum Kaufbeschluss für die Silberhütte noch eine Richtigstellung. Der Bürgermeister hätte nur von einer Gegenstimme gesprochen, richtig sei aber, dass er (Schmid), Häring sowie Gottfried Beer (SPD) gegen den Kauf votiert haben. "Du hast recht", korrigierte Stier beim Blick ins Protokoll und legte seiner Aussage wohl einen Lesefehler zugrunde.
Alle Kaufpreisvoraussetzungen sind erfüllt.













Gut unterwegs
Das letzte Treffen der Stadträte im Jahr war keine gemütliche Runde mit Nüssen und Wein. Mehrere Stunden Diskussion und eine Fülle wichtiger Punkte machten auch aus diesem Treffen eine echte Arbeitssitzung. Kein Wunder, dass das Gremium nach tiefgreifender Erörterung nicht so schnell in den Weihnachtsmodus umschalten konnten. Viele Dankesworte, gerade an die engagierten Mitbürger und Helfer waren quer durch die Fraktionen zu hören. Aber auch die eindringliche Bitte von der Opposition, ihre Idee mehr zu berücksichtigen. Da geht es der CFWG/SPD-Seite wohl ähnlich, wie den Grünen im Landtag: Sie sind ein ordentliches Pfund, aber bei den Entscheidungen eher in einer schlechten Position. Mit dem Vorwurf einer „Arroganz der Machtausübung“ hat Hubert Häring aber etwa überkernig reagiert. Immerhin werden die meisten der Punkte das Jahr über von einer großen Mehrheit, ja oft sogar einstimmig beschlossen. Wenn Gottfried Beer mit dem Gebaren der „Gegner“ gar die Grundzüge der Demokratie gefährdet sieht, schießt das ebenfalls über Ziel hinaus. Freilich ist auch nicht alles eitel Sonnenschein, wie es CSU und JWG gerne hätten. Beim Umgang mit unterschiedlichen Meinungen ist Bärnau noch nicht am Ende des Weges angelangt, wohl aber gut unterwegs. Wenn Alfred Wolf gerade bei den Entscheidungen zur Stadtentwicklung stolz darauf ist, dass man den Mut aufbringt, sich etwas zu trauen, dann könnte das bei Umgang miteinander auch nicht schaden. Vielleicht könnte sich dann der Wunsch von Gottfried Beer erfüllen, dass es zu einer Geste kommt, auch andere Meinungen einzubeziehen. Selbst wenn die Idee von der Oppositionsseite kämen, muss das nicht grundsätzlich schlecht sein.