Bayern
21.02.2019 - 06:39 Uhr

Fast jedes dreizehnte Kind nicht gegen Masern geimpft

Ein Piks, der schützt: So werben Ärzte und Gesundheitspolitiker für Impfungen von Kleinkindern. Noch immer lehnen viele Eltern die Impfung ab - doch die Kinder ohne Impfschutz gegen Masern werden in Bayern weniger. Eine Impfpflicht findet wenig Unterstützung.

Ein Frau wird geimpft. Foto: Fredrik von Erichsen/Archiv Bild: Fredrik von Erichsen
Ein Frau wird geimpft. Foto: Fredrik von Erichsen/Archiv

Im Freistaat ist fast jedes dreizehnte Kind nicht gegen Masern geimpft. In den vergangenen 13 Jahren sei die Zahl der Kinder mit Impfungen auf 92,2 Prozent gestiegen, sagte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) der Deutschen Presse-Agentur aus Anlass einer Expertenanhörung des Deutschen Ethikrates zu nationalen und internationalen Impfstrategien an diesem Donnerstag in Berlin. „Nach Ansicht von Experten ist jedoch eine Impfquote von mindestens 95 Prozent zur Elimination der Masern notwendig.“

Auch die Quote bei der für einjährige Kinder empfohlenen Impfung gegen Meningokokken sei in den vergangenen Jahren gestiegen. Fast 85 Prozent der Schulanfänger des Schuljahres 2016/17 seien gegen die Bakterien geimpft gewesen.

Eine allgemeine Impfpflicht stößt bei Huml aber auf Skepsis. „Überzeugung ist besser als Zwang“, sagte die Ministerin. Eine Pflicht bedeute einen erheblichen Eingriff in das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit - und bei Kindern in das Sorgerecht der Eltern. „Deshalb sollte eine allgemeine Impfpflicht nur als letzte Möglichkeit in Erwägung gezogen werden, wenn andere Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg bringen“, sagte Huml. Impfen sei eines der bedeutendsten Instrumente im Bereich der Prävention.

Das Video zur Kampagne "Masern - keine harmlose Kinderkrankheit" des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege.

Ähnlich positioniert sich die Bayerische Landesärztekammer. „Eine Impfpflicht ist allerdings ein harter Eingriff in die Selbstbestimmung. Vielmehr sollte die Beratung der Eltern in den Vordergrund gestellt werden“, sagte deren Präsident Gerald Quitterer. Impfungen gehörten zu den wirksamsten präventiven Maßnahmen. In der Vergangenheit seien mit gezielten Impfaktionen gute Ergebnisse erzielt worden.

Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege informiert über Masern und deren Schutzimpfung.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) führt Impfverzögerung (vaccine hesitancy) auf der Liste der globalen Gesundheitsberohungen.

Bericht der WHO zu den Masern in der Europäischen Region.

Das Robert-Koch-Institut informiert über die Elimination der Masern und Röteln.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gibt Impfempfehlungen für Kinder

Die BZgA gibt Impfempfehlungen für Erwachsene.

Ein Beitrag zur Masern-Impfung von Arte.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.