11.07.2018 - 14:44 Uhr
BärnauOberpfalz

Wanderung durch Vergangenheit

Beim Heimattreffen ehemaliger Paulusbrunner beim Bränauer Steinbergfest hielt Valentina Pajaziti einen engagierten Vortrag über die Vertreibung.

Valentina Pajaziti hielt einen sehr couragierten Vortrag. Dafür erhielt sie viel Applaus.
von Konrad RosnerProfil

Das 231. traditionelle Bergfest in Bärnau und die 266. Wallfahrt zum Gegeißelten Heiland verbunden mit dem Heimattreffen, der aus Paulusbrunn und Umgebung stammenden Vertriebenen begann am Freitag für die bereits früher angereisten Gäste mit einer Zusammenkunft im Gasthof zur Post. Am Samstag trafen sich dann die aus dem Kirchsprengel Hals stammenden Bergfestgäste zu einem Gedenkgottesdienst in der Heimatkirche in Hals, zelebriert von Pfarrer Reinhard Forster und Ruhestandsgeistlicher aus Tachau, Pfarrer Josef Holesovský. Erstaunlich viele jüngere, nach 1945 geborene Besucher und sogar deren Enkelkinder, nahmen teil, was die Ortsvertreter und Organisatoren sehr freute. Anschließend besuchten alle den Friedhof und das Kriegerdenkmal in Ringelberg/Horny Visoka.

Vortrag über Vertreibung

Am Nachmittag bot Bürgermeisterin Dana Lesak-Müller und ihr Mann Peter zusammen mit Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Böttgerweg eine Wanderung entlang des Böttgerweges durch das verschwundene Dorf Paulusbrunn an. Zunächst führten Peter Müller und Kennerin Ingrid Leser die Wanderer in die Geschichte der Böttger-Säule ("Noutstoa" im Volksmund) ein. Leser hatte auch einige Jugendliche motiviert, sich mit dem Thema Grenze und Paulusbrunn zu befassen.

Valentina Pajaziti stellte ihre Befragung vor, die sie mit ihrer Oma über die Jugend und das Leben im ehemaligen Paulusbrunn bis zur Vertreibung und Eingliederung in Deutschland durchgeführt hatte.

Ingrid Leser ermunterte die Anwesenden, die Jugendlichen für die grenzüberschreitende Arbeit in der Mitte Europas weiter zu fördern, damit man das Nachbarland und seine Bewohner besser kennen lernt. Die weitere Wanderung führte entlang zum ehemaligen Standort der Kirche, zum Pfarrhaus, Schule, dem früheren Festplatz weiter zum Übergang beim Schmuckerhof und Prinzfabrik. Es waren einige gebürtige Paulusbrunner dabei, die noch sehr viel zu berichten wussten über die einzelnen Ortsteile und Orte, wo es sogar Moosbeeren gab, was die jüngeren Wanderer sehr interessierte. Die Zeit war allen viel zu kurz.

Lustige Anekdoten

Der Zeitpunkt der Wanderung war für den Tag vor dem Bergfest gewählt, da ja vor der Vertreibung das Fest von beiden Seiten als Wallfahrt gefeiert wurde. Zum Bergfest-Gottesdienst kamen jeweils die Prozession aus Bärnau und aus Paulusbrunn. In der Steinbergkirche wurde das kirchliche Fest gefeiert, während das weltliche Fest auf der Festwiese in Paulusbrunn mit "Ringlspiel" und Schiffschaukel stattfand. Den gebürtigen Paulusbrunnern waren dazu viele lustige Geschichten eingefallen, als sie an dem Platz der ehemaligen Festwiese vorbeigingen.

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