14.06.2019 - 14:35 Uhr
BärnauOberpfalz

Wille des Bürgers gefragt

Während sich beim Freibad etwas die Wogen glätten, kocht das Thema Hallenbad wieder hoch. Jetzt ist sogar von einem Ratsbegehren die Rede.

Seit vier Jahren sitzt das Freibad auf dem Trockenen. Wie es endgültig weiter gehen soll, könnte ein Ratsbegehren klären.
von Werner Schirmer Kontakt Profil

Mit Haushalt, Ärztlicher Versorgung und Silberhütte hat der Stadtrat am Donnerstag eine Reihe wichtiger Themen auf der Tagesordnung. Das Interesse der Zuhörer, von denen sich eine Frau sogar zu Wort melden darf, gilt aber den Bädern in der Großgemeinde. Beim Freibad in Altglashütte setzt Bürgermeister Alfred Stier auf ein Zusammenwirken mit einem "Europäischen Naturverständniszentrum Silberhütte", für das Freibad baut er auf ein neues Zuschussprogramm des Freistaats. "Beide Bäder kann sich die Stadt alleine nicht leisten", betonte Stier. Doch will er gerade das Thema Hallenbad dem nächsten Stadtrat nicht aufbürden. Deshalb soll ein Ratsbegehren, vielleicht zusammen mit der Kommunalwahl, endgültig Klärung schaffen. Eine Idee, die im Gremium breiten Zuspruch findet.

Suche nach Umschüler

Nach langem Bangen um die neue Saison hatte das Freibad Altglashütte Anfang Juni den Badebetrieb gestartet. Einmal mehr ist Siegfried Walter als Schwimmmeister eingesprungen. Bei der Sitzung am Donnerstag macht er die Wünsche der Badegäste und auch die Fortführung des Bades für sein weiteres Engagement verantwortlich. Zudem sei der Badebetrieb durch die Unterstützung von drei Fachkräften sowie Helfern aus den Reihen der Wasserwacht und des Fördervereins möglich.

Eine große Chance sieht Walter in der Bereitschaft eines Bärnauers, sich als Fachkraft umschulen zu lassen. Der Bewerber hätte angeboten, bereits heuer mitzuhelfen und die Anlage kennenzulernen. Zunächst müsste er aber das Silberne Rettungsschwimmabzeichen als Voraussetzung für Umschulung ablegen. Dennoch bittet Walter die Stadträte, dem Bewerber eine Anstellung in Aussicht zu stellen. Bis zum Ende der Ausbildung will Walter dann sein Amt fortführen. Zum Einstieg ins Thema will Stier nicht verhehlen, dass die Abstimmung mit dem Förderkreis nicht seinen Vorstellungen entsprochen hätte. So sei er auch erst unmittelbar vor der Öffnung des Bades informiert worden. Er selbst hätte alles getan, um das notwendige Personal für das Freibad zu bekommen, versichert Stier. Zum Thema "Umschüler" gibt sich Stier zurückhaltend. Er will keine falschen Hoffnungen über eine spätere Anstellung machen.

Zur Thematik der Schwimmmeister hat der Länderspiegel auch aus Altglashütte berichtet (ab Minute 1:17)

Freibad stets unterstützt

Engelbert Träger als CSU-Stadtrat und Vorsitzender des Förderkreises für das Freibad will bei den zurückliegenden Unstimmigkeiten eine Schlussstrich ziehen - und erhält Unterstützung durch Alfred Wolf (Junge Wählergemeinschaft). "Wir sollten uns nicht gegenseitig Vorwürfe machen", plädiert Wolf, zu einem "Punkt Null" zurückzukehren. Immerhin hätten alle im Stadtrat das Freibad stets unterstützt, konstatiert Wolf. Zum Bewerber/Umschüler erläutert Träger, dass die Aufwendungen für die Maßnahme durch den Förderkreis geschultert würden. Allerdings müsste er dies erst mit den Mitgliedern absprechen.

Für Michael Heldwein (CSU) gestaltet sich die Situation "nicht so schwarz". Auch weiterhin baut Heldwein auf das Engagement des Förderkreises. Und eine finanzielle Belastung von 30 000 Euro für die Stadt sei überschaubar. Bei der Abstimmung wird dann die Fortführung der Vereinbarung zwischen der Stadt Bärnau und dem Förderkreis einstimmig beschlossen. Dabei wird die seit 17 Jahren bestehende Vereinbarung weitgehend unverändert fortgeführt. Enthalten bleibt die Passage, dass die Stadt zum Defizit einen Festbetrag von 30 000 Euro zuzahlt. Zugestimmt wird auch der Einstellung eines Kassiers und einer Reinigungskraft für die Saison sowie die befristete Einstellung von drei Fachangestellten. Im nichtöffentlichen Teil bestimmt das Gremium mehrheitlich, für die personelle Situation am Freibad, die Stelle für einen "Umschüler" öffentlich auszuschreiben.

Schon bei der Beratung des Haushaltes wird das Thema "Hallenbad" wieder angesprochen. Als Zuhörerin wird einer Bärnauerin das Wort erteilt, die sich leidenschaftlich für den Erhalt des Bades ausspricht. Rudolf Schmid (CFWG) bemängelt, dass im Rekordhaushalt keine Mittel für das Hallenbad enthalten sind. Alfred Wolf bewertet das Thema Bäder als "Wermutstropfen" im Haushalt. Man müsste die "Augen offen halten und nach einer intelligenten Lösung suchen".

Für Ratsbegehren

Zur Sanierung des Hallenbades macht Alfred Stier einmal mehr seinen Standpunkt deutlich, dass eine Maßnahme wohl bis zu sechs Millionen Euro kosten könnte "Das können wir uns nicht leisten", verweist Stier neben den Bau- auch auf spätere Unterhaltskosten. Doch setzt sich der Bürgermeister dafür ein, endgültig Ruhe in die Diskussion zu bringen. Dem Stadtrat empfiehlt er, ein Ratsbegehren auf den Weg zu bringen. Den Text soll der Stadtrat selbst formulieren. "Dann müssen die Bürger entscheiden", will Stier dieses Thema abgeben.

Roland Heldwein (CSU) warnt davor, bei dem Ratsbegehren beide Bäder gegeneinander auszuspielen (weitere Berichte über die Stadtratssitzung folgen).

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