Bärnau
16.12.2018 - 13:52 Uhr

Teure Wasserversorgung

Eine saubere Sache ist die Wasserversorgung in der Gemeinde Bärnau. Dennoch stehen enorme Investitionen ins Haus.

Vor rund einem Jahr wurde das Ingenieurbüro M+E aus Erbendorf mit einem "Masterplan für die Wasserversorgung" beauftragt. Nach einer umfassenden Grundlagenermittlung konnten Vertreter des Ingenieurbüros jetzt ihre Untersuchungsergebnisse vorstellen. Und dem Stadtrat wurde schnell klar, dass in den kommenden Jahren hier hohe Ausgaben anstehen, um die Versorgung in allen Gemeindeteilen sicherzustellen.

Das ist unser Fahrplan, um eine sichere Wasserversorgung zu erreichen.

Bürgermeister Alfred Stier

Neue Vorschriften

An vielen Quellen zeigten die Fotos im Fassungsbereich oft dichten Baumbewuchs auf, der eigentlich nicht erlaubt ist. Oft führen die Einstiege zu den Quellen direkt auf die Wasserflächen, was ebenfalls nicht mehr zulässig ist. Die Vorschriften hätten sich hier verändert, informierten die Fachleute die Stadtratsmitglieder. Die Untersuchung sollte aber nicht nur die Mankos aufzeigen, sondern auch genauere Angaben zum Wasserbedarf ergeben. Dadurch wären Aussagen möglich, wie viele Quellen notwendig seien. Zur Sicherstellung der Wasserversorgung regten die Fachleute auch Verbundleitungen an, im Idealfall eine Ringleitung. Erste Zahlen bot die Übersicht auch zu Sanierungsmaßnahmen. So würden für die Quellen zwischen 600 000 und 800 000 Euro anfallen, für die Hochbehälter zwischen 400 000 und 850 000 Euro. Für die Verbundleitungen könnten rund 600 000 Euro fällig werden. Der Masterplan sei eine Voraussetzung für die Förderung, erklärte Bürgermeister Alfred Stier. "Das ist unser Fahrplan, um eine sichere Wasserversorgung zu erreichen", so Stier. Konkrete Entscheidungen müssten dann bedarfsgerecht getroffen werden.

Neuer alter Stimmbezirk

Mit rund 230 Wahlberechtigten ist der Stimmbezirk "Hermannsreuth" der kleinste im Gemeindebereich. Vor vier Jahren wurde er deshalb den drei Bärnauer Stimmbezirken angegliedert. Doch jetzt hat der Stadtrat einen Rückzieher gemacht. Dabei war es wohl die starke Beteiligung der Ortschaft beim Bürgerfest, die den Ausschlag gegeben hat. Bei der Septembersitzung hatte deshalb Bürgermeister Alfred Stier Stadtrat Edgar Wettinger angesprochen, ob die Hermannsreuther "nach wie vor anstreben, ein eigenständiges Wahllokal zu betreiben". Wettinger hat sich im Ortsteil umgehört und nun den entsprechenden Antrag gestellt. Dabei hatte die Verwaltung für die Abschaffung des Stimmbezirks durchaus Argumente, etwa die schlechte Erreichbarkeit. Das größte Problem sieht die Verwaltung aber darin, dass bei einer Wahl die Zahl der Stimmberechtigten nicht so gering sein darf, dass erkennbar wird, wie einzelne Stimmberechtigte gewählt haben. Als Grenze wurde 50 Wähler genannt. Nachdem bei den nächsten Wahlen auch ein höherer Anteil an Briefwählern zu erwarten ist, sprach sich die Verwaltung gegen die Wiedererrichtung des Stimmbezirks aus.

Diese sachlichen Argumente waren für Gottfried Beer (SPD) nicht von der Hand zu weisen. Einen Ausweg sah Beer auch darin, die Wähler aus Ahornberg mit in den Stimmbezirks aufzunehmen. Eine Anregung, der sich auch der Bürgermeister aufgeschlossen zeigte. Bei der Abstimmung stellte sich das Gremium hinter den Wunsch der Hermannsreuther und votierte für die Wiedereinführung des Stimmbezirks.

 
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