30.11.2019 - 15:39 Uhr
BechtsriethOberpfalz

Zertifikat Umweltschule

Plastik vermeiden und Insekten schützen waren die Top-Themen – 64 Schulen aus der Oberpfalz, darunter die Grundschule Bechtsrieth und die Lobkowitz-Realschule Neustadt/WN, wurde die Auszeichnung Umweltschule in Europa verliehen.

Zwei Schulen aus dem Landkreis Neustadt/WN, die Grundschule Bechtsrieth und die Lobkowitz-Realschule Neustadt/WN, erhielten den Titel "Internationale Umweltschule in Europa".
von Urte ScheubeckProfil

Der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber und Dr. Norbert Schäffer, Vorsitzender des Landesbund für Vogelschutz, verliehen die Auszeichnung „Umweltschule/Internationale Nachhaltigkeitsschule 2018/2019“ an 163 Schulen aus der Oberpfalz, Niederbayern (56) und Mittelfranken (44) für das Engagement, Schüler für einen sorgsamen und nachhaltigen Umgang mit der Umwelt zu mobilisieren.

Gemeinsam gegen die Klimakrise

„Bayern steht mitten in neuen Herausforderungen“, sagte Thorsten Glauber. Aber er könne weder als Umweltmister alleine, noch könne der Landtag mit finanziellen Mitteln den Artenschwund in Bayern lösen. „Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe für Jeden, der aus der Haustür tritt oder sich in der Natur bewegt“, sagte er. Forderungen nach Overtourism und No Limits seien falsch angelegt. Vielmehr müsse Naturschutz, Naturraum und Akzeptanz Natur zu erleben, miteinander einhergehen. Glauber sein kein Freund, Dinge zu verbieten. Nur wenn es am Ende nicht funktioniere, müsse das Ordnungsrecht angewendet werden. Dass Naturschutz und Artenschutz mit einander funktionieren könne, zeigte er am Beispiel von Kletterfelsen im fränkischen Raum auf, wo die Kletterrouten in Absprache mit dem Landesbund für Vogelschutz und den Kletterern verlegt werden, wenn Vögel an den Felsen brüten. Damit Verbotsstrukturen nicht notwendig werden, gingen Schulen den richtigen Weg. Schon früh die Herzen für die Umwelt bilden und die grüne Spuren legen sei wichtiger als mancher Einser oder Zweier. Der Minister bekannte sich zu der Jugendbewegung „Fridays for Future“ und den Dialog am Runden Tisch und auf den Jugendkonferenzen. Doch nicht immer seien 10-Meter-Sprünge möglich und alle müssten mit springen, um die Herausforderungen gemeinsam anzugehen. Am Projekt Umweltschule Europa beteiligen sich 8000 Schulen in 22 Ländern. In Deutschland nehmen in acht Bundesländern 1100 Schulen teil Allein in Bayern beteiligen sich 479 Schulen. Der Freistaat fördert Umweltschule Europa durch das Bayerische Staatsministerium mit rund 50 000 Euro jährlich.

Politiker sollen nicht nur reden

Die Schülervertreter des Geothe-Gymnasiums zeigten die Angst der Jugend vor den Folgen des Klimawandels, die bereits jetzt auf der ganzen Welt zu spüren sind. Sie sprachen von Unwettern in Thailand mit zahllosen Toten, die ganze Regionen unbewohnbar machen und von Pinguinen am Südpol, denen das Eis unter den Füßen schmilzt. Sie sprachen von Afrika, wo das Wasser so knapp ist, dass es nicht mal mehr reicht, um den Durst zu stillen, von Missernten in Südamerika und von grönländischen Eisfischern, die mit dem Schmelzen des Eises ihre Lebensgrundlage verlieren. „Die Politiker machen nur leere Versprechungen. Aber zum Glück gibt es die Lehrer, die etwas tun“, sagten sie. Die Themen der ausgezeichneten Projekte reichen von Baumpflanzaktionen und Biotopmaßnahen bis zu nachhaltigem Konsum oder gesunder Ernährung. Die Schulen engagieren sich für Spendensammelaktionen für „Eine Welt-Anliegen“ oder befassen sich mit dem Ökologischen Fußabdruck. Bürgermeister Jürgen Huber betonte, dass die Menschen schon viel weiter wie die Politik seien, denn der poltische Kampf um Umweltthemen sei eigentlich überholt. Gerade Schulen seien jene, die nicht nur Reden, sondern die auch tun. „Wenn sich jeder Einzelne verantwortlich verhält, wird die Welt nicht untergehen“, versprach er, da der Mensch eigentlich schlau sei und wisse was richtig ist. Dr. Norbert Schäffer, Vorsitzender des Landesbund Vogelschutz betonte, dass es derzeit zwei erste Themen gäbe, die Klimakrise und das Artensterben „Aber wir brauchen Windkraft und Greifvögel und wir brauchen auch biologischen Baustoffe und Artenvielfalt“, sagte er. Der Rahmen für die Landwirtschaft müsse neu abgesteckt werden, dass Bauern Lebensmittel produzieren, die Arten erhalten bleiben und die Bauern trotzdem gut leben können. „Es ist ein Ruck durch die Bevölkerung gegangen und trotzdem wird noch viel gestritten“, sagte er. Das sei zeitraubend und lähmend.

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