Bernstein: Brüderpaar baut XXL-Insektenhotel

Alois Hösl und sein Bruder Wolfgang (von links) haben ein großes Insektenhotel errichtet.
von Anita GregerProfil

In den letzten Wochen musste so mancher, wohl oder übel, seine freie Zeit zu Hause verbringen. Kleinere Renovierungsarbeiten waren bald erledigt, der Garten soweit unkrautfrei, also wandten sich die Brüder Alois und Wolfgang Hösl dem alten Holzschuppen zu. In der Ecke lagen eine paar Holzlatten, große Baumscheiben, einige Ziegelsteine und Tontöpfe kamen zum Vorschein, etwas Stroh lagerte noch unter dem Dach. Alle Materialien waren in so einem guten Zustand, dass sie zum Wegwerfen doch zu schade waren. Kurzerhand wurde geplant, auf der Südseite des Gartenhäuschens ein XXL-Insektenhotel zu errichten. Nach gut drei Tagen waren die groben Zimmererarbeiten abgeschlossen, und die Brutlöcher für die Wildbienen wurden in die Hölzer gebohrt. Neben kurzen Bambus- und Holunderstangen fand Stroh, sowie Fichtenzapfen und leere Schneckenhäuschen als Füllmaterial Verwendung.

Der naturnahe Garten der Familie Hösl bietet den Insekten Nahrung und Material zugleich, um eine neue Insektenpopulation gründen zu können. Nach kurzer Zeit wurden bereits Frühlingspelzbienen, rostrote Mauerbienen und die bedrohten Schneckenhausbienen gesichtet. Auch die Gartenwollbiene, die den Wollziest als Mauermaterial nutzt, belegt bereits viele Holzlöcher. Für diese sind aber nicht nur die Blüten vom Wollziest interessant. Die Weibchen rupfen sich dort mit ihren Beißwerkzeugen die Wolle von den Stängeln und Blättern ab, formen sie zu einer Kugel und fliegen damit zu ihren Nestern, die sie in vorgefundenen Löchern und Spalten baut. Goldwespen führen ein parasitäres Dasein und fliegen täglich um bereits geschlossene Brutkammern. Die Weibchen suchen sich bereits gefüllte Legeröhren, öffnen diese, hinterlassen ihre Eier und verschließen sie wieder. Die Wirtslarve wird getötet und der Futtervorrat einfach übernommen. Auch wenn die Nahrungsversorgung der Larven auf räuberische Weise erfolgt, tragen die für den Menschen ungefährlichen Goldwespen zur Dezimierung von Schadinsekten bei. Adulte Goldwespen verköstigen sich mit Nektar und Pollen und leisten dabei ihren Anteil an der Bestäubung der Pflanzen. Familie Hösl freut sich über die Insekten und über Besucher.

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