08.11.2019 - 13:42 Uhr
BärnauOberpfalz

Zeitverträge für neue Lehrer massiv kritisiert

Gewerkschafter diskutieren mit MdL Anna Toman (Die Grünen) über Situation an den Schulen. Ein Ergebnis: Die Bevölkerung soll für das Thema "Lehrer" stärker sensibilisiert werden

Im Bild von links: Raul Vitzthum/GEW-Vorsitzender Weiden-Neustadt-Tirschenreuth, Peter Hofmann/DGB-Regionssekretär, Anna Toman/MdL, Ursula Siller/Stv. GEW-Vorsitzende, Klaus Schuster/DGB-Kreisvorsitzender
von Externer BeitragProfil

Um die Lehrerversorgung ging es bei einem Gespräch der GEW und des DGB mit der Grünen-Abgeordneten Anna Toman im Gasthof "Zur Post" . DGB-Kreisvorsitzender Klaus Schuster hatte den Termin auf Wunsch des Vorsitzenden der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Raul Vitzthum, organisiert.

Neben Vitzthum nahmen auch dessen Vorstandskollegin Ursula Siller und Peter Hofmann, DGB-Regionssekretär, teil. Schuster betonte zum Einstieg, dass der DGB-Kreisverband schon 2016 den jetzigen Lehrermangel vorausgesagt habe. Laut Schuster waren die Geburtenzahlen und die Pensionierungen für jedermann nachzuvollziehbar, seien aber von den Verantwortlichen nicht zur Kenntnis genommen worden. Eine Frechheit findet Schuster die Tatsache, dass neue Lehrer zuerst nur befristete Verträge erhalten würden. "Das bedeutet: Ferien sind Stempelzeiten."

Die GEW-Vertretern berichteten von Unmutsbekundungen der Lehrer. Viele seien verunsichert und trauten sich nicht, über die Probleme öffentlich zu sprechen. Das pädagogische Personal sei zudem extrem überlastet. Die unzähligen Überstunden würden nicht vergütet. Problematisch sieht Vitzthum das digitale Bildungsangebot ohne guten Internetzugang. Auf dem Land fehlten die Strukturen. Bildungseinrichtungen seien nicht selten eine Fahrstunde entfernt.

Ursula Siller, stellvertretende GEW-Vorsitzende, bedauerte die unterschiedlichen Stundenzahlen an den Schulen. An einer Grundschule müssen die Lehrkräfte 28 Stunden unterrichten, an den Mittelschulen eine Unterrichtseinheit weniger. An den Realschulen und den Gymnasien seien es nur 23 Stunden. Ein großes Manko seien die Besoldungsunterschiede und die Eingangsbesoldung. Hier sollte es keine Unterschiede zwischen Grundschule, oder Gymnasiallehrer geben. Die GEW muss im allgemeinen jünger und weiblicher werden. Dies scheitert oft am fehlenden Interesse sich in der Gewerkschaft aufnehmen zu lassen und sich darin ehrenamtlich zu betätigen. .In der Bevölkerung sei wenig über die Probleme der Lehrer bekannt. Deshalb wollen der DGB-Kreisverband und die GEW gemeinsame Veranstaltungen organisieren.

Anna Toman, selbst GEW-Mitglied, betonte, dass sie für Verbesserungen gerne zur Verfügung stehe und beklagte, dass Lehrer nicht zu Veranstaltungen gehen könnten oder sollten, um dort offen ihre Meinung zu äußern. "Wenn ein politischer Wille da wäre, könnte man die Lehrer unterbringen", meinte sie zu den Zeitverträgen.

Schuster ergänzte dazu, dass an einer DGB-Veranstaltung Schule - Bildung - Lehrermangel nur Lehrer einer einzigen Schule aus dem Landkreis Tirschenreuth teilgenommen hätten. Hofmann zeigte sich erfreut über das Engagement der GEW und die gute Zusammenarbeit mit deren Vorstandschaft.

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