05.03.2019 - 18:16 Uhr
BayernOberpfalz

"Manche hatten Angst, wenn sie ihn trafen"

Nach dem Fund dreier Leichen in einem Einfamilienhaus in Niederbayern kommt der Tatverdächtige in die Psychiatrie. Der 41-Jährige soll bereits zuvor auffällig gewesen sein, berichten Anwohner.

Der Tatort: Hinter den Rollos im Erdgeschoss soll ein Mann seine Schwester und die Eltern umgebracht haben.
von Redaktion onetzProfil

Nach der Familientragödie mit drei Toten herrscht in der Gemeinde Mallersdorf-Pfaffenberg im Kreis Straubing-Bogen weiter Fassungslosigkeit. Der 41-Jährige, der mutmaßlich seine Schwester und die Eltern umgebracht hat, kommt in die Psychiatrie.

Das ordnete ein Regensburger Ermittlungsrichter am Dienstag wegen Verdachts des Totschlags an. Polizisten hatten die Leichen der 37 und 69 Jahre alten Frauen sowie des 72-jährigen Vaters am Montag im Haus der Familie in Ascholtshausen gefunden. Nach Angaben der Ermittler wiesen die Opfer Zeichen stumpfer Gewalteinwirkung auf. Eine Obduktion sollte Klarheit über die Todesursache bringen, ein Ergebnis war am Dienstag noch nicht bekannt.

In dem kleinen Ortsteil des Marktes Mallersdorf-Pfaffenberg trafen sich am Dienstag einige Bewohner zu einer Gebetsstunde. Den Leuten waren die psychischen Probleme des 41-Jährigen bekannt. "Manche haben Angst gehabt, wenn sie ihm beim Spazierengehen begegnet sind", sagt Pfarrer Patrice Banza Kabwende. Obwohl der Tatverdächtige oft in die Kirche gekommen sei - seine Eltern haben laut Pfarrer keinen Sonntagsgottesdienst verpasst -, hätte sich nie ein Seelsorge-Gespräch ergeben.

"Die Stimmung ist sehr gedämpft", sagt der zweite Bürgermeister Johann Kirchinger. Die Familientragödie sei überall Gesprächsthema, es herrsche Unverständnis und Fassungslosigkeit. Mit dem toten 72-Jährigen hatte Kirchinger ein gutes Verhältnis gehabt. Der Bürgermeister beschreibt das Opfer als "sympathischen Mann, den man einfach mögen musste".

Dem Sohn aber sei man lieber aus dem Weg gegangen - das genaue Gegenteil des Vaters. "Ich hab' mit ihm nichts zu tun gehabt, aber ihn eher als Außenseiter wahrgenommen", erzählt Kirchinger, der den Tatverdächtigen vom Ausgehen kannte.

Bis vor Kurzem sei die Familie sehr unauffällig gewesen. Brave Leute. Vor zwei Wochen aber war der jetzt Tatverdächtige mit dem Messer auf die Schwester losgegangen. Die sei aus dem Haus gerannt und habe um Hilfe geschrien, sagt der Bürgermeister. Der Bruder sei danach weggerannt, die Polizei habe ihn mit einem Hubschrauber gesucht. Er ist dann laut Kirchinger selbst wieder aufgetaucht und in eine Klinik gekommen, aus der er aber nach ein paar Tagen wieder entlassen wurde.

Die drei Opfer und der 41-Jährige lebten nach Angaben der Polizei zu viert in dem Haus.

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