07.12.2021 - 12:48 Uhr
BayernOberpfalz

Testpflicht in Bayerns Kitas kommt

Das bayerische Kabinett hat über die Corona-Lage im Freistaat beraten. Auf der Tagesordnung: ein Testkonzept für Kinder in Kindertagesstätten und eine Gehaltsverdoppelung in der Intensivpflege.

Bayerns Kabinett hat über ein Testkonzept für Kinder in Kindertagesstätten beraten.
von Alexander Unger Kontakt Profil

Die Minister unter Leitung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) haben über ein Testkonzept für Kinder in Kindertagesstätten beraten. Sozialministerin Carolina Trautner sollte dem Kabinett ein Konzept dafür vorstellen. Die Vorgabe: "praktikabel" für Eltern, keine Überlastung für Erzieherinnen.

Das Kabinett hat auch über Ideen beraten, die Zahl der Intensivbetten in Bayerns Krankenhäusern zu erhöhen. Die Kapazität war im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent geschrumpft, weil nicht mehr ausreichend Pflegepersonal zur Verfügung steht, um die Betten zu betreiben.

Staatskanzlei-Chef Florian Herrmann, Gesundheitsminister Klaus Holetschek, Digital-Ministerin Judith Gerlach sowie Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger verkündeten im Anschluss an die Beratungen die Ergebnisse. Ein Überblick:

Testkonzept für Kinder in Kindertagesstätten:

In Kitas werden drei Tests pro Woche verlangt. Dies gilt für alle Kinder nach dem 1. Geburtstag. Selbsttests zu Hause sind zulässig. Auch PCR-Pooltests seien möglich, sofern die Träger dies anböten, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU). Die Testnachweispflicht gegenüber der Kita beginnt nach den Weihnachtsferien, um sich darauf vorbereiten zu können. Apotheken sollen über Berechtigungsscheine die Tests bereitstellen.

Intensivbetten in Bayerns Krankenhäusern

66 Millionen Euro sollen zusätzlich für das Gesundheits- und Pflegesystem fließen. Unter anderem, um Personal in die Pflege zurückzuholen und dort zu halten. Die Zusammenarbeit mit Fachkliniken, Reha-Einrichtungen und Anäthäsiepraxen soll verbessert werden. So sollen mittelfristig bis zu 100 Betten im Intensivbereich zusätzlich bereitgestellt werden können.

Gesundheitsminister Klaus Holetschek hat eine Gehaltsverdoppelung in der Intensivpflege angeregt. Die Bundesregierung solle dafür die Voraussetzung schaffen. Das Boostern nimmt Fahrt auf, Zusatzlieferungen an Impfstoff - auch Biontech - sollen kommen.

2G in Skigebieten

Im Skigebieten gilt für Sessel- und Schlepplifte sowie in Gondeln 2G statt 2Gplus. Gondeln dürfen zu maximal 25 Prozent ausgelastet werden.

Unternehmerlohn

Ein "Schaustellerhilfsprogramm" auch für Marktkaufleute soll kommen. Im Dezember sollen die Anträge noch möglich sein. Dafür stehen 30 Millionen Euro zur Verfügung. So soll ein Unternehmerlohn von 1500 Euro möglich sein – zusätzlich zur Überbrückungshilfe des Bundes.

Digitalisierung

Ein neuer Digitalrat mit allen Fachressorts soll Kompetenzen und Kapazitäten ressortübergreifend zusammenführen. Eine Digitalagentur (Start ab Januar 2022) soll die Ressorts beraten und bei den zuständigen Stellen Anforderungen und Machbarkeiten koordinieren. Ein Beschleunigungsbudget für digitale Projekte soll kommen und eine Projektumsetzung innerhalb weniger Wochen möglich machen.

Infos zur Coronalage im Newsblog

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Kommentare

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Martin Pfeifer

Ich gönne den Pfleger in der Intensivpflege gerne das verdoppelte Gehalt. Und ich gönne auch dem weiteren Personal in den Krankenhäusern eine Gehaltserhöhung. Verdient haben sie es allemal.

Und es ist bemerkenswert, das die bayrische Staatsregierung jetzt 100 zusätzliche Betten schaffen will. Offensichtlich können die Herrn Söder und Holetschek jetzt zaubern. Nach dem Impfen haben sie auch verpennt, die Krankenhaus-Kapazitäten rechtzeitig zu erhöhen. Es fehlen ja nicht die Betten als solches, sondern das Personal. Es fehlt an personal, weil die in der ersten Welle - gerade in der Anfangszeit infizierten - immer noch wegen Long-Covid ausfallen. Und der weitere Rückgang im Sommer 2021 ist zum größsten Teil auf die dramatische Belastung zurückzuführen, für die es dann ein paar Kekse von Herrn Scheurer gab. Einmal burn-out bedeutet sicher nie wieder Intensiv-Pflege. Egal für wieviel Geld.

07.12.2021
M. G.

Ich gönne jedem einen Bonus der mit Coronapatienten arbeitet. Allerdings sind das nicht nur Intensivfachkräfte sondern auch die Pflegekräfte einer reinen COVID-19-Station, sowie die Pflegekraft auf den Parallelstation die den restliche Patientenauflauf aufnehmen. Auch die Pflegekraft in der Notaufnahme die sich um akut betroffene Patienten mit dem Virus kümmert. Eine Krankenschwester die eine infizierte Schwangere bei der Geburt begleitet und sich danach um das Neugeborene und die infizierte Mutter versorgt. Was ist mit der Reinigungskraft, die tagtäglich die Zimmer von infizierten Patienten reinigt. Das Röntgenpersonal, die die betroffenen Patienten mit Schutzausrüstung durchleuchtet. Auch wenn man der Meinung ist Ärzte verdienen genügend , auch die haben mehr Arbeit. Man sieht, es gibt auch andere Berufsgruppen die eine Gehaltserhöhung oder einen weiteren Bonus verdienen. Wir Berufsgruppen, die direkt am Erkrankten arbeiten haben alle eine Finanzspritze verdient.

07.12.2021