23.03.2019 - 15:48 Uhr
BayernOberpfalz

Zehntausende demonstrieren gegen Urheberrechtsreform

Zehntausende haben im Zentrum von München gegen die geplante EU-Urheberrechtsreform und dadurch befürchtete Einschränkungen demonstriert.

Zehntausende demonstrieren auf dem Münchener Marienplatz gegen die geplante EU-Urheberrechtsreform.

Vor allem junge Leute folgten am Samstag in der Landeshauptstadt dem europaweiten Protestaufruf eines breiten Aktionsbündnisses. Die Veranstalter sprachen von mehr als 50 000 Teilnehmern bei der Kundgebung unter dem Motto „Rette Dein Internet“. Die Polizei bestätigte eine Teilnehmerzahl von rund 40 000 Menschen. „Das Internet kann nur so frei sein, wie die Gesellschaft, die es nutzt“, sagte Thomas Lechner, Redner der Organisatoren. Nach der Auftaktkundgebung auf dem Marienplatz zogen die Demonstranten an der Staatskanzlei vorbei zum Odeonsplatz.

Am Dienstag soll das Europaparlament über die Copyright-Reform abstimmen. Sie soll das veraltete Urheberrecht in der EU an das Internet-Zeitalter anpassen. Unterhändler des EU-Parlaments und der EU-Staaten hatten sich Mitte Februar auf einen Kompromiss verständigt. Er sieht unter anderem ein Leistungsschutzrecht für Presseverlage sowie - in Artikel 13, der in der aktuellen Version des Gesetzestextes nun der Artikel 17 ist - deutlich mehr Pflichten zum Urheberrechtsschutz für Plattformen wie YouTube vor.

Kritiker fürchten, dass Plattformen wie YouTube den Vorgaben nur nachkommen können, wenn sie Uploadfilter einsetzen, mit denen sie beim Hochladen prüfen können, ob Bilder, Videos oder Musik urheberrechtlich geschützt sind. Dies führe zu Zensur, weil die Filter auch legale Inhalte wie Zitate, Parodien oder Satire blockten.

Rund 260 Verlage, Zeitungen, Nachrichtenagenturen, Rundfunk-Anbieter, Produktionsfirmen und Medienschaffende, darunter auch die Deutsche Presse-Agentur, hatten dagegen zur Unterstützung der Reform aufgerufen. Sie forderten „eine faire Beteiligung am Geschäft mit den Inhalten, um damit ein reichhaltiges und vielfältiges Internet zu sichern, in dem Information und Kultur ihren festen Platz haben“.

„Macht unser Internet nicht kaputt“ und „Das Internet bleibt wie es ist“, stand dagegen auf den Plakaten Münchner Demonstranten. Der 24-jährige Julian etwa ist freiberuflicher Kameramann und arbeitet immer wieder für Auftraggeber, die auf dem Videoportal YouTube veröffentlichen. „Das bedroht in einigen Teilen meinen Job“, sagte er über die Reformpläne.

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