17.02.2020 - 16:17 Uhr
BärnauOberpfalz

Vortrag in Bärnau über Online-Rezepte und Schlaganfall

Nachbarschaftshilfe, Katholische Erwachsenenbildung, Altenstube, Pfarrgemeinderat und Kolping organisierten Vortrag von Apotheker Christian Züllich. Zahlreiche Besucher waren dazu n den "Gasthof zur Post" gekommen.

Christian Züllich, Inge Fischer und Christoph Sanner von der Stadtapotheke Bärnau sowie Max Gmeiner von der Nachbarschaftshilfe Bärnau (von links). Inge Fischer und Christoph Sanner von der „Apotheke vor Ort“ stehen bei Fragen rund um das E-Rezept gerne ihren Kunden als Ansprechpartner zur Seite.
von Autor BIRProfil

Auf großes Interesse stieß ein Informationsabend - bestens organisiert und vorbereitet von Max Gmeiner - mit Apotheker Christian Züllich aus Tirschenreuth. Thema: Online-Rezepte und Schlaganfall.

Das Rezept vom Arzt direkt aufs Smartphone - so soll die Zukunft der ärztlichen Verschreibung aussehen. Wie dies in der Praxis aussehen soll, erklärte Apotheker Christian Züllich ausführlich den zahlreichen interessierten Besuchern am vergangenen Mittwoch im "Gasthof zur Post". Bereits in diesem Jahr, erklärte Züllich, soll das elektronische Rezept kommen und den rosafarbenen Schein ablösen. Doch wie kommt das Rezept zukünftig vom Arzt in die Apotheke?

Papierrezept auch weiterhin

Bisher, so der Apotheker, war es so: Der Patient geht zum Arzt, wird untersucht, bekommt sein Rezept in Papierform, geht in die Apotheke und bekommt sein Medikament. Mit dem E-Rezept gebe es dann zwei Möglichkeiten, dieses einzulösen. Der Patient bekomme das Rezept, das auf einem Server verschlüsselt gespeichert wird, vom Arzt direkt mit einem Zugriffscode auf sein Smartphone. "Diesen Code benötigt der Patient, um die Apotheke seiner Wahl zu befähigen, auf dieses digitale Rezept zuzugreifen." Ein Vorteil auch für die Apotheker - sie können die konkret ausgestellten Verordnungen vom Arzt in ihrer Apothekersoftware direkt einsehen und das passende Arzneimittel bereitstellen oder den Kunden beliefern. Wer kein Smartphone zur Verfügung hat, bekomme vom Arzt einen Freischaltcode. Die zweite Möglichkeit ist, dass man das E-Rezept bequem von zu Hause aus am Computer einlösen kann. Das Online-Rezept soll aber das klassische Rezept auf Papier nicht vollständig ablösen: Wer will, kann auch weiterhin das Papierrezept erhalten.

Schneller als das Internet

Natürlich gebe es auch die Möglichkeit, das Rezept über Online-Dienste einzulösen. Diese könnten aber die sozialen Aufgaben der Apotheken vor Ort nicht wahrnehmen. Züllich: "Wir kümmern uns auch um die Heimversorgung für Patienten bis ans Krankenbett. Wir leisten Nacht- und Notdienste." So würden die Apotheken drei Mal am Tag mit Medikamenten beliefert. Innerhalb von zwei Stunden könne der Kunde versorgt werden. Bei der Onlinebestellung dauere das bis zu zwei Tage. "Wir sind schneller als das Internet", so Züllich.

Im zweiten Teil seines Vortrags befasste sich der Apotheker mit der Thematik Schlaganfall. Jedes Jahr erleiden knapp 270 000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall. Das zeige die Gefahr dieser Erkrankung: Ein Schlaganfall trete plötzlich auf und könne massive und langfristige Folgen haben.

Risikofaktor für Schlaganfall

Bei einem Schlaganfall komme es zu einem plötzlich einsetzenden Ausfall bestimmter Funktionen des Gehirns infolge einer Durchblutungsstörung oder einer Blutung. Dabei unterscheide man zwischen einem leichten, schweren und einem "stillen" Schlaganfall. Wie entsteht ein Schlaganfall, was sind Risikofaktoren und was können Ursachen eines Schlaganfalls sein? Prinzipiell, so Züllich, könne jeder Mensch jederzeit einen Schlaganfall erleiden. Manche Risikofaktoren könne man jedoch bewusst steuern und ausschalten. Die häufigsten Risikofaktoren seien etwa Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Alkoholmissbrauch, Rauchen, Diabetes oder mangelnde Bewegung.

Doch wie erkenne ich einen Schlaganfall? Auch darauf gab Christian Züllich eine Antwort. Zu den typischen Beschwerden bei einem Schlaganfall gehören plötzlich eintretende Schwäche, Lähmungen oder Taubheitsgefühl. Betroffen sein können einzelne Körperteile, aber auch eine ganze Körperseite. Auch Gesichtslähmungen seien typisch und fallen durch einseitig hängende Mundwinkel oder einen schief wirkenden Blick auf. In solchen Fällen müsse schnell gehandelt und der Notarzt gerufen werden. Die Behandlung nach einem akuten Schlaganfall läuft nach dem Motto "Time is Brain" (Zeit ist Gehirn) ab. Denn je schneller und effizienter ein Patient nach einem Schlaganfall behandelt werden kann, desto mehr Nervenzellen im Gehirn können "gerettet" werden. Welche Medikamente und welche Therapien können nach einem Schlaganfall helfen? Züllich nannte einige Medikamentengruppen, wie etwa Blutdrucksenker, Entwässerungsmedikamente oder Betablocker. Max Gmeiner von der NBH Bärnau bedankte sich bei Züllich für seinen interessanten Vortrag und überreichte ihm ein kleines "Dankeschön-Präsent".

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